Im Bundesland Hessen (Deutschland) müssen sich Fahrgäste erneut auf Störungen im öffentlichen Nahverkehr einstellen: Die Gewerkschaft Verdi hat einen weiteren Warnstreik bei kommunalen Verkehrsunternehmen angekündigt, berichtet timestuff.de unter Berufung auf hessenschau.de. Besonders spürbar werden die Einschränkungen in den großen Städten Kassel, Frankfurt am Main und Wiesbaden sein. Der Streikaufruf betrifft zudem Marburg, Gießen und Offenbach.
Für Fahrgäste gilt eine einfache Regel: Wenn Ihre Fahrt von Straßenbahn, U-Bahn oder Stadtbussen abhängt, sollten Sie einen Plan B haben – am besten schon, bevor Sie das Haus verlassen.
Welche Städte sind am stärksten betroffen?
Nach bisherigen Informationen könnten in Frankfurt am Main an den Streiktagen Straßenbahnen und U-Bahn-Linien (U-Bahn) komplett stillstehen. In Wiesbaden sind die meisten Buslinien gefährdet. In Kassel könnten Straßenbahnen sowie die Buslinien 1 bis 29 in den Depots bleiben.
„Die Belastung für Fahrerinnen, Fahrer und Personal ist zu hoch. Die Menschen brauchen dringend Entlastung – und die Arbeitgeber brauchen ein klares Signal, dass wir entschlossen sind, für unsere Forderungen zu kämpfen“, so Verdi mit Blick auf die laufenden Verhandlungen.
Interessant ist: Selbst innerhalb derselben Region fällt der „Streik-Effekt“ unterschiedlich aus – Metropolen spüren ihn sofort, kleinere Städte bleiben teils bei punktuellen Ausfällen.
Kurzüberblick: Lage in den Städten
| Stadt | Was kann ausfallen? | Erwartete Auswirkungen |
|---|---|---|
| Frankfurt am Main | U-Bahn und Straßenbahnen | sehr hoch |
| Wiesbaden | die meisten Buslinien | hoch |
| Kassel | Straßenbahnen und Buslinien 1–29 | hoch |
| Marburg | einzelne Fahrten | gering / lokal |
| Gießen | einzelne Fahrten | gering / lokal |
| Offenbach | Streik für einen Tag angekündigt | moderat |
Wer streikt – und wie viele Beschäftigte sind beteiligt?

Insgesamt geht es um rund 5.200 Beschäftigte von sechs Verkehrsgesellschaften in Hessen. Der Warnstreik betrifft sowohl das Personal im Fahrdienst als auch Teile der Bereiche, die den Betrieb organisatorisch und technisch absichern.
Diese Unternehmen sind vom Verdi-Aufruf betroffen:
- Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF)
- ESWE Verkehrsgesellschaft Wiesbaden
- Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG)
- Stadtwerke Gießen
- Marburger Verkehrsgesellschaft (MVG)
- Offenbacher Verkehrsbetriebe (OVB)
Was fordert Verdi – nicht nur mehr Geld
Im Mittelpunkt steht nicht ausschließlich die Bezahlung. Verdi betont vor allem die Arbeitsbedingungen in kommunalen Verkehrsunternehmen: Dienstpläne, Schichtlängen, Ruhezeiten sowie Zuschläge für belastende Zeiten.
Zentrale Forderungen:
- kürzere Wochenarbeitszeiten und weniger belastende Schichten
- längere Ruhezeiten zwischen den Diensten
- höhere Zuschläge für Nachtarbeit und Einsätze am Wochenende
Warum kommt es so häufig zu Warnstreiks?
Für Hessen ist es bereits der sechste Streikaufruf im ÖPNV seit Anfang Februar. Hintergrund sind die Verhandlungen über einen Tarifvertrag, der die Arbeitsbedingungen bei kommunalen Verkehrsunternehmen regelt.
Verdi kritisiert, dass die Gespräche nur langsam vorankommen – trotz mehrerer Verhandlungsrunden.
„Die Verhandlungen bewegen sich insgesamt kaum vorwärts … das ist enttäuschend“, begründet die Gewerkschaft den nächsten Schritt.
Was sagen die Arbeitgeber?

Der Kommunale Arbeitgeberverband in Hessen (KAV) kritisiert die Warnstreiks und betont, dass vor allem die Fahrgäste die Folgen spüren.
Argumente der Arbeitgeberseite:
- Warnstreiks treffen in erster Linie Bürgerinnen, Bürger sowie Gäste der Städte
- die Forderungen der Gewerkschaft würden die finanziellen Möglichkeiten vieler kommunaler Unternehmen übersteigen
Typisch für Verkehrskonflikte: Die eine Seite sagt „Die Menschen sind am Limit“, die andere „Die Kommunen können das nicht stemmen“. Fahrgäste versuchen derweil einfach nur, pünktlich zur Arbeit zu kommen.
So bereiten Sie sich vor: Praktische Checkliste für Fahrgäste
Damit Sie in Streiktagen Zeit und Nerven sparen, helfen diese Schritte:
- Prüfen Sie, welcher Verkehrsträger betroffen ist (Straßenbahn, U-Bahn, Bus).
- Planen Sie mehr Zeit ein – selbst bei „nicht betroffenen“ Strecken steigt das Fahrgastaufkommen auf Alternativen.
- Wählen Sie eine Alternative:
- S-Bahn / Regionalzüge (falls sie fahren)
- Umstieg auf städtische oder regionale Buslinien, die nicht bestreikt werden
- Fahrrad oder ein Teilstück zu Fuß
- Nutzen Sie flexible Optionen, wenn möglich: Homeoffice, späterer Arbeitsbeginn, Anpassung des Terminkalenders.
- Achten Sie auf aktuelle Hinweise der Verkehrsunternehmen – häufig gibt es Ersatzverkehre, Ausnahmen oder eingeschränkte „Notfahrpläne“.
Wer heute unterwegs ist, sollte auch das im Blick behalten, denn auf der A2 bei Gladbeck ist nach einem Lkw-Unfall aktuell komplett gesperrt.
