Seit dem Morgen des 28. Februar 2026 erlebt der Nahe Osten eine neue Eskalationswelle. In Teheran und mehreren iranischen Städten wurden Explosionen gemeldet, später sprach der Iran von Raketenangriffen als Reaktion, berichtet timestuff.de unter Berufung auf tagesschau.de. Israel und die USA bestätigten öffentlich eine Militäroperation gegen den Iran und begründeten sie mit „präventiven“ Zielen.
Wie der Angriff auf den Iran begann und was Israel erklärte
Die ersten Meldungen über einen Angriff auf den Iran tauchten gegen 7:15 Uhr in den Nachrichtentickern auf. Israels Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, die Armee habe einen „präventiven Schlag“ gegen den Iran ausgeführt, um Bedrohungen zu beseitigen. Gleichzeitig gab das israelische Militär eine landesweite Warnung an die Bevölkerung heraus, und Warn-Apps verschickten in kurzer Zeit massenhaft Alarmmeldungen.
Noch am selben Tag verteidigte Israels Premierminister Benjamin Netanjahu die Operation öffentlich und nannte sie eine Maßnahme zum Schutz des Landes. Aus seiner Sicht sollte damit eine Gefahr gestoppt werden, bevor sie irreversibel wird. Vor diesem Hintergrund war in israelischen Quellen außerdem von gezielten Schlägen gegen Irans militärische Infrastruktur und Einrichtungen die Rede, die mit Raketenprogrammen in Verbindung stehen.
Die Rolle der USA: Was Donald Trump sagte und wie er die Ziele begründete
Wenig später schaltete sich US-Präsident Donald Trump ein und erklärte, die amerikanischen Streitkräfte hätten eine „große Kampfeinsatzphase“ im Iran begonnen. In einer Videobotschaft, die in sozialen Netzwerken veröffentlicht wurde, beschrieb er das Ziel als Schutz der US-Bevölkerung durch die „Beseitigung der unmittelbaren Bedrohung durch das iranische Regime“. Trump warf dem Iran zudem vor, weitreichende Raketen zu entwickeln, die nach seiner Darstellung ein Risiko für die USA und andere Staaten darstellen.
Der US-Präsident sagte, die Angriffe richteten sich gegen Raketen und die Raketenindustrie sowie gegen den iranischen Flottenbereich, der „ausgelöscht“ werden solle. Gleichzeitig räumte Trump ein, dass bei iranischen Gegenangriffen auch amerikanische Opfer möglich seien, und verwies darauf, dass Kriege häufig Verluste mit sich bringen. Diese Worte klangen wie eine Warnung – und zugleich wie ein Hinweis darauf, dass Washington sich auf eine längere Konfrontation einstellt.
Explosionen in Teheran und anderen Städten: Was bisher zu den Folgen bekannt ist

Welche Ziele genau getroffen wurden, lässt sich derzeit noch nicht vollständig überblicken. Augenzeugen berichteten von einer Serie von Explosionen im Zentrum Teherans, Journalistinnen und Journalisten sprachen von mindestens zwei großen Rauchsäulen über der Hauptstadt. Auch iranische Staatsmedien meldeten Explosionen in weiteren Stadtteilen, während sich in sozialen Netzwerken Bilder von Rauch und langen, angespannten Schlangen an Tankstellen verbreiteten.
In der Stadt kam es nach Berichten von Beobachtern zu spürbarer Unruhe, viele Menschen versuchten, Teheran zu verlassen, was Staus und hektische Szenen auslöste. Die Warteschlangen an den Zapfsäulen wirkten wie eine typische Reaktion auf die Angst vor Treibstoffknappheit und möglichen Problemen in der Versorgung. Für eine Metropole wie Teheran wird so etwas schnell zu einem zusätzlichen Stabilitätsrisiko, weil sich Alltag und Logistik binnen Stunden verändern können.
Neben der Hauptstadt wurden Explosionen auch aus Ghom, Lorestan, Kermanschah, Karadsch und Tabris gemeldet. Diese geografische Streuung deutet darauf hin, dass die Schläge breiter angelegt gewesen sein könnten als ein einzelner „punktueller“ Angriff. Dadurch entsteht der Eindruck einer Operation, die verschiedene Knotenpunkte militärischer und möglicherweise kritischer Infrastruktur betrifft.
