Berat Kandili ist eine besondere Nacht in der Mitte des Monats Schaʿbān, die viele Musliminnen und Muslime dem Gebet, der Reue und dem Gedenken an Allah widmen, berichtet timestuff.de unter Berufung auf gzt.com. Sie gilt als Gelegenheit, das Herz neu auszurichten und mit reineren Absichten in den nächsten Abschnitt des Jahres zu gehen.
Warum die Nacht von Berat als so bedeutsam gilt
Berat Kandili fällt auf die fünfzehnte Nacht des Monats Schaʿbān und wird als Zeitpunkt verstanden, an dem Menschen sich mit der Bitte um Vergebung und Barmherzigkeit an den Allerhöchsten wenden. In der Tradition ist diese Nacht mit der Vorstellung verbunden, dass in ihr Schicksale festgelegt werden und sich die Barmherzigkeit über die Erde ausbreitet, weshalb viele keine Stunde ungenutzt lassen möchten. Sie wird auch als die Nacht bezeichnet, in der der Koran-i Kerim „vom Lawh-i Mahfuz zum Himmel der Welt“ in vollständiger Form herabgesandt wurde, wodurch Koranrezitation und spirituelle Praxis in den Mittelpunkt rücken.
Wie man diese Nacht bewusst verbringt – ohne Hast und Formalismus
Der Kern dieser Nacht liegt nicht im mechanischen Wiederholen von Formeln, sondern in aufrichtiger Reue und einem lebendigen Gespräch mit Gott. Gläubige bitten Allah darum, Fehler zu vergeben, den Glauben zu stärken und inneren Frieden zu schenken, während Dhikr hilft, das Herz gesammelt und aufmerksam zu halten. In der Quelle wird betont, dass der Prophet (s. a. w.) empfahl, die fünfzehnte Nacht des Schaʿbān der عبادت (Anbetung) zu widmen und am Tag zu fasten, weshalb viele die nächtlichen Praktiken mit der Absicht verbinden, am folgenden Tag zu fasten.
Welche Dhikr-Formeln in der Berat Kandili am häufigsten rezitiert werden

Zu den am häufigsten genannten Formeln dieser Nacht zählt „Estağfirullah el-azîm“, ebenso wie Tasbih-Formeln und Worte des Lobpreises: „Sübhanallahi ve bihamdihi“, „Sübhanallahi’l-azîm“, „Elhamdülillah“ und „Allahu ekber“. Viele wählen sie, weil sie leicht zu merken sind, die Aufmerksamkeit tragen und an das Wesentliche erinnern: Reinigung, Dankbarkeit und das Anerkennen der Größe Allahs. Genau deshalb taucht die Frage „Welche Dhikr in der Berat Kandili soll man rezitieren?“ jedes Jahr wieder auf – viele wünschen sich einen klaren Orientierungspunkt, um die Nacht sinnvoll zu füllen.
Istighfār als erster Schritt zur inneren Reinigung
Im Text wird Istighfār besonders hervorgehoben, weil diese Nacht als Chance gilt, zur aufrichtigen Reue zurückzukehren. Genannt wird die Formel „Estağfirullâh el-azîm ve etûbü ileyh“, die man mindestens 100-mal wiederholen soll, wenn möglich auch häufiger, dabei jedoch bewusst und konzentriert. Erwähnt wird auch das Beispiel des Propheten (s. a. w.), der sagte, er habe täglich mindestens 70 oder 100-mal Istighfār gesprochen – für viele ist das eine stille, aber starke Motivation, diese Praxis ernsthaft zu pflegen.
Tasbih mit Wiederholungen, die besonders oft gewählt werden

Für viele ist eine klare „Zählstruktur“ hilfreich, damit der Fokus nicht auf dem Rechnen liegt, sondern auf dem Inhalt. In der Quelle werden mehrere verbreitete Varianten für jene genannt, die die Nacht mit Dhikr und Duʿā verbringen, und diese Formeln lassen sich in beliebiger Reihenfolge kombinieren. Unten steht eine Übersicht über Tasbih und Dhikr in der Berat Kandili mit den genannten Wiederholungszahlen – ohne starre Bindung an einen festen Ablauf.
- „Lâ ilâhe illallâh“ (Kelime-i Tevhid): 100, 300 oder 1000-mal, je nach eigenem Tempo und Konzentration.
- „Allahümme salli alâ Muhammed ve alâ âli Muhammed“ (Salavat-ı Şerife): als Beispiel für Salawat mit der Standardempfehlung von 100 Wiederholungen.
- Subhanallah: 100-mal, um die Nacht in ruhigem Rhythmus zu gestalten.
- Elhamdülillah: 100-mal, als Ausdruck von Dankbarkeit und Anerkennung.
- Allahu Ekber: 100-mal, um die Größe Allahs immer wieder ins Bewusstsein zu rufen.
Dhikr mit den Namen Allahs und eine Formel des Vertrauens
Der Text unterstreicht, dass das Gedenken an die Namen Allahs in dieser Nacht als besonders segensreich gilt, weil es um Barmherzigkeit und Vergebung geht. Als Beispiele für Esma-Zikr werden genannt: „Yâ Gafûr“ (çok bağışlayan) – 100-mal, „Yâ Rahîm“ (çok merhamet eden) – 100-mal, „Yâ Kerîm“ (çok ikram eden) – 100-mal, „Yâ Afûv“ (affı seven) – 100-mal. Außerdem wird die Formel „Hasbiyallâhü lâ ilâhe illâ hû“ erwähnt, die man 41 oder 100-mal sprechen kann, wenn man dem Gebet mehr innere Standfestigkeit und Vertrauen geben möchte.
Salawat und kurze Lobpreis-Formeln, die sich leicht durch die Nacht tragen lassen
Ein eigener Abschnitt empfiehlt, häufiger Salawat zu sprechen, weil dies – der Überlieferung nach – geistige Ruhe bringt und die Verbindung zum Propheten (s. a. w.) stärkt. Genannt wird die erweiterte Form: „Allahümme salli alâ Seyyidina Muhammedin ve alâ âli Seyyidina Muhammed“, wofür 100 oder 1000 Wiederholungen vorgeschlagen werden – je nach Zeit und Kraft. Wer kurze, dichte Formeln bevorzugt, findet im Text auch „Subhanallah ve bihamdihi, subhanallahil azîm“, die sich 100 oder 300-mal rezitieren lässt, ohne dass die Nacht zu einem „Zahlenlauf“ wird.
Koranrezitation, Duʿā und persönliche Bitten
Berat Kandili wird oft nicht nur mit Dhikr, sondern auch mit Koranrezitation verbracht, weil die Nacht mit der Herabsendung des Korans in vollständiger Form vom Lawh-i Mahfuz zum Himmel der Welt verknüpft wird. Als Beispiele für Tilavet werden die Suren Yasin, Mülk, Rahman, Tebareke genannt – oder jede Sure, die man auswendig kann; entscheidend ist die aufmerksame Rezitation. Daneben steht die Hacet duası: ein aufrichtiges, freies Bittgebet in eigenen Worten und mit klarer Absicht, in dem Menschen um Gutes, Barakat und Vergebung für Vergangenes bitten, ohne sich hinter Formeln zu verstecken.
