Die deutsche Männer-Nationalmannschaft im Eishockey hat bei den Olympischen Spielen in Mailand einen schmerzhaften Rückschlag erlitten, berichtet timestuff.de unter Berufung auf bild.de. Im zweiten Gruppenspiel verlor das Team überraschend mit 3:4 gegen Lettland – und steht nun vor einem echten Endspiel um die K.-o.-Phase.
Niederlage gegen Lettland macht den direkten Viertelfinal-Einzug fast unmöglich
Deutschland unterlag Lettland mit 3:4, obwohl die Auswahl nach dem ersten Drittel mit 2:1 führte. Die Drittelergebnisse (2:1, 0:1, 1:2) zeigen, wie das Spiel Schritt für Schritt kippte und am Ende zur unangenehmen Überraschung für den Favoriten wurde. Weil Deutschland aktuell nur drei Punkte auf dem Konto hat, wirkt die direkte Qualifikation fürs Viertelfinale nun kaum noch erreichbar.
Noch brisanter wird die Lage am Sonntag um 21:10 Uhr: Dann bestreitet Deutschland das letzte Vorrundenspiel gegen die USA, einen der Top-Favoriten auf Gold. Danach dürfte sehr wahrscheinlich ein Qualifikationsspiel um den Einzug ins Viertelfinale folgen. Und dort könnte schon früh ein richtig schwerer Brocken warten – etwa Gegner vom Kaliber Tschechien oder Slowakei.
Starker Beginn – doch dann glitt das Spiel aus den Händen

Wie schon im Sieg gegen Dänemark erwischte Deutschland einen optimalen Start. Bereits in der dritten Minute brachte Lukas Reichel (23) die DEB-Auswahl in Führung, und vieles deutete darauf hin, dass die Partie nach Plan laufen könnte. Doch erneut zeigte sich ein Muster: Nach dem energischen Auftakt ließ Deutschland nach, das Spiel wurde unruhiger und die Kontrolle ging verloren.
Das sprach auch Stanley-Cup-Sieger Nico Sturm (30) offen an. Er zog klare Parallelen zum ersten Gruppenspiel und erklärte, die Mannschaft komme „wie die Feuerwehr“ aus der Kabine, dominiere zunächst und halte es einfach – bis das Momentum plötzlich kippe. Sein kurzes Fazit nach dem Spiel fiel entsprechend aus: „Ein frustrierender Tag.“
Lettland eiskalt in Überzahl – Deutschland bezahlt Fehler sofort
Lettland nutzte seine Möglichkeiten ohne Zögern, vor allem bei numerischer Überlegenheit. Zum ersten Mal im Turnier saß bei Deutschland ein Spieler auf der Strafbank – Jonas Müller (30) von den Eisbären Berlin – und genau in dieser Phase schlug Dans Locmelis (22) zu: In Überzahl erzielte er in der 16. Minute das 1:1. Nur eine Minute später ging Deutschland dennoch wieder in Führung, weil Lukas Kälble (28) von Adler Mannheim nach einem groben Abwehrfehler der Letten zum 2:1 traf (17.).
In der Folge fehlte Deutschland in der Offensive jedoch die letzte Konsequenz. Lettland blieb geduldig, verteidigte diszipliniert und setzte weiterhin auf klare, effiziente Abschlüsse. Wieder war es Locmelis, der zuschlug: In der 29. Minute stellte er erneut in Überzahl auf 2:2 – diesmal hatten die Letten sogar zwei Spieler mehr auf dem Eis, und Deutschland zahlte dafür einen hohen Preis.
Draisaitl ohne Treffer – die NHL-Reihe kam zu spät
Für Leon Draisaitl (30) von den Edmonton Oilers war es ein Spiel mit bitterem Beigeschmack. Der deutsche Superstar ließ drei gute Einschussmöglichkeiten liegen, und auch von anderen deutschen NHL-Angreifern kam über weite Strecken zu wenig Durchschlagskraft. Draisaitl selbst bilanzierte, man habe genügend Chancen gehabt, um weitere Tore zu erzielen – und gerade im Powerplay hätte mindestens „ein oder zwei Treffer“ fallen müssen.
JJ Peterka (24) formulierte es noch direkter: Die Chancenverwertung müsse besser werden, und die Überzahl sei nicht stark genug gewesen. Im dritten Drittel spielte Deutschland phasenweise fast nur in der Zone der Letten, bekam aber zwei Gegentreffer eingeschenkt. Auf der Tribüne verfolgte auch Ex-IOC-Präsident Thomas Bach (72) die Partie – und sah, wie Deutschland trotz vieler Möglichkeiten immer wieder am Abschluss scheiterte.
2:4 vor der Schlussphase – Stützles spätes Tor reicht nicht mehr

Im entscheidenden Abschnitt zog Lettland davon. Eduards Tralmaks (49.) und Renars Krastenbergs (52.) trafen für die Außenseiter – plötzlich stand es 2:4. Bundestrainer Harold Kreis (67) hatte da bereits eine echte NHL-Sturmreihe gebildet: Peterka, Draisaitl und Tim Stützle (24). Das Trio sorgte für Druck und Tempo, doch am Ende sprang nur ein Treffer heraus.
Stützle traf zwei Minuten vor Schluss, doch das 3:4 war nur noch Ergebniskosmetik. Für eine Wende blieb praktisch keine Zeit mehr. Kreis erklärte danach, manchmal gehe die Scheibe eben nicht rein – mal sei ein Schläger dazwischen, mal ein Lette, mal der Torhüter. Draisaitl brachte es ebenfalls nüchtern auf den Punkt: Die Mannschaft habe es versucht, aber an diesem Tag sollte es nicht sein.
Gegen die USA wird im Tor rotiert
Viel Zeit zum Grübeln bleibt der DEB-Auswahl nicht: Bis zur nächsten Partie sind es nur rund 30 Stunden. Nico Sturm sah darin sogar einen kleinen Vorteil, weil die Enttäuschung nicht lange nachwirken könne. Kreis betonte, dass Deutschland gegen die USA – ein Team mit 25 NHL-Spielern – Geduld brauche, aber nicht alles über Bord werfen werde.
Eine Veränderung ist dennoch fest eingeplant, und sie betrifft die Schlüsselposition im Tor. Philipp Grubauer (34) von den Seattle Kraken, der in den ersten beiden Spielen viel beschäftigt war, soll eine Pause bekommen. Nach Aussage des Bundestrainers wird mit großer Wahrscheinlichkeit Maximilian Franzreb (29) von Adler Mannheim zwischen die Pfosten rücken.
Während Deutschland im Eishockey bei Olympia 2026 um den Einzug ins Viertelfinale kämpft, sorgt Josie Baff im Snowboardcross in Livigno mit einem historischen Auftritt für Schlagzeilen.
