Fünf Staffeln, 48 Folgen – und am Ende bleibt kein unbeschwertes Berlin zurück. „Babylon Berlin“ verabschiedet sich mit einem Finale, das die persönlichen Geschichten von Gereon Rath und Charlotte Ritter direkt mit einem der entscheidenden historischen Momente des Jahres 1933 verbindet, berichtet timestuff.de.
Die letzte Folge der fünften Staffel lief im Ersten in der Nacht zum 26. September 2026 um 00:25 Uhr. In der ARD Mediathek ist Folge 8 von Staffel 5 weiterhin abrufbar.
Achtung: Ab hier folgen massive Spoiler zum Serienfinale von „Babylon Berlin“.
Babylon Berlin Staffel 5: Das Ende auf einen Blick
| Figur | Was im Finale passiert |
|---|---|
| Gereon Rath | Überlebt, beteiligt sich aber an einem gescheiterten Anschlag auf Hitler und bleibt am Ende in Berlin zurück. |
| Charlotte Ritter | Bricht mit Gereon und verlässt Deutschland gemeinsam mit Reinhold Gräf in Richtung Schweiz. |
| Alfred Nyssen | Bleibt auf Schloss Lieberberg zurück, als die Bombe detoniert. Sein Tod wird sehr deutlich nahegelegt. |
| Samuel Katelbach | Stirbt bei einem Fluchtversuch aus der Gewalt der SA. |
| Elisabeth Behnke | Entscheidet sich nach Katelbachs Tod ebenfalls, Berlin zu verlassen. |
Das Entscheidende am Finale ist deshalb weniger die Frage, wer „gewinnt“, sondern wer rechtzeitig begreift, dass das bisherige Leben in Berlin vorbei ist.
Was passiert mit Gereon Rath im Finale?

Für Gereon Rath beginnt der letzte Abschnitt der Serie denkbar düster. Nach seiner Rückkehr nach Berlin gerät er in die Hände der SA, wird schwer misshandelt und inhaftiert. Bereits die offizielle Beschreibung von Folge 5 in der ARD Mediathek zeigt, wie weit sich die Machtverhältnisse inzwischen verschoben haben: Polizei, SA und politische Führung lassen sich kaum noch voneinander trennen.
Gereon kommt zwar wieder frei. Danach entscheidet er sich jedoch für einen Weg, den Charlotte nicht mitgehen kann.
Gemeinsam mit Edgar Kasabian, dem Armenier, und weiteren Beteiligten wird ein Anschlag auf Adolf Hitler vorbereitet. Der Ort dafür ist Schloss Lieberberg, wo Alfred Nyssen Gäste aus Politik und Wirtschaft erwartet.
Für Gereon geht es nicht mehr darum, einen einzelnen Mord aufzuklären. Er versucht, den Lauf der Geschichte selbst zu verändern.
Der Plan scheitert jedoch nicht an einer Entschärfung der Bombe. Er scheitert am Zeitpunkt.
Warum der Anschlag auf Hitler scheitert
Am 27. Februar 1933 beginnt der Reichstag in Berlin zu brennen. Während die Bombe auf Schloss Lieberberg vorbereitet ist, erreicht Hitler die Nachricht vom Feuer.
Er verlässt das Schloss.
Damit ist das eigentliche Ziel des Anschlags verschwunden, bevor der Sprengsatz detoniert. Die offizielle ARD-Beschreibung der letzten Folge fasst diesen Moment bewusst knapp zusammen: Am Reichstag brechen die ersten Flammen aus, am Schloss explodiert eine Bombe und Rath erkennt zu spät den folgenschweren Irrtum der Stunde.
Gereon überlebt. Aber er muss mit ansehen, dass sein Versuch, die bevorstehende Entwicklung aufzuhalten, ins Leere läuft.
Gerade das macht den Anschlag für die Geschichte der Serie so bitter: Das Publikum weiß längst, was Gereon noch verhindern möchte – und zugleich, dass es nicht verhindert werden kann.
Gereon und Charlotte: Gibt es am Ende ein Happy End?
Nein.
Die Serie entscheidet sich bewusst gegen ein versöhnliches gemeinsames Ende von Gereon Rath und Charlotte Ritter.
Charlotte lehnt den geplanten politischen Mord ab. Sie ist selbst entschlossen, sich der neuen Ordnung entgegenzustellen, zieht aber an diesem Punkt eine Grenze. Aus dem politischen Konflikt wird damit endgültig auch ein persönlicher.
Gereon und Charlotte haben sich über fünf Staffeln immer wieder angenähert und voneinander entfernt. Dieses Mal führt die Trennung jedoch nicht zur nächsten Wendung ihrer Beziehung.
Es ist ihr Abschied.
Gereon bleibt in Berlin zurück. Am Ende schreibt er Charlotte einen Brief und blickt auf ihre gemeinsame Zeit zurück.
Charlotte entscheidet sich dagegen fürs Gehen.
Wohin geht Charlotte Ritter?
