Gold, das noch vor kurzem im Schatten des Krieges im Iran und der Spannungen im Nahen Osten deutlich zugelegt hatte, ist plötzlich kräftig eingebrochen, berichtet timestuff.de unter Berufung auf wiwo.de. Innerhalb nur einer Woche erlebte der Markt für Edelmetalle eine Bewegung, wie sie seit Jahrzehnten nicht mehr zu sehen war.
Nach dem siebten Rückgang innerhalb von acht Tagen fiel der Goldpreis auf 4.570,40 Dollar je Unze. Innerhalb von sieben Tagen verlor das Metall 482,10 Dollar beziehungsweise 9,5 Prozent an Wert. Damit handelt es sich um den größten Rückgang in Dollar seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen im Jahr 1975. Prozentual gesehen hat der Markt einen derart starken Wocheneinbruch zuletzt in der Woche bis zum 23. September 2011 erlebt.
Zu Beginn des Krieges im Iran war Gold zunächst noch deutlich gestiegen, weil Anleger in Phasen großer Unsicherheit traditionell nach einem sicheren Hafen suchen. Inzwischen hat sich die Lage jedoch komplett gedreht, und seit Beginn dieses Konflikts hat das Metall bereits rund 10 Prozent seines Wertes verloren. Das ist besonders bemerkenswert, weil der Preisrückgang nicht etwa in einer Phase geopolitischer Entspannung erfolgt, sondern obwohl die Spannungen im Nahen Osten weiter anhalten.
Was den Markt für Edelmetalle unter Druck setzt
Den größten Druck auf die Kurse üben derzeit ein stärkerer US-Dollar und schwindende Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen aus. Diese Faktoren wiegen momentan sogar schwerer als die geopolitischen Risiken, die die Nachfrage nach sicheren Anlagen normalerweise stützen. Dadurch reagiert der Goldmarkt nicht nur auf Entwicklungen in der Konfliktregion, sondern auch auf die veränderten Erwartungen mit Blick auf die Geldpolitik in den USA.
Für Anleger ist das eine einfache, aber unangenehme Erkenntnis: Selbst der Ruf als „sicherer Hafen“ schützt Gold nicht automatisch vor deutlichen Verlusten, wenn ein starker Dollar und festere Zinserwartungen dagegenarbeiten. Genau deshalb wirkt der aktuelle Preisrutsch so abrupt und ungewöhnlich. Der Markt hat damit klar gezeigt, dass geopolitische Unsicherheit unter starkem währungs- und makroökonomischem Druck in den Hintergrund rücken kann.
Silber ist noch stärker gefallen als Gold
Noch schwächer präsentierte sich in dieser Woche Silber, dessen Entwicklung sogar schlechter ausfiel als die von Gold. Innerhalb einer Woche sank der Silberpreis um 14,3 Prozent auf 69,36 Dollar je Unze. Damit fiel das Metall auf den tiefsten Stand seit dem 22. Dezember 2025, was das Ausmaß des aktuellen Ausverkaufs zusätzlich unterstreicht.
Auch auf längere Sicht wirkt das Bild wenig freundlich. Im vergangenen Jahr hat Silber bereits ein Minus von 1,1 Prozent verzeichnet, während Gold trotz des aktuellen Einbruchs immer noch einen Zuwachs von 5,6 Prozent hält. Gold steht damit zwar weiterhin etwas stabiler da, doch die vergangenen Tage haben deutlich gemacht, dass der Druck auf den gesamten Edelmetallsektor hoch bleibt und die Stimmung an diesem Markt noch länger prägen könnte.
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