Stand: 12. Juli 2026. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten derzeit bestimmte Flaschen von Raffelberger Mineralwasser überprüfen. Der Rückruf betrifft ausgewählte Chargen der Sorten Raffelberger Medium und Raffelberger Klassik. Bei Routinekontrollen wurde eine bakterielle Verunreinigung mit Pseudomonas aeruginosa festgestellt, berichtet timestuff.de.
Entscheidend sind nicht allein die Marke oder die Farbe des Kastens, sondern die Kombination aus Sorte, Flaschengröße und Mindesthaltbarkeitsdatum.
Wichtiger Sicherheitshinweis: Wasser aus den betroffenen Flaschen sollte nicht getrunken und auch nicht zur Zubereitung von Speisen, Getränken, Eiswürfeln oder Medikamenten verwendet werden.
Raffelberger-Rückruf im Schnellcheck
- Betroffene Sorten: Raffelberger Medium und Raffelberger Klassik
- Verpackung: Glas-Mehrwegflaschen im 12er-Kasten
- Grund des Rückrufs: bakterielle Verunreinigung mit Pseudomonas aeruginosa
- Betroffene Bundesländer: Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz
- Empfehlung: nicht konsumieren
- Rückgabe: in der Einkaufsstätte, auch ohne Kassenbon

Welche Raffelberger-Flaschen werden zurückgerufen?
Nach der offiziellen Verbraucherinformation umfasst der Mineralwasser-Rückruf acht Mindesthaltbarkeitsdaten bei Raffelberger Medium und ein Mindesthaltbarkeitsdatum bei Raffelberger Klassik.
| Produkt | Flaschengröße | Betroffene Mindesthaltbarkeitsdaten |
|---|---|---|
| Raffelberger Medium | 12 × 0,75 Liter, Glas-Mehrweg | 09.06.2028 10.06.2028 17.06.2028 18.06.2028 23.06.2028 25.06.2028 27.06.2028 30.06.2028 |
| Raffelberger Klassik | 12 × 0,70 Liter, Glas-Mehrweg | 16.06.2028 |
Die vollständige Warnmeldung ist im staatlichen Portal Lebensmittelwarnung.de veröffentlicht. Eine identische Liste der betroffenen Produkte und MHD führt auch die offizielle Rückrufinformation im REWE-Mediacenter.
Wo steht das MHD auf der Raffelberger-Flasche?
Das Mindesthaltbarkeitsdatum befindet sich nach Angaben des Herstellers unten rechts auf dem Bauchetikett. Gemeint ist das große Etikett, das um den mittleren Bereich der Glasflasche angebracht ist.
- Sorte auf dem Etikett prüfen: Medium oder Klassik.
- Füllmenge kontrollieren: 0,75 Liter beziehungsweise 0,70 Liter.
- Unten rechts auf dem Bauchetikett nach dem MHD suchen.
- Das aufgedruckte Datum exakt mit der Rückrufliste vergleichen.
Ein ähnliches Datum reicht nicht aus: Nur die konkret genannten MHD sind Teil dieses Rückrufs.

Was sollten Käufer jetzt tun?
Wer eine betroffene Flasche oder einen betroffenen Kasten zu Hause hat, sollte das Mineralwasser nicht weiter konsumieren. Das gilt auch dann, wenn Aussehen, Geruch und Geschmack unauffällig erscheinen. Eine bakterielle Belastung lässt sich nicht zuverlässig mit den eigenen Sinnen erkennen.
Empfohlen wird folgendes Vorgehen:
- Flaschen nicht mehr öffnen oder daraus trinken.
- Betroffene Produkte getrennt von unbedenklichen Getränken aufbewahren.
- Kasten oder Flaschen in die Einkaufsstätte zurückbringen.
- Bei der Rückgabe auf den Raffelberger-Rückruf hinweisen.
- Bei Fragen den Hersteller kontaktieren.
Der Kaufpreis wird nach der veröffentlichten Kundeninformation auch ohne Vorlage des Kassenbons erstattet. Für Verbraucherfragen nennt Raffelberger die E-Mail-Adresse kontakt@raffelberger.de.
Die Rückgabe ohne Bon betrifft den Warenrückruf. Das übliche Mehrwegpfand ist davon unabhängig und wird über das normale Pfandsystem abgewickelt.