Wen und was getroffen worden sein könnte: Versionen der Beteiligten und Aussagen aus dem Iran

Das israelische Militär erklärte, in Teheran seien mutmaßlich Vertreter der iranischen Führung ins Visier genommen worden. Nach dieser Darstellung seien mehrere Orte in der Hauptstadt gleichzeitig angegriffen worden, an denen sich „hochrangige Vertreter der politischen und sicherheitspolitischen Führung Irans“ versammelt hätten. Außerdem hieß es, die Vorbereitung habe Monate gedauert – das wirkt wie der Hinweis auf einen vorab kalkulierten Plan und nicht auf eine spontane Reaktion.
Ein iranischer Regierungsvertreter bestätigte in einem Kommentar gegenüber Reuters Angriffe auf mehrere Ministerien im Zentrum Teherans. Der iranische Außenminister räumte Verluste ein und sagte, das Land habe „möglicherweise einige Kommandeure verloren“, spielte die Bedeutung aber herunter. Eine solche Wortwahl kann darauf zielen, die Kontrolle über die Informationslage zu behalten und eine breitere Panik im Inneren zu verhindern.
Gleichzeitig erklärte Teheran, zentrale Staatsvertreter seien am Leben. Nach iranischer Darstellung blieben Präsident Massud Peseschkian, Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf und der Generalsekretär des Sicherheitsrats, Ali Laridschani, unverletzt. Auch Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi lebe, was der Iran als Zeichen dafür präsentiert, dass die Lage weiterhin „unter Kontrolle“ sei.
Unklar bleibt der Aufenthaltsort des obersten Führers, Ajatollah Ali Chamenei. Seine genaue Position wird nicht genannt, und in den vergangenen Wochen trat er wegen der wachsenden militärischen Spannungen nur selten öffentlich auf. Allein diese Ungewissheit schafft Raum für Spekulationen und unterschiedliche Deutungen – sowohl innerhalb des Irans als auch international.
Umfang der Angriffe, Berichte über eine Schule in Minab und Cyberattacken
Nach israelischen Angaben standen „Hunderte iranische Militärziele“ unter Beschuss, darunter Abschussvorrichtungen im Westen des Irans. Israels öffentlich-rechtlicher Rundfunk sprach außerdem von Angriffen auf Einrichtungen, die mit ballistischen Raketen in Verbindung stehen. Die USA teilten ihrerseits mit, dass ihre Angriffe auf den Iran aus der Luft und von See aus erfolgt seien, was auf eine kombinierte Operationsführung hinweist.
Iranische Medien berichteten zudem von einem Angriff auf eine Mädchenschule in der Stadt Minab (Provinz Hormusgan), bei dem Dutzende Menschen getötet oder verletzt worden sein sollen. Eine unabhängige Bestätigung gibt es bislang nicht, und die Lage wird zusätzlich dadurch kompliziert, dass sich in derselben Stadt ein Stützpunkt der iranischen Revolutionsgarde befindet. Auf Nachfrage von AP gaben das israelische Militär und das Weiße Haus zu diesem Punkt zunächst keinen Kommentar ab.
Zusätzlich meldete die staatliche Nachrichtenagentur Fars massive Cyberangriffe auf das Land. Demnach seien mehrere inländische Nachrichtenagenturen und zentrale Plattformen von erheblichen Störungen betroffen gewesen. Genannt wurden unter anderem die Websites von Irna und Isna, und Fars gilt als mediennah zur Revolutionsgarde – was das Thema Cyberangriffe politisch noch sensibler macht.
Irans Reaktion: Raketenangriffe, Luftalarm und Angriffe auf US-Stützpunkte

Etwa zwei Stunden nach den ersten Hinweisen auf den Angriff auf den Iran war in Israel von iranischen Raketenangriffen als Gegenreaktion die Rede. Die israelischen Behörden lösten Luftalarm aus, Bewohnerinnen und Bewohner im Norden des Landes berichteten von Explosionen. Damit wurde deutlich, dass sich der Konflikt von der Phase „Schlag und Antwort“ in eine schnelle Eskalationsdynamik bewegt.
