Thailand steuert offenbar auf strengere Regeln für die visafreie Einreise von Touristen zu, berichtet timestuff.de unter Berufung auf blog.wego.com. Nach Aussagen thailändischer Regierungsvertreter könnte die maximale Aufenthaltsdauer ohne Visum von 60 auf 30 Tage für Bürger aus 93 Ländern und Territorien verkürzt werden. Derzeit gilt jedoch weiterhin die bestehende Regelung: visafreier Aufenthalt von bis zu 60 Tagen, eingeführt im Juli 2024.
Für die meisten Urlauber ist das noch kein Grund, eine Reise abzusagen. Es ist aber ein deutliches Signal, die Reisedauer, Flugbuchung und mögliche Alternativen genauer zu prüfen.
Was genau passiert ist
Auslöser der neuen Debatte war eine Erklärung des stellvertretenden Premierministers und Außenministers Thailands, Sihasak Phuangketkeow. Er kündigte am 21. April an, dass die Regierung die visafreie Aufenthaltsdauer auf 30 Tage reduzieren wolle.
Nach Berichten über seinen Auftritt begründet die thailändische Seite diesen Schritt damit, dass die meisten Touristen ohnehin nicht länger als einen Monat im Land bleiben. Zugleich habe die bisherige 60-Tage-Regel Schlupflöcher für Missbrauch geschaffen – von illegaler Beschäftigung bis hin zu betrügerischen Aktivitäten.
„30 Tage sind für die meisten Touristen ausreichend.“
Die offizielle Grundlage des aktuellen Systems bleibt bislang jedoch unverändert. Das thailändische Außenministerium führt weiterhin die Regelung, nach der Staatsangehörige aus 93 Ländern und Territorien ohne Visum für bis zu 60 Tage einreisen können, mit der Möglichkeit einer einmaligen Verlängerung um weitere 30 Tage im Ermessen der Einwanderungsbehörden.
Wen die Änderungen betreffen könnten

Sollte die neue Regel tatsächlich beschlossen werden, würde sie dieselbe Gruppe von Ländern betreffen, die derzeit vom 60-tägigen visafreien Aufenthalt profitieren.
Dazu zählen unter anderem:
- die Ukraine
- die meisten EU-Staaten
- das Vereinigte Königreich
- die USA und Kanada
- Australien und Neuseeland
- Japan und Südkorea
- Taiwan und Hongkong
- die Vereinigten Arabischen Emirate
- Saudi-Arabien
- Katar
- Kuwait
- Oman
Auch weitere wichtige Herkunftsmärkte für Thailand-Reisen wären betroffen.
Ein wichtiger Punkt dabei: Für manche Staaten gelten zusätzliche bilaterale Vereinbarungen mit Thailand. In offiziellen Hinweisen wird ausdrücklich darauf verwiesen, dass die erlaubte Aufenthaltsdauer in einzelnen Fällen von solchen Abkommen abhängen kann. Eine pauschale Regel für alle Reisenden gibt es also nicht.
Die wichtigste Schlussfolgerung ist einfach: Wer für weniger als einen Monat nach Thailand fliegt, dürfte nur ein geringes Risiko spürbarer Probleme haben. Bei längeren Aufenthalten sollte man sich dagegen schon jetzt vorbereiten.
Was auch bei einer Änderung weiter möglich bleiben dürfte
Selbst wenn Thailand den visafreien Aufenthalt auf 30 Tage reduziert, dürfte für Touristen voraussichtlich weiterhin die Möglichkeit bestehen, den Aufenthalt einmalig um weitere 30 Tage bei einer Einwanderungsbehörde zu verlängern.
So funktioniert das Modell bereits heute. In den Hinweisen der Behörden werden dafür unter anderem das Formular TM.7 sowie eine Gebühr von 1.900 Baht genannt.
Das bedeutet: Für einen Teil der Reisenden könnte der tatsächliche maximale Aufenthalt ohne klassisches Touristenvisum weiterhin bei rund 60 Tagen liegen – allerdings nicht mehr automatisch, sondern nur noch über ein separates Verfahren mit Dokumenten, Zeitaufwand und zusätzlichen Kosten.
