Der tote Buckelwal, der seit Tagen vor der dänischen Küste liegt, könnte nach Einschätzung eines Experten zunehmend gefährlich werden. Im Inneren des Kadavers sammeln sich weiter Gase, die bei der Verwesung entstehen und den Druck im Körper des Tieres erhöhen, berichtet timestuff.de unter Berufung auf web.de. Der Walforscher Fabian Ritter erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass eine Explosion inzwischen nicht mehr ausgeschlossen werden könne. Je länger der Kadaver unkontrolliert aufgebläht bleibt, desto größer wird demnach das Risiko, dass sich der Druck plötzlich entlädt.
„Der Druck im Innern baut sich immer weiter auf, und irgendwann könnte das Tier mit einem großen Knall in die Luft fliegen“, sagte Ritter der dpa.
Warum der Kadaver gefährlich werden kann
Danish authorities have abandoned an initial attempt to tow the carcass of a humpback whale known as "Timmy" to the mainland after efforts to remove the animal – prompted by fears the bloated carcass could explode off the holiday island of Anholt – ran into difficulty.…
— dpa news agency (@dpa_intl) May 21, 2026
Solche Fälle sind nach Angaben des Meeresbiologen nicht nur theoretisch möglich, sondern bereits mehrfach dokumentiert worden. Ritter verwies auf frühere Vorfälle, bei denen tote Wale durch aufgestaute Gase platzten — unter anderem auf einen Fall in Thailand, bei dem ein Pottwal während des Transports zur Obduktion in einer Stadt explodierte. Für Menschen in unmittelbarer Nähe wäre eine solche Situation nicht nur äußerst unangenehm, sondern auch riskant, weil dabei zersetztes Material und Fäulnisgase freigesetzt werden können. Genau deshalb gilt bei stark aufgeblähten Walkadavern besondere Vorsicht.
Im Fall des als „Timmy“ bekannten Buckelwals zeigen Bilder nach Ritters Einschätzung vor allem eine auffällige Veränderung am Kehlsack. Dieser Bereich sei ballonartig aufgebläht und unterscheide sich von anderen Körperpartien des Wals durch seine besondere Struktur. Die Haut am Kehlsack sei wie bei einer Ziehharmonika gefaltet, sehr elastisch und könne sich deshalb stark ausdehnen. Dadurch könnte gerade dieser Bereich zum entscheidenden Punkt werden, an dem sich der Druck entweder kontrolliert oder unkontrolliert entlädt.
Gezielter Schnitt wäre möglich, aber riskant
Grundsätzlich ließe sich eine Explosion verhindern, wenn der Kadaver gezielt punktiert oder aufgeschnitten würde. Ein solcher Eingriff hätte nach Einschätzung des Experten jedoch möglichst früh erfolgen müssen, bevor sich der Druck im Inneren weiter erhöht. Inzwischen wäre das Vorgehen deutlich riskanter, weil schon ein Schnitt eine plötzliche Entladung auslösen könnte. Wegen der dicken Haut und der darunterliegenden Speckschicht bräuchte man dafür normalerweise eine Lanze oder ein großes, scharfes Messer.
Der Kehlsack könnte laut Ritter dennoch die wahrscheinlich sinnvollste Stelle für einen kontrollierten Schnitt sein. Dort ist die Haut besonders gedehnt, und die Gase könnten unter Umständen gezielter entweichen als an anderen Körperstellen. Sicher wäre ein solcher Eingriff aber nicht, denn der Zustand des Kadavers verändert sich mit fortschreitender Verwesung weiter. Der Experte macht deshalb deutlich, dass selbst eine kontrollierte Entlastung des Drucks nicht ohne Gefahr wäre.
Auch ein natürlicher Riss könnte die Lage entschärfen
Möglich ist allerdings auch, dass sich die Situation ohne spektakuläre Explosion von selbst entspannt. Ritter hält es für denkbar, dass sich im Gewebe ein natürlicher Riss bildet und die Gase dadurch langsam entweichen können. In diesem Fall würde sich der Druck im Inneren des Kadavers abbauen, ohne dass es zu einer plötzlichen Entladung kommt. Ob es dazu kommt oder ob der Wal tatsächlich explodiert, hängt davon ab, wie sich der Zustand des Gewebes in den kommenden Stunden und Tagen weiterentwickelt.
Auch abseits solcher Naturereignisse zeigen aktuelle Nachrichten, wie schnell sich angespannte Lagen zuspitzen können, etwa beim abgewendeten Samsung-Streik und den möglichen Boni für Mitarbeiter der Chipsparte.
