Ein Laufsteg-Look, der erst Monate später im Laden auftaucht? Bei H&M läuft es diesmal anders. Am 17. September zeigte die Marke während der London Fashion Week ihre neuen Looks für Autumn/Winter 2026 – und ein Teil davon ging noch am selben Abend in den Verkauf, berichtet timestuff.de.
Die Show mit dem Titel H&M&YOU&I war dabei weit mehr als eine klassische Präsentation der nächsten Saison. Sie entstand gemeinsam mit dem britischen Fotografen und Filmemacher Nick Knight und seiner Plattform SHOWstudio, während Labrinth für die Musik verantwortlich war. Auf dem Runway trafen romantische Rüschen auf Leder, scharfes Tailoring und Silhouetten, die ziemlich eindeutig in Richtung 80er und 90er schauen.
Das Interessanteste an der Show ist deshalb nicht nur, was auf dem Laufsteg zu sehen war, sondern was davon in Deutschland tatsächlich schon gekauft werden kann.
Was H&M am 17. September in London gezeigt hat
H&M präsentierte bei der Show drei unterschiedliche Kapitel der Autumn-26-Damenkollektion. Dazu kamen Entwürfe von H&M Studio und der Herrenlinie H&M Atelier. Das Unternehmen selbst beschreibt die Saison als bewusst eklektisch: Statt eines einzigen durchgehenden Looks treffen unterschiedliche Jahrzehnte, Materialien und Stilrichtungen aufeinander.
Die Show wurde von Nick Knight kreativ geleitet. Nach Angaben von H&M Group eröffnete die brasilianische Ballerina Ingrid Silva die Präsentation. Zu den Models gehörten unter anderem Alex Consani, Paloma Elsesser, Karen Elson und Lila Moss.
Für Käufer ist allerdings eine andere Information wichtiger: H&M machte einen Teil der gezeigten Mode nach der Show nicht nur sichtbar, sondern direkt bestellbar.
Welche H&M Runway-Looks sind in Deutschland schon erhältlich?

Auf der deutschen H&M-Seite ist inzwischen eine eigene „Shoppe den Runway“-Kollektion freigeschaltet. H&M kennzeichnet sie als online und in ausgewählten Stores erhältlich.
Die Preisspanne ist ungewöhnlich breit. Zwischen kleinen Accessoires und aufwendigeren Runway-Pieces liegen mehrere hundert Euro.
| Runway-Piece | Preis in Deutschland* | Stil |
|---|---|---|
| Baumwollbluse mit Ballonärmeln | 29,99 € | Romantisch, voluminöse Ärmel |
| Korsagentop aus Spitze | 39,99 € | Lingerie- und Corset-Look |
| Peplum-Blazer mit Applikationen | 99,00 € | Tailliertes Statement-Tailoring |
| Jacke mit Stickereien | 129,00 € | Dekorativ und deutlich runway-orientiert |
| Crinklekleid mit Rüschenbesatz | 179,00 € | Dramatische Rüschen und Bewegung |
| Bikerjacke aus Leder | 349,00 € | 90s-Lederlook |
| Maxikleid mit Volants | 349,00 € | Statement-Piece mit Runway-Charakter |
*Preise laut deutschem H&M-Onlineshop, Stand 21. September 2026. Preise und Verfügbarkeit können sich kurzfristig ändern.
Runway gesehen heißt nicht automatisch: komplette Kollektion verfügbar
Hier lohnt sich eine genaue Unterscheidung. Auf dem Laufsteg waren drei Autumn-26-Drops sowie Studio- und Atelier-Looks zu sehen. Das bedeutet aber nicht, dass seit dem 17. September automatisch jedes gezeigte Teil aus allen Linien erhältlich ist.
H&M bestätigt für den Abend der Show ausdrücklich einen „See Now, Buy Now“-Start für den ersten Drop der Autumn-26-Damenkollektion sowie H&M Atelier. Diese Stücke wurden am 17. September ab 21 Uhr CET über die Onlinekanäle der Marke verfügbar gemacht.
- Autumn 26: Der erste Drop setzt stark auf historische Romantik, Spitze, Rüschen und Korsettformen.
- H&M Studio: Bei den in London gezeigten Looks stehen klare Linien, Tailoring und bewusste Stilbrüche im Mittelpunkt.
- H&M Atelier: Die Herrenlinie spielt mit großzügigeren Proportionen, ausgeprägten Schultern und Anspielungen auf die 1980er und 1990er.
Wer ein bestimmtes Kleidungsstück aus Fotos der Londoner Show sucht, sollte deshalb nicht davon ausgehen, dass es automatisch bereits im deutschen Shop gelistet ist.
Vier Trends bestimmen H&M Herbst/Winter 2026
Auch Vogue Germany hat die Londoner Kollektion unmittelbar nach der Show aufgegriffen. Besonders auffällig ist, wie stark H&M scheinbare Gegensätze kombiniert.
1. Rüschen, Spitze und Korsagen
Der romantische Teil der Kollektion ist kaum zu übersehen. Volants ziehen sich über Tops, Blusen, Cardigans und Kleider. Dazu kommen Spitze, Schnürungen, Puffärmel und Korsagenformen.
Das Ergebnis wirkt nicht wie ein nostalgisches Kostüm. H&M kombiniert diese Details mit Jeans, Leder, schmaleren Hosen oder bewusst strengeren Jacken.
2. Power Shoulders statt unauffälliger Blazer
Die andere Seite der Kollektion arbeitet mit deutlich stärkeren Silhouetten. Schulterpolster, verkürzte Jacken und taillierte Blazer holen das Power Dressing zurück, ohne einfach einen Büro-Look der 1980er zu kopieren.
