Kreuzfahrten erleben in Deutschland einen neuen Boom, berichtet timestuff.de unter Berufung auf chip.de. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes starteten 2025 rund 1,51 Millionen Menschen von deutschen Nord- und Ostseehäfen zu einer Hochseekreuzfahrt — ein neuer Höchststand. Gleichzeitig weist die US-Gesundheitsbehörde CDC darauf hin, dass auf Kreuzfahrtschiffen mehr als 90 Prozent der Magen-Darm-Ausbrüche mit bekannter Ursache auf Norovirus zurückgehen.
Das bedeutet nicht, dass eine Kreuzfahrt automatisch riskant ist. Es heißt aber: Wer die Reise wirklich genießen will, sollte Hygiene, Vorbereitung und eigene Grenzen ernst nehmen.
Auf engem Raum, mit vielen Menschen und gemeinsam genutzten Flächen, werden kleine Gewohnheiten plötzlich sehr wichtig.
Warum Infekte auf Kreuzfahrtschiffen leichter auftreten können
Ein Kreuzfahrtschiff ist fast eine kleine schwimmende Stadt. Restaurants, Aufzüge, Pools, Shows, Ausflüge, Fitnessräume und Bars werden täglich von Tausenden Menschen genutzt. Genau diese Mischung aus Nähe, Bewegung und gemeinsamen Kontaktflächen kann die Verbreitung von Erregern begünstigen.
Besonders häufig geht es dabei um:
- Magen-Darm-Infekte;
- Norovirus;
- Erkältungen und Atemwegsinfekte;
- Reisekrankheit;
- Kreislaufprobleme durch Hitze, Alkohol oder zu wenig Flüssigkeit.
Der beste Schutz auf einer Kreuzfahrt beginnt nicht erst beim ersten Husten im Nachbarzimmer, sondern schon beim Kofferpacken.
Schon vor der Reise richtig vorbereiten
Viele denken bei Kreuzfahrt-Vorbereitung zuerst an Kleidung, Ausflüge und Kabinenlage. Gesundheit gehört aber genauso auf die Checkliste. Wer regelmäßig Medikamente braucht, sollte sie für die gesamte Reise und mit etwas Reserve einpacken. Ein Nachkauf an Bord oder in einem Hafen ist nicht immer unkompliziert.
Sinnvoll sind außerdem:
- persönliche Medikamente in ausreichender Menge;
- Mittel gegen Reisekrankheit;
- Elektrolyte für den Fall von Durchfall oder Erbrechen;
- Schmerz- und Fiebermittel;
- Pflaster und kleine Wundversorgung;
- Desinfektionstücher für unterwegs;
- Sonnenschutz;
- Kopien wichtiger medizinischer Unterlagen.
Gerade bei chronischen Erkrankungen ist es klug, vor der Reise zu prüfen, ob Notfallkontakte, Versicherungsunterlagen und wichtige Diagnosen griffbereit sind.
Hände waschen bleibt wichtiger als der Desinfektionsspender
Der einfachste Tipp ist auch der wichtigste: Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen. Die CDC empfiehlt dies besonders vor dem Essen, nach dem Toilettengang und nach dem Berühren gemeinsam genutzter Flächen wie Treppengeländer oder Türgriffe.
Handdesinfektionsmittel kann unterwegs praktisch sein, ersetzt aber nicht das Waschen mit Seife. Gerade bei Norovirus reicht der schnelle Griff zum Spender nicht immer aus.
Wer vor dem Buffet nur kurz die Hände desinfiziert und danach direkt das gemeinsame Besteck anfasst, hat das eigentliche Problem oft nicht gelöst.
Diese Orte an Bord verdienen besondere Aufmerksamkeit

Auf Kreuzfahrtschiffen gibt es bestimmte Kontaktpunkte, die besonders viele Menschen nacheinander berühren. Dort lohnt sich etwas mehr Vorsicht, ohne in Panik zu verfallen.
Achten Sie besonders auf:
- Buffetbesteck;
- Aufzugsknöpfe;
- Treppengeländer;
- Touchscreens;
- Türgriffe;
- Fitnessgeräte;
- Spielautomaten und Casino-Bereiche;
- Liegen am Pool;
- öffentliche Toiletten.
Das heißt nicht, dass man alles meiden muss. Es reicht oft schon, sich nach solchen Kontakten nicht ins Gesicht zu fassen und vor dem Essen konsequent die Hände zu waschen.
Buffet-Regeln: einfach, aber wirksam
Das Buffet gehört für viele zur Kreuzfahrt dazu. Genau dort treffen aber viele Menschen, Lebensmittel und gemeinsam genutzte Gegenstände aufeinander. Deshalb sollte man hier besonders sauber handeln.
Wichtig ist:
- vor dem Essen Hände waschen;
- nicht mit den Fingern in Speisen greifen;
- nur saubere Teller benutzen;
- Speisen nicht lange ungekühlt stehen lassen;
- bei sichtbarer Unsauberkeit lieber etwas anderes wählen;
- Kinder daran erinnern, nicht alles anzufassen.
Gute Hygiene am Buffet ist keine Übertreibung, sondern Rücksicht auf alle Gäste an Bord.
Nicht krank anreisen und Symptome nicht verdrängen

Der vielleicht unangenehmste Punkt ist auch einer der wichtigsten: Wer schon vor der Abreise krank ist, sollte nicht so tun, als sei alles normal. Durchfall, Erbrechen, Fieber oder starke Erkältungssymptome können an Bord schnell zum Problem für viele werden.
Auch während der Reise gilt: Beschwerden nicht ignorieren. Wer Magen-Darm-Symptome hat, sollte Restaurants, Pools und Veranstaltungen meiden und sich beim Bordhospital melden. Das schützt nicht nur andere Passagiere, sondern hilft auch, schneller richtig zu reagieren.
Besonders ernst nehmen sollte man:
- wiederholtes Erbrechen;
- Durchfall;
- Fieber;
- starke Schwäche;
- Atemprobleme;
- deutliche Kreislaufbeschwerden.
Genug trinken, schlafen und Pausen einplanen
Viele Kreuzfahrten sind so vollgepackt, dass man ständig etwas erleben kann. Frühstück, Landgang, Pool, Show, Bar, Mitternachtssnack — und am nächsten Tag wieder von vorn. Genau das kann den Körper belasten.
Zu wenig Schlaf, Alkohol, Sonne und Dehydrierung sind eine schlechte Kombination. Gerade in warmen Reisezielen entstehen viele Beschwerden nicht durch einen gefährlichen Erreger, sondern durch Überforderung.
Eine Kreuzfahrt ist kein Wettbewerb, bei dem man jeden Programmpunkt mitnehmen muss.
Hilfreich ist ein einfacher Rhythmus: genug Wasser trinken, Pausen einplanen, bei Hitze nicht zu lange in der Sonne bleiben und nicht jeden Abend bis spät in die Nacht ausreizen.
Auch abseits von Kreuzfahrten zeigt der Fall von Dschungelcamp-Star Hubert Fella, wie wichtig es ist, Schwindelanfälle ernst zu nehmen und rechtzeitig medizinisch abklären zu lassen.
