Die deutschen Biathleten gehen im Verfolgungsrennen bei den Olympischen Winterspielen erneut leer aus – und die Entscheidung um Gold wurde zum echten Drama, berichtet timestuff.de unter Berufung auf n-tv.de. Bester DSV-Athlet war Philipp Horn auf Rang elf, während der Franzose Émilien Jacquelin auf der Schlussrunde eine scheinbar sichere Führung aus der Hand gab.
Horn startet stark, doch im Stehendschießen geht es nach hinten los
Im Verfolgungsrennen bei den Olympischen Winterspielen lieferte Philipp Horn das beste Ergebnis aus deutscher Sicht ab und belegte Platz 11. Der 31-Jährige fand gut in den Wettkampf, blieb bei beiden Liegendschießen fehlerfrei und sah zwischenzeitlich so aus, als könne er sich im Bereich der Top 10 festbeißen. Doch an den Stehendschießen-Stationen ließ der Deutsche gleich drei Scheiben stehen – und damit war der Angriff nach vorn praktisch erledigt. Im Ziel fehlten Horn schließlich 2:10,8 Minuten auf den Sieger.
Ponsiluoma feiert Olympiasieg, Laegreid sammelt die nächste Medaille ein
Den Sieg holte sich der Schwede Martin Ponsiluoma, der sich nur eine Strafrunde leistete und damit seinen ersten Olympiasieg feierte. Silber ging an den Norweger Sturla Holm Laegreid: Trotz zwei Fehlern betrug sein Rückstand lediglich 20,6 Sekunden, zudem war es bereits seine dritte Medaille im dritten Einzelrennen bei diesen Spielen. Bronze sicherte sich der Franzose Émilien Jacquelin, der mit drei Schießfehlern 29,7 Sekunden hinter dem Sieger ins Ziel kam. Damit blieb das Podium international durchmischt, obwohl die Favoriten vor allem aus Norwegen und Frankreich kommen.
Jacquelin schenkt Gold am letzten Schießen her – trotz 34 Sekunden Vorsprung
Die auffälligste Szene des Rennens spielte sich im Kampf um Gold ab. Jacquelin kam mit 34 Sekunden Vorsprung zum finalen Schießen, wirkte jedoch überhastet und leistete sich prompt zwei Fehler. Genau diese Patzer rissen seine komfortable Ausgangslage ein und öffneten Ponsiluoma die Tür zum Sieg. Für Antholz war das ein besonderer Moment, denn es war das erste Einzelrennen vor Ort, in dem auf dem Podest nicht ausschließlich Norweger und Franzosen vertreten waren.
Für die anderen Deutschen wird es durch viele Fehler noch schwieriger
Auch die übrigen DSV-Starter kamen wegen einer wackligen Trefferquote nicht entscheidend nach vorn. Philipp Nawrath kassierte sechs Strafrunden, landete auf Platz 25 und fand keinen Weg zurück in die Nähe der Spitze. Justus Strelow wurde mit vier Fehlern 30. – und das vor den Augen von Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich, der das Rennen von der Tribüne verfolgte. David Zobel beendete das Verfolgungsrennen nach fünf Fehlern auf Rang 34, womit die deutschen Ergebnisse insgesamt deutlich hinter den eigenen Erwartungen blieben.
Medaillenhoffnungen bleiben, doch der Druck wächst
Nach Bronze zum Olympia-Auftakt mit der Mixed-Staffel konnten die deutschen Männer in drei Einzelrennen keine weitere Medaille nachlegen. Das bislang beste individuelle Resultat bleibt Nawraths fünfter Platz im Einzel, während Horn im Sprint als Zehnter das zweite Top-10-Ergebnis der Mannschaft lieferte. Horn sagte im ZDF, er sei insgesamt nicht unzufrieden und es sei kein „katastrophales Rennen“ gewesen – gleichzeitig stellte er klar, dass das Team nicht für „Top 10 oder Top 15“ antritt, sondern um Medaillen kämpfen will. Zwei Chancen bleiben noch: am Dienstag in der Staffel und am Freitag im abschließenden Massenstart, wobei die größten Anwärter erneut vor allem aus Frankreich und Norwegen kommen.
Warum das Verfolgungsrennen für Deutschland eine besondere Baustelle ist
Die letzte deutsche Olympia-Medaille in der Verfolgung holte Benedikt Doll 2018 im südkoreanischen Pyeongchang. An olympischem Gold in dieser Disziplin fehlt es dem deutschen Biathlon dagegen weiterhin: Seit der Aufnahme des Wettbewerbs ins olympische Programm im Jahr 2002 hat noch kein deutscher Athlet das Verfolgungsrennen gewonnen. Genau deshalb wird jeder Start in dieser Disziplin als Chance gesehen, eine lange Serie zu beenden – doch erneut war die Treffsicherheit der entscheidende Knackpunkt.
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