Charlotte verlässt Berlin gemeinsam mit Reinhold Gräf. Ihr Weg führt zu Fuß in Richtung Schweiz.
Das ist kein klassischer Neuanfang. Charlotte verliert innerhalb kürzester Zeit beinahe alles, was ihr bisheriges Leben ausgemacht hat:
- ihre Arbeit innerhalb der Berliner Polizei,
- ihre berufliche Zukunft in der Stadt,
- ihr gewohntes Umfeld,
- und schließlich auch die gemeinsame Zukunft mit Gereon.
Trotzdem gehört sie zu den Figuren, für die das Finale zumindest eine Möglichkeit offenlässt: Charlotte lebt und versucht, Deutschland rechtzeitig zu verlassen.
Das passt zu einem zentralen Motiv der letzten Staffel. Widerstand findet nicht mehr unter den Bedingungen der Weimarer Republik statt. Für viele Figuren geht es plötzlich schlicht ums Überleben.
Stirbt Alfred Nyssen in Staffel 5?

Alfred Nyssens letzte Szene gehört zu den konsequentesten Abschlüssen der Serie.
Nyssen hat über Jahre mit Geld, Einfluss und Größenwahn an politischen Entwicklungen mitgewirkt, deren Folgen er nicht kontrollieren kann. Auf Schloss Lieberberg scheint er seinem Ziel so nahe wie nie zuvor: Hitler und Vertreter aus Politik und Wirtschaft befinden sich in seinem Umfeld.
Dann kommt die Nachricht vom Reichstagsbrand.
Hitler fährt ab. Der Anschlag verliert sein eigentliches Ziel.
Nyssen entdeckt den Zünder beziehungsweise erkennt die unmittelbare Gefahr – flieht aber nicht. Kurz darauf detoniert die Bombe.
Die Serie zeigt keinen langen, ausdrücklich erklärten Tod Nyssens. Die Inszenierung lässt jedoch kaum einen anderen Schluss zu: Alfred Nyssen bleibt im Schloss zurück, als die Explosion erfolgt.
Auch eine ausführliche Zusammenfassung des Finales bei TV Movie interpretiert die Szene entsprechend.
Was passiert mit Katelbach und Elisabeth Behnke?
Für Samuel Katelbach gibt es kein Entkommen.
Der Journalist hat über mehrere Staffeln vor der Radikalisierung Deutschlands gewarnt und versucht auch jetzt noch, gegen die Nationalsozialisten vorzugehen. Gemeinsam mit Heymann gerät er jedoch in die Gewalt der SA.
Beim Abtransport versuchen beide zu fliehen.
Katelbach wird dabei getötet.
Sein Tod verändert auch Elisabeth Behnkes Geschichte. Für sie ist endgültig klar, dass Berlin kein sicherer Ort mehr ist. Auch sie verlässt die Stadt, wobei die Serie ihre weitere Zukunft offenlässt.
Warum der Reichstagsbrand für das Ende so wichtig ist
Der Reichstagsbrand ist im Finale weit mehr als historische Kulisse.
Er markiert den Moment, in dem die Geschichten der Figuren endgültig von der realen Geschichte überrollt werden.
Der Reichstag brannte am 27. Februar 1933. Der niederländische Arbeiter Marinus van der Lubbe wurde im Gebäude festgenommen. Bereits am folgenden Tag wurde die sogenannte Reichstagsbrandverordnung erlassen.
Sie setzte zentrale Grundrechte außer Kraft und ermöglichte eine massive Verfolgung politischer Gegner. Die Bundeszentrale für politische Bildung bezeichnet den Brand und die darauf folgenden Maßnahmen deshalb als entscheidende Schritte auf dem Weg in die nationalsozialistische Diktatur.
Die Serie verbindet dieses reale Ereignis mit ihrer eigenen Handlung.
Dabei muss man allerdings zwischen Geschichte und Fiktion unterscheiden.
Was am Reichstagsbrand in „Babylon Berlin“ Fiktion ist
„Babylon Berlin“ zeigt van der Lubbe nicht einfach isoliert als Brandstifter. Die Handlung legt zusätzliche Beteiligte und eine politische Instrumentalisierung nahe.
Historisch ist die Frage nach den genauen Umständen des Reichstagsbrands bis heute Gegenstand von Diskussionen. Gesichert ist, dass van der Lubbe im brennenden Gebäude festgenommen wurde. Nicht seriös wäre dagegen, die konkrete Version der Serie als historisch bewiesenen Ablauf darzustellen.
Das Finale erzählt also keine Dokumentation des 27. Februar 1933. Es setzt seine erfundenen Figuren in einen realen historischen Wendepunkt.
Genau dadurch funktioniert das Ende so gut: Die Zuschauer kennen die Konsequenzen des Reichstagsbrands. Gereon, Charlotte und die anderen können dagegen nur erahnen, was am nächsten Morgen beginnen wird.
Was bedeutet der Zeitsprung am Ende?
Nach den letzten Entscheidungen der Figuren bleibt „Babylon Berlin“ nicht einfach im Februar 1933 stehen.
Die Schlussbilder führen weiter.
