Ein Easyjet-Flug von Hurghada nach London ist nach einem Sicherheitsvorfall ungeplant in Rom gelandet. Auslöser war eine Powerbank, die sich im aufgegebenen Gepäck einer Passagierin befand, berichtet timestuff.de unter Berufung auf stern.de. Solche mobilen Ladegeräte dürfen in Flugzeugen grundsätzlich nur im Handgepäck transportiert werden, weil die verbauten Lithium-Ionen-Batterien im Frachtraum als mögliches Brandrisiko gelten. Für die rund 180 Passagiere bedeutete der Vorfall eine deutlich verlängerte Rückreise aus dem Urlaub.
Passagierin informiert Crew während des Flugs
Nach Berichten mehrerer britischer Medien befand sich die Maschine auf dem Weg aus der ägyptischen Urlaubsstadt Hurghada nach London, als die Passagierin der Crew mitteilte, dass sie ihre Powerbank im Aufgabegepäck gelassen hatte. Laut BBC reagierte der Pilot darauf mit der Entscheidung, den Flug vorsorglich zum Flughafen Rom-Fiumicino umzuleiten. Die Maßnahme erfolgte nicht wegen eines akuten Problems mit dem Gerät, sondern aus Sicherheitsgründen. Den Berichten zufolge gab es keine Hinweise darauf, dass von der Powerbank im Frachtraum unmittelbar Gefahr ausging.
Einige Fluggäste schilderten später gegenüber der britischen Zeitung „The Sun“, dass die Durchsage an Bord zunächst für Verunsicherung sorgte. Der Pilot habe erklärt:
„Da ist etwas im Frachtraum, das dort nicht sein sollte.“
Nach Angaben von Passagieren hätten manche Reisende im ersten Moment an eine Bombe gedacht. Erst später wurde klar, dass es um eine Powerbank im aufgegebenen Gepäck ging. Der Flug konnte nach der Zwischenlandung nicht am selben Tag fortgesetzt werden. Die Weiterreise nach London erfolgte erst am nächsten Tag.
Rund 180 Passagiere müssen in Rom übernachten
Für die Fluggäste bedeutete die Sicherheitsentscheidung eine ungeplante Nacht in Italien. Die rund 180 Passagiere mussten nach der Landung in Rom bleiben, bis der Flug fortgesetzt werden konnte. Easyjet erklärte, die betroffenen Reisenden seien in Hotels untergebracht und verpflegt worden. Einige Passagiere entschieden sich demnach jedoch dafür, die Nacht direkt im Terminal zu verbringen.
Die Airline betonte, der Pilot habe „in Übereinstimmung mit den Sicherheitsbestimmungen“ gehandelt. Aus Sicht der Fluggesellschaft war die Zwischenlandung damit eine Vorsichtsmaßnahme, auch wenn es keine akute Störung durch das mobile Ladegerät gab. Der Fall zeigt dennoch, wie ernst Airlines Verstöße gegen die Gepäckregeln bei Lithium-Ionen-Batterien nehmen. Schon ein falsch verstautes Gerät kann ausreichen, um einen Flugplan vollständig durcheinanderzubringen.
Warum Powerbanks nicht in den Frachtraum dürfen

Powerbanks sind in Flugzeugen nicht generell verboten, müssen aber nach den üblichen Sicherheitsregeln im Handgepäck mitgeführt werden. Der Grund liegt in den Lithium-Ionen-Batterien, die sich bei Beschädigung oder technischen Problemen erhitzen können. Im Passagierraum lässt sich ein auffälliges Gerät schneller erkennen und kontrollieren. Im Frachtraum wäre ein möglicher Zwischenfall deutlich schwerer zugänglich.
Auch im Handgepäck gelten bei vielen Fluggesellschaften zusätzliche Vorgaben. Powerbanks dürfen während des Flugs häufig nicht benutzt werden, Geräte mit einer Kapazität von mehr als 100 Wattstunden brauchen eine Genehmigung. Außerdem sind in der Regel höchstens zwei Powerbanks pro Passagier erlaubt. Wer solche Geräte vor einer Reise falsch einpackt, riskiert deshalb nicht nur Ärger bei der Kontrolle, sondern im Extremfall auch erhebliche Folgen für den gesamten Flug.
Wer in den kommenden Tagen mit dem Auto Richtung Italien plant, sollte auch die Sperrung der Brennerautobahn am 30. Mai und mögliche Alternativen genau im Blick behalten.
