Am Samstag, 10. Oktober, wird das Jugendwort des Jahres 2026 bekannt gegeben. Das Nachrichtenportal timestuff.de blickt auf eine Entscheidung mit einer unerwarteten Änderung: Statt einer Verkündung auf der Bühne der Frankfurter Buchmesse soll der Gewinner diesmal online präsentiert werden. Zur Wahl standen zuletzt drei Begriffe – „Crashout“, „Ragebait“ und „Peak“. Ausgerechnet eines der bekanntesten Internet-Memes des Jahres hat es nicht ins Finale geschafft.
Die Abstimmung ist längst abgeschlossen, die Stimmen sind ausgezählt. Welcher Ausdruck gewonnen hat, bleibt bis zum Samstag geheim. Für Gesprächsstoff sorgt aber schon jetzt die Entscheidung des Verlags PONS Langenscheidt, auf die bisher übliche Veranstaltung bei der Frankfurter Buchmesse zu verzichten.
Jugendwort 2026: Wann und wo wird der Gewinner bekannt gegeben?
Der Termin steht fest: Samstag, 10. Oktober 2026. Anders als ursprünglich angekündigt erfolgt die Bekanntgabe jedoch nicht bei einer Bühnenveranstaltung auf der Frankfurter Buchmesse.
Wie t-online am 9. Oktober unter Berufung auf eine Verlagssprecherin berichtet, wird Langenscheidt das Siegerwort stattdessen im Internet veröffentlichen. Hintergrund sei der organisatorische Aufwand, der in der Marketingabteilung zahlreiche Ressourcen beanspruche.
Für alle, die das Ergebnis erfahren möchten, sind folgende Informationen wichtig:
- Datum: Samstag, 10. Oktober 2026.
- Ort: Online statt einer Veranstaltung auf der Buchmesse.
- Offizielle Veröffentlichung: Auf der Jugendwort-Seite von Langenscheidt und den Social-Media-Kanälen des Verlags.
- Uhrzeit: Eine genaue Veröffentlichungszeit ist auf der offiziellen Internetseite bislang nicht angegeben.
- Abstimmung: Beendet seit dem 28. September 2026. Nachträgliche Stimmen sind nicht mehr möglich.
Der Gewinner steht hinter den Kulissen bereits fest. Offen ist nur noch, welcher der drei Begriffe am Samstag offiziell den Titel erhält.
Crashout, Ragebait oder Peak: Was bedeuten die drei Finalisten?
Alle drei Wörter stammen aus dem Englischen, werden im deutschen Sprachgebrauch aber teilweise anders und vor allem wesentlich lockerer verwendet. Sie begegnen einem in Chats, unter TikTok-Videos, beim Gaming oder in Gesprächen auf dem Schulhof.
Crashout: Wenn jemand völlig die Fassung verliert
Ein verlorenes Computerspiel, eine ärgerliche Nachricht oder eine Kleinigkeit, die das Fass zum Überlaufen bringt: Genau für solche Situationen wird „Crashout“ verwendet.
Gemeint ist ein emotionaler Ausbruch, bei dem jemand die Kontrolle verliert, ausrastet oder zumindest kurz davorsteht. Häufig ist das allerdings nicht wörtlich gemeint. Der Ausdruck wird auch ironisch benutzt, wenn jemand seine eigene Reaktion bewusst übertreibt.
Ein Beispiel aus dem Alltag: Nach einer Stunde Arbeit stürzt ein Programm ab und sämtliche Änderungen sind verschwunden. Die Reaktion könnte lauten:
„Wenn die Datei jetzt wirklich weg ist, bekomme ich einen Crashout.“
Entscheidend ist der Kontext. Wer von einem Crashout spricht, muss nicht tatsächlich wütend werden. Manchmal ist es einfach eine übertriebene Beschreibung für einen besonders nervigen Moment.
Ragebait: Wenn Beiträge absichtlich wütend machen sollen
„Ragebait“ setzt sich aus den englischen Begriffen „rage“ (Wut) und „bait“ (Köder) zusammen. Das Wort beschreibt Beiträge, Videos oder Aussagen, die bewusst Empörung auslösen sollen.