Das Berlin des Nachtlebens, der Tanzsäle, politischen Straßenschlachten und großen gesellschaftlichen Gegensätze, das die Serie seit Staffel 1 begleitet hat, wird mit Bildern eines zerstörten Berlins konfrontiert.
Damit beantwortet die Serie indirekt eine Frage, die ihre Figuren nicht beantworten können: Wohin führt das alles?
Das Publikum kennt die Antwort.
Nationalsozialistische Diktatur, Krieg und Zerstörung liegen aus Sicht der Figuren noch in der Zukunft. Für die Zuschauer gehören sie zur Geschichte.
Der eigentliche Abschied gilt deshalb nicht nur Gereon und Charlotte. Er gilt dem Berlin, in dem ihre Geschichte überhaupt möglich war.
Die Rückkehr von „Zu Asche, zu Staub“, einem der musikalischen Motive, die besonders stark mit den frühen Jahren der Serie verbunden sind, verstärkt diesen Kreis zurück zum Anfang.
Warum Gereon am Ende in Berlin bleibt
Charlotte geht. Gereon bleibt.
Eine ausführliche Erklärung liefert die Serie dafür nicht – und genau das ist sinnvoll.
Gereon hat fast alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Der Anschlag ist gescheitert, sein Verhältnis zu Charlotte zerbrochen und die politische Ordnung, innerhalb derer er einmal als Polizist arbeiten konnte, existiert praktisch nicht mehr.
Sein Abschiedsbrief an Charlotte wirkt deshalb nicht nur wie das Ende einer Liebesgeschichte.
Er ist auch die Einsicht, dass eine bestimmte Version seines eigenen Lebens vorbei ist.
Wird es Babylon Berlin Staffel 6 geben?
Nach dem aktuellen Stand: nein.
Die ARD hat Staffel 5 ausdrücklich als finale Staffel angekündigt. In der offiziellen Mitteilung zum Serienabschluss heißt es, dass nach zehn Jahren und fünf Staffeln die letzte Geschichte erzählt wird. Die entsprechende Ankündigung ist bei ARD.de nachzulesen.
Staffel 5 ist damit nicht bloß das Ende eines aktuellen Handlungsbogens, sondern als Abschluss der gesamten Serie konzipiert.
Eine sechste Staffel wurde nicht angekündigt.
Wo kann man das Finale von Babylon Berlin sehen?
Alle acht Folgen der fünften Staffel wurden bereits am 10. September 2026 in der ARD Mediathek veröffentlicht.
Im linearen Fernsehen zeigte Das Erste die letzten vier Episoden am 25. September. Folge 8 begann wegen der späten Ausstrahlung erst um 00:25 Uhr am 26. September 2026.
Die finale Episode ist laut ARD aktuell noch bis 10. September 2027 in der Mediathek verfügbar.
Das Ende von Babylon Berlin ist konsequent – gerade weil es kein Happy End gibt
Ein gemeinsames Leben von Gereon und Charlotte hätte emotional funktioniert. Für diese Geschichte wäre es aber wahrscheinlich das falsche Ende gewesen.
„Babylon Berlin“ hat seine Figuren von Anfang an eng an die politischen Veränderungen der Weimarer Republik gebunden. Im Februar 1933 kann die Serie deshalb nicht einfach die Liebesgeschichte abschließen und den historischen Hintergrund ausblenden.
Charlotte flieht. Gereon bleibt zurück. Katelbach stirbt. Nyssen wird von jener Katastrophe eingeholt, die eigentlich Hitler treffen sollte.
Und über allem steht der brennende Reichstag.
Nach fünf Staffeln endet „Babylon Berlin“ nicht mit der Lösung eines letzten Falls. Es endet in dem Moment, in dem für seine Figuren eine völlig andere Welt beginnt.
Babylon Berlin Staffel 5 – häufige Fragen zum Finale
Stirbt Gereon Rath am Ende?
Nein. Gereon überlebt den Anschlag und bleibt am Ende in Berlin. Seine gemeinsame Zukunft mit Charlotte ist jedoch beendet.
Kommen Gereon und Charlotte zusammen?
Nein. Im Finale trennen sich ihre Wege endgültig. Charlotte verlässt Deutschland, während Gereon in Berlin zurückbleibt.
Stirbt Alfred Nyssen?
Sein Tod wird stark impliziert. Nyssen bleibt auf Schloss Lieberberg zurück, obwohl er die Gefahr erkennt. Anschließend detoniert die Bombe.
Wohin flieht Charlotte?
Charlotte verlässt Deutschland gemeinsam mit Reinhold Gräf und macht sich in Richtung Schweiz auf den Weg.
Gibt es eine 6. Staffel von Babylon Berlin?
Nein. Staffel 5 wurde von der ARD ausdrücklich als finale Staffel der Serie angekündigt. Eine sechste Staffel ist nicht vorgesehen.
Auch abseits der Serienwelt gibt es Neuigkeiten, denn Mike Singer und Nadja Osmanovic erwarten ihr erstes Baby.
