Nur wenige Hundertstel trennten zwei Deutsche im Kampf um olympisches Gold im Einsitzer der Frauen – doch der dritte Lauf stellte plötzlich alles auf den Kopf, berichtet timestuff.de unter Berufung auf bild.de. Aus dem scheinbar sicheren deutschen Duell um Platz eins wurde in Sekunden eine Geschichte über einen fatalen Startfehler.
Deutsches Gold-Duell, das schon entschieden schien
Nach den ersten beiden Läufen am Montag lag Julia Taubitz mit einem hauchdünnen Vorsprung vorn – gerade einmal 0,06 Sekunden vor Merle Malou Fräbel. Alle anderen Rodlerinnen waren zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich zurückgefallen, sodass vieles auf einen deutschen Doppelsieg mit Gold und Silber hindeutete. Im Eiskanal fühlte es sich an, als gäbe es nur noch eine offene Frage: Wer holt den Olympiasieg, und wer muss sich mit Rang zwei begnügen?
Der dritte Lauf und der Moment, der das Rennen zerbrach
Im dritten Durchgang am späten Dienstag startete Taubitz zuerst und setzte erneut eine sehr starke Zeit, die ihre Führung untermauerte. Danach stand die 22-jährige Fräbel bereit – und genau dann folgte der Schockmoment. Am Ende der Startpassage geriet ihr Schlitten abrupt außer Kontrolle: Zuerst prallte sie mit der Seite hart an die rechte Bande, anschließend wurde sie quer über die Bahn zur linken Bande getragen. Dort musste sie sich sogar mit dem Fuß abstoßen, um wieder Stabilität zu finden und den Lauf überhaupt sauber fortsetzen zu können.
So wurde der Fehler erklärt – und so teuer war er
Einen Sturz konnte Fräbel zwar vermeiden, und im weiteren Verlauf bekam sie ihren Schlitten wieder unter Kontrolle. Der verlorene Rhythmus und das fehlende Tempo am Start ließen sich jedoch nicht mehr kompensieren, selbst mit einer fehlerfreien Fahrt in den folgenden Kurven nicht. Im Ziel fehlten ihr fast 1,5 Sekunden auf Taubitz – und vor dem letzten Lauf rutschte sie auf Platz 10 ab.
ZDF-Experte Johannes Ludwig, Olympiasieger von Peking 2022, brachte es auf den Punkt: „Ein großer Fehler direkt am Start – danach ist die Zeit praktisch nicht mehr zu retten.“
Ausgangslage vor dem entscheidenden vierten Lauf
Nach dem dritten Lauf stand Taubitz plötzlich ganz dicht vor dem Olympiasieg. Sie hatte sich ein Polster erarbeitet, das im Rodeln solide wirkt: 0,7 Sekunden Vorsprung auf die neue erste Verfolgerin Elina Botin aus Lettland. In dieser Situation ist der größte Gegner oft nicht die Konkurrenz, sondern ein eigener Patzer – genau so einer, der Fräbel eben aus dem Medaillenrennen geworfen hat. Die dritte deutsche Starterin, Anna Berreiter, lag vor dem vierten Durchgang auf Rang 8 und hielt sich damit die Chance offen, mit einem starken Finale noch nach vorn zu rutschen.
Wer noch mehr Sport-Drama abseits der Bahn sucht, findet es in unserem Beitrag über Merz’ Fahrradtour im Sauerland und den Sturz in Arnsberg.
