Der erneute Rückgang der DSDS-Quoten bei RTL wirkt inzwischen kaum noch wie ein Ausreißer, berichtet timestuff.de unter Berufung auf focus.de. Während Dieter Bohlen, Isi Glück und Bushido weiter nach dem nächsten Superstar suchen, hat ausgerechnet die Konkurrenz von VOX einen Teil der Aufmerksamkeit auf sich gezogen und den Druck auf den Kölner Sender zusätzlich erhöht.
DSDS rutscht bei den Quoten erneut ab
Die Ausgabe von „Deutschland sucht den Superstar“ am 14. April kam in der Primetime bei RTL auf 1,58 Millionen Zuschauer. Das berichtet das Branchenportal dwdl.de. Für die Castingshow ist das kein Achtungserfolg, sondern eher die Bestätigung eines schwachen Trends, denn damit bewegte sich das Format nur auf dem Niveau der Samstagsausgabe. Im Vergleich zur Dienstagsfolge der Vorwoche verlor RTL damit noch einmal rund 200.000 Zuschauer.
Für ein Format, das über viele Jahre zu den größten TV-Erfolgen in Deutschland gehörte, ist das ein deutliches Warnsignal. Selbst die Rückkehr bekannter Gesichter in der Jury hat offenbar nicht den Effekt gebracht, auf den viele beim Sender gesetzt hatten. In einem härter umkämpften Fernsehmarkt wird es für DSDS immer schwieriger, das Publikum dauerhaft an sich zu binden.
Bei den Jüngeren fällt die Show erstmals unter eine wichtige Marke
Besonders bitter für RTL ist der Blick auf die werberelevante Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. Dort schalteten nur 350.000 Zuschauer ein, was einem Marktanteil von 9,6 Prozent entspricht. Damit rutschte DSDS in diesem Jahr erstmals in den einstelligen Bereich, und genau das ist für ein großes Unterhaltungsshowsignal alles andere als harmlos.
In der erweiterten Zielgruppe der 14- bis 59-Jährigen sieht das Bild nur geringfügig besser aus. Hier erreichte die Sendung 710.000 Zuschauer, der Marktanteil lag bei 9,5 Prozent. Ein kleiner Trost für RTL bleibt, dass DSDS in dieser Altersgruppe noch vor „TV Total“ auf ProSieben lag, wo die Show von Sebastian Pufpaff auf 8,9 Prozent kam.
„Sing meinen Song“ nutzt die Chance und legt stark vor
Zeitgleich setzte VOX auf den Start der neuen Staffel von „Sing meinen Song“ – und dieser Schritt zahlte sich deutlich mehr aus. Der Staffelauftakt, zu dessen Teilnehmern auch Giovanni Zarrella gehört, lockte am Dienstagabend 1,18 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme. Für das Format ist das der beste Wert seit zwei Jahren und für VOX ein sehr kräftiger Start in die neue Musikshow-Saison.
In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen holte „Sing meinen Song“ 470.000 Zuschauer und damit einen Marktanteil von 13 Prozent. Das ist ein Wert, mit dem man nicht nur mithalten, sondern echte Konkurrenz im Sendeplatz aufbauen kann. Auch bei den 14- bis 59-Jährigen lief es stark: 780.000 Zuschauer und 10,7 Prozent Marktanteil standen hier 700.000 Zuschauern und 8,9 Prozent für „TV Total“ gegenüber.
Der Tagessieg ging trotzdem an die Öffentlich-Rechtlichen
Trotz des Konkurrenzkampfs zwischen RTL, VOX und ProSieben kam der eigentliche Gewinner des Abends aus dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Die achte Folge von „Die Notärztin“ in der ARD erreichte insgesamt 2,9 Millionen Zuschauer und sicherte sich damit einen Marktanteil von 13,3 Prozent. Vor diesem Hintergrund wirken die Probleme von DSDS noch deutlicher, denn die Show verliert nicht nur gegen direkte Unterhaltungskonkurrenz an Profil, sondern bleibt auch weit hinter dem Tagesprimus zurück.
Sollte sich dieser Trend in den kommenden Ausgaben fortsetzen, wäre das für RTL mehr als nur ein vorübergehender Dämpfer. Dann würde sich die Schwächephase von DSDS zunehmend zu einer ernsthaften Krise für eines der bekanntesten Talentformate im deutschen Fernsehen entwickeln. Während „Sing meinen Song“ einen Teil des musikaffinen Publikums erfolgreich an sich bindet, droht DSDS in der Primetime weiter an Bedeutung zu verlieren.
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