Der Iran hatte in den Tagen zuvor mit Vergeltung gedroht, falls es zu einem Angriff komme. Der Chef der Sicherheitskommission, Ebrahim Azizi, sagte am Morgen: „Wir haben euch gewarnt. Nun habt ihr einen Weg eingeschlagen, dessen Ausgang nicht mehr in eurer Hand liegt.“ Diese Rhetorik wirkt wie ein Signal an die Außenwelt – und zugleich wie eine Botschaft nach innen, dass Teheran bereit ist, die Einsatzschwelle weiter anzuheben.
Neben Angriffen auf Israel erklärte der Iran, er habe vier US-Militärstützpunkte in der Region attackiert: den Stützpunkt Al-Udeid in Katar, Al-Salem in Kuwait, den Luftwaffenstützpunkt Al-Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie die US-Flotte in Bahrain. Katars Verteidigungsministerium teilte mit, man habe eine Reihe von Angriffen auf das eigene Territorium erfolgreich abgewehrt. Die staatliche Nachrichtenagentur in Bahrain bestätigte wiederum einen Angriff auf ein Versorgungszentrum der US-Marine – ein Hinweis darauf, dass der Konflikt bereits über eine einzelne Frontlinie hinausgreift.
Gesperrter Luftraum und Probleme im Flugverkehr: Der aktuelle Stand
Iran, Irak und Israel schlossen ihren Luftraum für zivile Flüge. In einer Region, in der Luftkorridore häufig als Transitachsen zwischen Europa und Asien dienen, kann das eine Kettenreaktion auslösen – mit Umleitungen, Verzögerungen und steigenden Kosten. Für Airlines bedeutet das oft längere Strecken, kompliziertere Umlaufpläne und ein höheres Risiko großflächiger Flugausfälle.
Lufthansa kündigte an, Flüge zu mehreren Zielen im Nahen Osten zu streichen. Nach Angaben eines Sprechers ist der Flugverkehr von und nach Dubai am Samstag und Sonntag unterbrochen, und die Verbindungen von und nach Tel Aviv, Beirut sowie Oman bleiben bis zum 7. März gestrichen. Für Passagiere führt das nicht nur zu geplatzten Reisen, sondern auch zu einem typischen „Dominoeffekt“ aus Umbuchungen, Anschlussproblemen und Rückerstattungen.
Geht es um einen Regimewechsel im Iran
In den Aussagen Israels und der USA schwingt die Möglichkeit mit, dass die Ziele über rein militärische Objekte hinausgehen könnten. Donald Trump wandte sich an die iranische Bevölkerung mit den Worten: „Die Stunde eurer Freiheit ist gekommen“, und forderte Revolutionsgarde, Streitkräfte und Polizei auf, die Waffen niederzulegen. Er stellte vollständige Immunität in Aussicht, drohte andernfalls jedoch mit „sicherem Tod“ – das klingt eher nach Ultimatum als nach klassischer Diplomatie.
Benjamin Netanjahu sagte seinerseits, die Angriffe sollten dem iranischen Volk die Chance geben, „sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen“. Ob damit politischer Druck, ein Machtkampf in den Eliten oder ein Szenario eines Führungswechsels gemeint ist, bleibt offen. Allein die Art der Formulierung macht klar, dass diese Eskalation nicht nur eine militärische Operation ist, sondern auch ein potenzieller Wendepunkt für die gesamte Region.
Stand 28.02.2026 (15:50) bleibt die Lage hochdynamisch, neue Bestätigungen kommen in Wellen. Schon jetzt zeigt sich, dass der Angriff auf den Iran und Teherans Reaktion eine Kette von Folgen auslösen – von Raketenangriffen über Einschränkungen im Flugverkehr bis hin zu Cyberattacken. Die zentrale Frage lautet daher nicht nur, was geschehen ist, sondern wie weit diese Eskalation noch reicht und wer in den nächsten Schritten hineingezogen wird.
Wer sehen will, wie sich Verzögerungen und offene Termine nicht nur in der Politik, sondern auch bei Bauprojekten auswirken, findet das im Artikel zu Stuttgart 21 kompakt erklärt.