Das Prinzip kennt praktisch jeder, der regelmäßig soziale Netzwerke nutzt: Jemand stellt eine völlig überzogene Behauptung auf. Menschen widersprechen, diskutieren und teilen den Beitrag. Die Aufmerksamkeit steigt – auch dann, wenn die ursprüngliche Aussage kaum ernst gemeint war.
Typische Merkmale von Ragebait sind:
- absichtlich provokante Aussagen zu alltäglichen Themen;
- offensichtliche Übertreibungen, die eine Gegenreaktion auslösen sollen;
- irreführende Behauptungen, mit denen Diskussionen angeheizt werden;
- Beiträge, deren eigentlicher Zweck möglichst viele Kommentare und Reaktionen sind.
Ein Video mit der Behauptung, dass Menschen, die morgens früh aufstehen, grundsätzlich weniger intelligent seien, könnte beispielsweise als Ragebait funktionieren – sofern die Aussage bewusst zur Provokation eingesetzt wird.
Nicht jede unbequeme Meinung ist Ragebait. Entscheidend ist, ob die Empörung gezielt provoziert wird, um Aufmerksamkeit zu gewinnen.
Peak: Besser geht es kaum
„Peak“ bedeutet ursprünglich Gipfel oder Höhepunkt. In der deutschen Jugendsprache wird das Wort verwendet, wenn etwas besonders gut, beeindruckend oder kaum zu übertreffen ist.
Das kann eine herausragende Szene in einer Serie, ein außergewöhnlich gutes Spiel oder ein unvergesslicher Abend mit Freunden sein.
Wer beispielsweise nach einem Konzert sagt „Das war einfach Peak“, meint damit, dass der Auftritt kaum hätte besser sein können.
Im Unterschied zu „Crashout“ und „Ragebait“ besitzt „Peak“ damit eine überwiegend positive Bedeutung. Der Ausdruck ist kurz, vielseitig einsetzbar und funktioniert auch ohne lange Erklärung.
Warum ist „67“ nicht im Finale des Jugendworts 2026?

Es gehört zu den Überraschungen der diesjährigen Wahl: Die Zahlenkombination „67“, ausgesprochen „six seven“, war im Internet weitverbreitet und schaffte es dennoch nicht unter die letzten drei Kandidaten.
Bekannt wurde der Ausdruck durch den Song „Doot Doot (6 7)“ des US-Rappers Skrilla, Basketball-Videos und zahlreiche TikTok-Memes. Häufig wird er von einer Handbewegung begleitet, bei der beide Handflächen abwechselnd auf und ab bewegt werden.
Eine eindeutige Bedeutung besitzt „67“ nicht. Genau das macht den Reiz aus: Der Ausdruck kann als spontane Reaktion, Insider oder völlig zusammenhangloser Zwischenruf verwendet werden.
Dass er im Finale fehlt, erstaunte sogar den veranstaltenden Verlag. In seiner offiziellen Mitteilung zu den drei Finalisten erklärte Langenscheidt:
„Wir waren uns eigentlich sicher, dass 67 in den Top 3 landen würde.“
Wichtig ist dabei die Unterscheidung: „67“ wurde nicht wegen seines Inhalts ausgeschlossen. Der Ausdruck gehörte zur offiziellen Top-10-Auswahl, erhielt bei der anschließenden Abstimmung jedoch nicht genügend Stimmen für einen Platz im Finale.
Die drei erfolgreichen Begriffe vereinten in dieser Abstimmungsphase zusammen 43 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich. Laut Verlag beteiligten sich insgesamt Menschen in mittlerer sechsstelliger Zahl an dieser Runde.
Das Ergebnis zeigt auch, dass sich die Popularität eines Internet-Memes nicht automatisch in Stimmen für eine Auszeichnung übersetzt. Ein Ausdruck kann überall auftauchen und trotzdem bei einer Wahl hinter anderen Begriffen zurückbleiben.