Gerade dieser Gegensatz macht viele Looks interessanter: Eine Spitzenbluse steht neben einem kantigen Blazer, ein feminines Korsett neben schwerem Leder.
3. Die 90er sind noch nicht vorbei
Lederjacken, schmale Silhouetten, unkomplizierte Jeans und reduzierte Oberteile sorgen dafür, dass die Kollektion trotz aller Rüschen nicht zu verspielt wird. Bei H&M Atelier sind die 1980er und 1990er sogar ein zentraler Bezugspunkt.
Damit greift die Saison einen Stil auf, der schon länger zurückkommt: Kleidung soll nicht aussehen, als wäre jedes Teil bewusst als perfektes Set gekauft worden. Der Look darf eher wie ein über Jahre gewachsener Kleiderschrank wirken.
4. Schmuck und Accessoires werden auffälliger
Wer keinen kompletten Runway-Look tragen möchte, findet den Stil auch bei den kleineren Teilen. Auf der deutschen Runway-Seite stehen unter anderem große Ohrhänger, Ringe, Statement-Ketten, eine Crossbody-Tasche aus Metall und auffällige Schuhe.
Einige Accessoires beginnen bei rund 15 Euro. Damit ist der Einstieg in die Kollektion deutlich günstiger als bei Lederjacken oder den aufwendigsten Kleidern.
Was steckt hinter H&M Studio und H&M Atelier?
Die Bezeichnungen können beim Shoppen schnell durcheinandergeraten, denn bei der Londoner Show liefen mehrere Linien nebeneinander.
H&M Studio ist die designorientiertere Linie der Marke. Für A/W 2026 spielt sie unter anderem mit klassischem Tailoring, Spitze und absichtlich weniger perfekten, raueren Details. Bereits zuvor hatte H&M außerdem seine Studio Essentials für die Saison vorgestellt.
H&M Atelier konzentriert sich dagegen auf Menswear. Für Autumn/Winter 2026 nennt H&M selbst überzeichnetes Tailoring, Proportionsspiele und eine von den 80er- und 90er-Jahren beeinflusste Atmosphäre als wichtige Elemente.
Beide Linien waren Teil der Londoner Inszenierung – sie sollten aber nicht mit den drei regulären Autumn-26-Drops gleichgesetzt werden.
Warum der Verkaufsstart diesmal ungewöhnlich ist
Fashion-Week-Shows funktionieren normalerweise mit Abstand: Eine Kollektion wird gezeigt, Bilder verbreiten sich – gekauft werden kann erst später. H&M hat diesen Abstand bei einem Teil der Londoner Präsentation praktisch entfernt.
Die ersten Autumn-26-Looks sowie Atelier gingen laut Unternehmen noch am Abend der Show online. Wer die Präsentation verfolgt hatte, konnte ausgewählte Teile also nahezu unmittelbar danach bestellen.
Aus „See now, buy later“ wurde bei einem Teil der Kollektion tatsächlich „See Now, Buy Now“.
Das erklärt auch, warum die deutsche H&M-Seite wenige Tage nach der London Fashion Week bereits eine umfangreiche Runway-Auswahl führt und nicht lediglich eine Vorschau für eine kommende Saison zeigt.
Was man vor dem Kauf beachten sollte
Die Runway-Seite ist keine Garantie dafür, dass jedes Teil dauerhaft verfügbar bleibt. Gerade auffälligere Pieces können nach Größen oder Farben unterschiedlich verfügbar sein.
- Die aktuelle Verfügbarkeit am besten direkt auf der jeweiligen Produktseite prüfen.
- „In ausgewählten Stores“ bedeutet nicht, dass jedes deutsche H&M-Geschäft die Kollektion führt.
- Online- und Store-Bestand können voneinander abweichen.
- Bei den auffälligen Runway-Teilen lohnt sich ein Blick auf Materialzusammensetzung und Pflegehinweise.
- Wer nur den Stil übernehmen möchte, muss nicht bei den teuersten Pieces anfangen: Blusen, Korsagentops und Schmuck liegen deutlich unter den Preisen der Lederjacken und Statement-Kleider.
H&M Herbst/Winter 2026: Das Wichtigste in Kürze
| Wann fand die Show statt? | 17. September 2026 in London |
|---|---|
| Wer gestaltete die Show? | Nick Knight und SHOWstudio, mit Musik von Labrinth |
| Was wurde gezeigt? | Drei Autumn-26-Drops sowie Looks von H&M Studio und H&M Atelier |
| Kann man schon Teile kaufen? | Ja. Ein Teil der gezeigten Mode ist bereits über den deutschen H&M-Shop erhältlich. |
| Wo? | Online bei H&M sowie laut Händler in ausgewählten Stores |
| Welche Trends dominieren? | Rüschen, Korsagen, Spitze, Leder, Power Shoulders und 80er-/90er-Tailoring |
Sind die H&M Herbst/Winter 2026 Runway-Looks schon in Deutschland erhältlich?
Ja, allerdings nicht pauschal die komplette in London gezeigte Kollektion. H&M hat Teile der Autumn-26-Kollektion und Atelier direkt zur Show veröffentlicht. Auf der deutschen Shop-the-Runway-Seite sind inzwischen zahlreiche Kleidungsstücke und Accessoires gelistet.
Wer einen Look aus London ins Auge gefasst hat, sollte daher am besten nach dem konkreten Produkt suchen statt nur nach „H&M Herbst/Winter 2026“. Zwischen Runway-Präsentation, Autumn 26, Studio und Atelier gibt es Überschneidungen – aber sie sind nicht identisch.
Passend dazu lohnt sich auch ein Blick auf den KPop Demon Hunters x Vans Release mit Modellen, Preisen und Verkaufsstart.