Was das in der Praxis für Touristen bedeutet
| Reiseformat | Bedeutung nach aktuellem Stand |
|---|---|
| Bis zu 30 Tage | Voraussichtlich ändert sich selbst nach einer Reform nur wenig |
| 30 bis 60 Tage | Wahrscheinlich wird eine Verlängerung bei der Immigration inklusive Gebühr nötig |
| Mehr als 60 Tage | Die visafreie Einreise reicht dann nicht mehr aus; ein Touristenvisum oder eine Langzeitlösung wird relevanter |
| Workation / Remote Work | Sich nur auf die visafreie Einreise zu verlassen, wird deutlich riskanter |
Bereits jetzt gelten zusätzliche formale Anforderungen für die Einreise. Alle ausländischen Reisenden müssen unabhängig von ihrer Einreiseart die Thailand Digital Arrival Card (TDAC) vor der Ankunft online ausfüllen. Die Einreichung muss spätestens drei Tage vor der Einreise erfolgen.
Damit wird klar: Auch ohne verkürzte Aufenthaltsdauer werden die organisatorischen Anforderungen für Touristen nicht geringer.
Was Reisende mit längeren Aufenthalten jetzt tun sollten
Für klassische Kurzurlaube wirkt die Lage im Moment noch ruhig. Wer jedoch eine Überwinterung, eine längere Inselreise, eine Kombination aus Urlaub und Remote-Arbeit oder einen Aufenthalt von anderthalb bis zwei Monaten plant, sollte sich nicht mehr allein auf die bisherige 60-Tage-Regel verlassen.
In solchen Fällen ist es sinnvoll, von Anfang an zwei Varianten einzuplanen:
- Verlängerung des Aufenthalts vor Ort
- Beantragung eines passenden Visums noch vor dem Abflug
Für Menschen, die länger in Thailand bleiben und gleichzeitig ortsunabhängig arbeiten wollen, bleibt das Destination Thailand Visa (DTV) eine mögliche Alternative. Auf dem offiziellen e-Visa-Portal und in den DTV-Unterlagen werden dafür Anforderungen wie Nachweise über längeren Aufenthalt, finanzielle Mittel, Einkommen, Beschäftigung oder beruflichen Status aufgeführt.
Das ist keine schnelle Ersatzlösung für die visafreie Einreise. Für Reisende, die nicht nur einen normalen Urlaub planen, wirkt dieser Weg aber deutlich realistischer.
Warum Thailand überhaupt zu 30 Tagen zurückkehren will
Die Argumentation der thailändischen Behörden stützt sich im Kern auf zwei Punkte.
Erstens: die Statistik. Nach Auffassung der Verantwortlichen bleiben die meisten Touristen ohnehin innerhalb eines Zeitraums von 30 Tagen. Eine Verkürzung würde den Massentourismus daher nicht massiv treffen.
Zweitens: die Sicherheit. Nach Einschätzung der Regierung wurde die längere visafreie Aufenthaltsdauer zunehmend von Personen genutzt, die faktisch im Land leben oder arbeiten, ohne den dafür passenden Aufenthaltsstatus zu besitzen.
Je länger der visafreie Korridor, desto einfacher wird es, Tourismus als Ersatz für einen langfristigen Aufenthalt ohne passende Visumsgrundlage zu nutzen.
Müssen Reisende ihre Pläne schon jetzt ändern?
Im Moment noch nicht zwingend. Das Signal sollte aber auch nicht ignoriert werden.
Wer bereits eine Reise von bis zu 30 Tagen gebucht hat, hat derzeit kaum Anlass zur Sorge. Geht es jedoch um 40, 50 oder 60 Tage, ist es vernünftig, die Lage genau zu beobachten und einen Plan B vorzubereiten – entweder über eine Verlängerung oder über ein passendes Visum.
Für Reisen von mehr als zwei Monaten ist es keine gute Strategie, einfach abzuwarten und auf Glück zu setzen.
Thailand schließt seine Türen für Touristen vorerst nicht. Das Land macht aber deutlich, dass die Phase eines besonders großzügigen visafreien Aufenthalts bald zu Ende gehen könnte.
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