Olympiasieger Philipp Raimund zeigte erneut eine starke Leistung, doch sein Debütsieg im Skisprung-Weltcup lässt weiterhin auf sich warten, berichtet timestuff.de unter Berufung auf web.de. Beim Skifliegen am Kulm in Bad Mitterndorf (Österreich) lieferte der 25-Jährige sein bestes Saisonresultat in einem der wichtigsten Wettbewerbe ab – und machte klar: Der Sprung aufs Podest ist für ihn nur noch eine Frage kleiner Details.
Raimund steigert sich im zweiten Durchgang, reicht aber nicht für die Top 3
Philipp Raimund, der bei den Olympischen Winterspielen in Predazzo überraschend Gold von der Normalschanze gewonnen hatte, belegte im ersten von zwei Skiflug-Wettbewerben in der Steiermark Rang sechs. Nach dem ersten Durchgang lag er mit 203,5 Metern zunächst nur auf Platz zehn, bevor er im zweiten Sprung sichtbar zulegte. Mit 209,5 Metern machte er vier Positionen gut und bestätigte damit, dass seine Formkurve nach oben zeigt.
Im Ziel wirkte Raimund entsprechend zufrieden. In der ARD betonte er, dass er einen klaren Schritt nach vorn spüre und mit der Entwicklung sehr gut leben könne. Für den ersten Weltcupsieg fehlte diesmal noch etwas, doch das Signal ist deutlich: mehr Stabilität, mehr Selbstvertrauen – und weniger Schwankungen, die ihn zuletzt Punkte gekostet hatten.
Prevc gewinnt erneut, Embacher verliert hauchdünn

Den Sieg am Kulm holte sich der Führende im Gesamtweltcup und amtierende Weltmeister Domen Prevc aus Slowenien. Sein Vorsprung auf den Österreicher Stephan Embacher fiel äußerst knapp aus – am Ende entschieden Nuancen und Kleinigkeiten. Für Prevc ist das der nächste Beweis seiner Dominanz in dieser Weltcup-Saison, für die Gastgeber ein Mutmacher: Zu Hause können sie dem Favoriten ernsthaft Druck machen.
Vor diesem Hintergrund wirkt Raimunds sechster Platz noch wertvoller. Er hielt das Tempo der Besten mit und war nicht bloß irgendwo im Mittelfeld „mit dabei“. Schon am Sonntag um 13:30 Uhr bekommt der Olympiasieger beim zweiten Skifliegen die nächste Chance – und damit die Möglichkeit, dem Podest einen weiteren Schritt näherzukommen.
Wie Höhenangst Raimund lange ausbremste
Ein wichtiger Teil von Raimunds Geschichte ist seine frühere Höhenangst – ausgerechnet beim Skifliegen. Im vergangenen Jahr hatte er öffentlich gemacht, dass ihn lange Zeit eine starke Angst in der Höhe begleitet habe und es dadurch schwer war, auf großen Schanzen sein volles Potenzial abzurufen. Mit Hilfe eines Mentaltrainers gelang es ihm, dieses Problem zu überwinden, und Ende Januar ging er erstmals seit längerer Zeit wieder bei der Skiflug-WM an den Start.
Damals belegte Raimund in seiner Heimat Oberstdorf Platz 13. Jetzt steht Rang sechs zu Buche – ein deutlicher Hinweis darauf, dass die mentale Hürde tatsächlich kleiner geworden ist. Seine Ergebnisse hängen damit nicht mehr von einem „inneren Stoppsignal“ ab, sondern zunehmend von der sportlichen Ausführung und der Tagesform.
Die Deutschen im Überblick: Wellinger in den Top 10, Geiger enttäuscht
Hinter Raimund war Andreas Wellinger der zweitbeste Deutsche. Er kam auf Platz neun und schaffte damit den Sprung in die Top 10. Karl Geiger, der bei Olympia nicht im Aufgebot stand, landete auf Rang 20 und zeigte sich anschließend unzufrieden. Er erklärte, ihm habe in beiden Versuchen das richtige Gefühl in der Luft gefehlt – und ohne dieses Gefühl wird es im Skifliegen schwer, ganz vorne anzugreifen.
Felix Hoffmann (32.), Luca Roth (34.) und Pius Paschke (37.) verpassten den zweiten Durchgang. Für das Team ist das ein unangenehmes Detail, denn eine stabile „Tiefe“ im Kader entscheidet oft über wichtige Punkte im Nationencup und darüber, wie gut eine Mannschaft eine lange Wettkampfserie tragen kann.
Disqualifikationen vor dem Start wegen der Anzüge
Noch vor dem ersten der beiden Skiflug-Wettbewerbe in der Steiermark gab es Aufsehen rund um die Ausrüstung. Die Norweger Benjamin Östvold und Isak Andreas Langmo sowie der Slowene Anze Lanisek wurden wegen Unregelmäßigkeiten am Anzug disqualifiziert. Solche Entscheidungen können den Verlauf eines Wettbewerbs spürbar verändern – gerade im Skifliegen, wo schon kleine Details beim Material am Ende einen Unterschied im Flug machen können.
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