Susanne Daubner sorgt kurz vor der Entscheidung für einen besonderen Moment
Auch die bekannte „Tagesschau“-Sprecherin Susanne Daubner spielt bei der Jugendwort-Wahl wieder eine Rolle. Seit Jahren sorgt sie mit ihren Präsentationen aktueller Jugendausdrücke für Aufmerksamkeit in sozialen Medien.
Am Freitag, 9. Oktober, erschien ein Video, in dem Daubner zunächst so tat, als wolle sie das Gewinnerwort bereits verraten. Doch die Auflösung blieb aus. Über den Clip berichtete der WDR am Freitagnachmittag.
Die Aktion passt durchaus zum spielerischen Umgang mit Provokationen und Erwartungen im Internet. Als Hinweis auf einen möglichen Sieg von „Ragebait“ sollte man sie allerdings nicht verstehen. Ein offizielles Ergebnis wurde damit nicht bekannt gegeben.
Wie wird das Jugendwort des Jahres überhaupt gewählt?
Der Gewinner wird nicht einfach von einer Redaktion oder einer einzelnen Jury bestimmt. Langenscheidt organisiert ein mehrstufiges Verfahren, bei dem junge Menschen eigene Vorschläge einreichen und anschließend über ihre Favoriten abstimmen.
Für 2026 sah der Ablauf so aus:
- 29. Mai bis 16. Juli: Sammlung der Vorschläge für das Jugendwort des Jahres.
- 28. Juli bis 20. August: Abstimmung über die zehn ausgewählten Begriffe.
- 28. August: Bekanntgabe von Crashout, Ragebait und Peak als Finalisten.
- 28. August bis 28. September: Abschließende Wahl des Siegerwortes.
- 10. Oktober: Offizielle Bekanntgabe des Jugendworts 2026.
An der Abstimmung können grundsätzlich auch Erwachsene teilnehmen. Für das offizielle Ergebnis werden nach Angaben von Langenscheidt jedoch nur die Stimmen der Jugendlichen berücksichtigt. Die maßgebliche Altersgruppe reicht von 11 bis 20 Jahren.
Die Auswahl ist allerdings keine wissenschaftliche Erhebung darüber, welche Wörter sämtliche Jugendlichen in Deutschland tatsächlich verwenden. Regionale Unterschiede, Freundeskreise und die jeweiligen Online-Communitys können den Sprachgebrauch stark beeinflussen.
So erklärte der Sprachwissenschaftler Roland Kaehlbrandt gegenüber dem WDR, dass es nicht die eine einheitliche Jugendsprache gebe. Begriffe könnten zugleich zur Identifikation innerhalb einer Gruppe und zur Abgrenzung gegenüber anderen Generationen dienen.
Was war das Jugendwort 2025?
Im vergangenen Jahr gewann „das crazy“. Der Ausdruck wird häufig verwendet, wenn jemand auf eine Erzählung reagieren möchte, aber keine passende Antwort parat hat. Ein knappes „Das crazy“ kann dann Erstaunen, Ratlosigkeit oder einfach eine unverbindliche Reaktion ausdrücken.
Davor waren unter anderem „Aura“ (2024), „goofy“ (2023), „smash“ (2022) und „cringe“ (2021) ausgezeichnet worden.
Ob „Crashout“, „Ragebait“ oder „Peak“ eine ähnliche Bekanntheit erreicht, wird sich erst zeigen. Eine Auszeichnung kann einem Begriff zusätzliche Aufmerksamkeit verschaffen. Ob er langfristig Teil der Alltagssprache bleibt, entscheiden letztlich aber seine Nutzer.
Am 10. Oktober endet nun das Warten: Dann veröffentlicht Langenscheidt den Gewinner des Jugendworts 2026 online. Bis dahin bleiben alle drei Finalisten im Rennen – und das unerwartete Ausscheiden von „67“ eine der bemerkenswertesten Geschichten dieser Wahl.
Auch bei „Die Bergretter“ steht ein Abschied an, denn Heinz Marecek verlässt die Serie nach 17 Jahren – wann Franz Marthaler stirbt und warum, erfahren Sie in unserem Beitrag.