Wo wurde das zurückgerufene Mineralwasser verkauft?
Nach dem derzeitigen Stand der behördlichen Warnung wurde das Raffelberger-Mineralwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz verkauft. Die erste Meldung nannte zunächst nur Nordrhein-Westfalen; später wurde Rheinland-Pfalz ergänzt.
Eine vollständige öffentliche Liste aller einzelnen Supermärkte und Getränkemärkte liegt nicht vor. Käufer sollten deshalb nicht ausschließlich anhand des Händlers entscheiden, sondern immer das MHD auf der eigenen Flasche kontrollieren.
Wichtig: Der Rückruf gilt nicht pauschal für sämtliches Mineralwasser eines bestimmten Supermarkts. Ebenso wenig sind alle Raffelberger-Produkte betroffen.
Was ist Pseudomonas aeruginosa?
Pseudomonas aeruginosa ist ein Bakterium, das in der Umwelt vorkommen kann, unter anderem in Wasser und feuchten Bereichen. Es handelt sich um einen opportunistischen Erreger: Bei gesunden Menschen führt ein Kontakt nicht automatisch zu einer Erkrankung, für gesundheitlich geschwächte Personen kann der Keim jedoch problematischer sein.
Nach Informationen der US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention kann Pseudomonas aeruginosa unter bestimmten Umständen unter anderem Infektionen der Lunge, des Blutes, der Harnwege oder von Wunden verursachen. Einige Stämme weisen zudem Resistenzen gegen mehrere Antibiotika auf.
Die Weltgesundheitsorganisation führt antibiotikaresistente Varianten von Pseudomonas aeruginosa auf ihrer Liste bedeutender resistenter Krankheitserreger.

Wie groß ist das gesundheitliche Risiko?
Nach Angaben des Herstellers besteht für gesunde Verbraucherinnen und Verbraucher nach dem Konsum ein sehr geringes Erkrankungsrisiko. Diese Einschätzung ist jedoch keine Entwarnung für die betroffenen Chargen: Der Hersteller und die Behörden raten ausdrücklich vom Verzehr ab.
Besondere Vorsicht ist bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem, schweren Grunderkrankungen oder einer laufenden medizinischen Behandlung erforderlich. Wer das betroffene Wasser bereits getrunken hat und anschließend neue, ungewöhnliche oder anhaltende Beschwerden feststellt, sollte ärztlichen Rat einholen und dabei den möglichen Konsum des zurückgerufenen Mineralwassers erwähnen.
Allein der frühere Konsum einer betroffenen Flasche bedeutet nicht automatisch, dass eine Infektion eingetreten ist.
Was war die Ursache der Verunreinigung?
Der Hersteller nennt einen technischen Defekt als Ursache. Dieser sei inzwischen behoben worden. Die betroffene Ware wurde laut Kundeninformation aus dem Verkauf genommen.
Chargen, die nach den aufgeführten Mindesthaltbarkeitsdaten produziert wurden, bezeichnet Raffelberger als einwandfrei und sicher. Auch andere MHD der Marke sollen nicht betroffen sein.
Nicht mit anderen Mineralwasser-Rückrufen verwechseln
Bei Rückrufmeldungen zu Mineralwasser kommt es schnell zu Verwechslungen, weil häufig ähnliche Flaschengrößen oder Handelsketten genannt werden. Der aktuelle Raffelberger-Rückruf ist von früheren Warnungen anderer Hersteller und Eigenmarken zu unterscheiden.
Für die sichere Prüfung zählen ausschließlich diese Merkmale:
- Marke Raffelberger
- Sorte Medium oder Klassik
- Glas-Mehrwegflasche mit 0,75 oder 0,70 Liter
- eines der konkret aufgeführten Mindesthaltbarkeitsdaten
Häufige Fragen zum Raffelberger-Rückruf
Ist jedes Raffelberger-Mineralwasser betroffen?
Nein. Betroffen sind ausschließlich Raffelberger Medium und Raffelberger Klassik in den genannten Flaschengrößen und mit den ausdrücklich aufgeführten Mindesthaltbarkeitsdaten.
Kann ich die Flaschen ohne Kassenbon zurückgeben?
Ja. Nach der Kundeninformation wird der Kaufpreis in der Einkaufsstätte auch ohne Vorlage des Kassenbons erstattet.
Was mache ich, wenn ich nur einzelne Flaschen gekauft habe?
Der Rückruf bezieht sich auf die betroffenen Produkte unabhängig davon, ob sie als vollständiger Kasten oder als einzelne Flaschen gekauft wurden. Auch einzelne Flaschen sollten anhand von Sorte, Volumen und MHD geprüft werden.
Sollte ich das Wasser abkochen?
Nein. Die offizielle Empfehlung lautet, das betroffene Produkt nicht zu konsumieren und zurückzugeben. Verbraucher sollten nicht versuchen, zurückgerufene Lebensmittel oder Getränke durch eigene Behandlung wieder verwendbar zu machen.
Kann ich eine Flasche trinken, wenn sie normal riecht?
Nein. Eine bakterielle Verunreinigung muss weder sichtbar sein noch Geruch oder Geschmack verändern. Maßgeblich ist das MHD, nicht der subjektive Eindruck des Wassers.
Sind spätere Chargen ebenfalls betroffen?
Nach Angaben des Herstellers sind Chargen nach den genannten Mindesthaltbarkeitsdaten sicher. Weitere MHD wurden bislang nicht in den Rückruf aufgenommen.
Neben Produktrückrufen sorgen auch Sicherheitsprobleme im Onlinehandel für Verunsicherung, wie unser Beitrag „Lidl-Datenleck im Onlineshop: Diese Kundendaten sind betroffen“ zeigt.
