Eine Impfung gegen Gürtelrose könnte mehr leisten als nur vor dem schmerzhaften Ausschlag zu schützen, berichtet timestuff.de unter Berufung auf berliner-zeitung.de. Neue Daten deuten darauf hin, dass die Impfung kognitive Probleme verlangsamen und das Demenzrisiko senken kann – besonders bei Frauen.
Nicht nur Schutz vor Ausschlag: Was Forschende aus Stanford gefunden haben
Die Gürtelrose-Impfung wird meist mit der Vorbeugung eines unangenehmen, oft sehr schmerzhaften Hautausschlags verbunden. Doch ihr möglicher Nutzen scheint darüber hinauszugehen. Ein Team der Stanford University veröffentlichte im Fachjournal Cell eine Studie, die die Impfung mit Veränderungen beim Risiko kognitiver Beeinträchtigungen in Verbindung bringt. Demnach könnte die Impfung das Auftreten von Demenzsymptomen hinauszögern und die Wahrscheinlichkeit kognitiver Störungen reduzieren.
Daten aus Wales: 280.000 Menschen und ein deutlicher Effekt bei Frauen
Die Forschungsgruppe unter der Leitung von Pascal Geldsetzer wertete Daten von mehr als 280.000 Menschen in Wales aus. Besonders auffällig war das Ergebnis bei Frauen: Bei Geimpften sank das Risiko für leichte kognitive Störungen um etwa 25 Prozent. Geldsetzer betonte, in den Daten zeige sich immer wieder ein starkes „Schutzsignal“ in Richtung Demenz – der Effekt wirke damit weniger wie ein Zufall, sondern eher wie ein stabiles Muster.
Warum eine Impfung das Gehirn beeinflussen könnte
Laut Joachim Schultze vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen gibt es zwei plausible Erklärungen für diesen Zusammenhang. Erstens könnte die Impfung die Reaktivierung des Virus verhindern und dadurch Entzündungsprozesse dämpfen, die Nervenzellen schädigen und den kognitiven Abbau beschleunigen können. Zweitens könnte die Impfung das alternde Immunsystem gewissermaßen „trainieren“ und so zu einer präziseren, weniger belastenden Immunantwort beitragen. Beide Mechanismen würden erklären, warum die Gürtelrose-Impfung möglicherweise auch für die kognitive Gesundheit relevant ist.
Für wen die Impfung empfohlen wird – und woher Gürtelrose kommt
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Gürtelrose allen Menschen ab 60 Jahren. Für bestimmte Risikogruppen gilt die Empfehlung bereits ab 18 Jahren. Ausgelöst wird Gürtelrose durch das Varizella-Zoster-Virus: Es verursacht Windpocken und bleibt nach der Infektion lebenslang im Körper. Später kann das Virus erneut aktiv werden – dann entsteht Gürtelrose, häufig begleitet von Entzündungen. Solche Entzündungsreaktionen könnten nach Einschätzung der Forschenden nicht nur die Haut betreffen, sondern auch Folgen für das Gehirn und die kognitive Leistungsfähigkeit haben.
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