Beim Auftritt in Davos stellte Donald Trump vor allem die Stärke der USA in den Vordergrund – und griff Europa scharf an, berichtet timestuff.de unter Berufung auf welt.de. Am Ende lenkte er die Debatte auf Grönland und kündigte „unverzügliche Verhandlungen“ über eine Übernahme der Insel durch die Vereinigten Staaten an.
Trump in Davos: „Die schnellste wirtschaftliche Erholung unserer Geschichte“
In seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum pries US-Präsident Donald Trump zuerst die eigene Wirtschaftspolitik. Die Vereinigten Staaten befänden sich „mitten in der schnellsten wirtschaftlichen Erholung ihrer Geschichte“, sagte er, und setzte nach: „Den Leuten geht es gut mit mir.“ Zudem behauptete Trump, die USA seien dabei, die Wirtschaftsprognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu verdoppeln – etwas, von dem er selbst „nicht geglaubt“ habe, dass es so schnell gelinge.
Er stellte die USA als „Wirtschaftsmaschine auf diesem Planeten“ dar und verknüpfte das mit einer Warnung: Wenn es Amerika schlecht gehe, gehe es der Welt ebenfalls schlechter. Gleichzeitig bemühte er sich um einen versöhnlichen Einstieg Richtung Europa, schob aber sofort Kritik hinterher. Er „liebe Europa“ und wolle, dass es dem Kontinent gut gehe – doch Europa gehe aus seiner Sicht „nicht in die richtige Richtung“. Manche Orte seien „nicht mehr wiederzuerkennen“.
Europa im Visier: Migration und Vorwürfe an die Regierungen
Am schärfsten wurde Trump beim Thema Migration. Er sprach von der „größten Migrationswelle in der Geschichte der Menschheit“ und warf Verantwortlichen vor, nicht einmal zu verstehen, was gerade passiere. Und selbst diejenigen, die es verstanden, würden seiner Darstellung nach nichts dagegen tun – das Problem wachse dadurch weiter.
Außerdem attackierte er ein Politikverständnis, das seiner Meinung nach über Jahrzehnte sowohl in Washington als auch in europäischen Hauptstädten vorherrschte: Der Weg zu einer modernen Wirtschaft führe über ausufernde Staatsausgaben und unkontrollierte Migration. In diesem Zusammenhang kritisierte er auch, „viele europäische Länder“ wollten die Vorbildrolle der USA nicht anerkennen.
Energie, Atomkraft und KI: Trumps Botschaft an Europa

In einem eigenen Abschnitt sprach Trump über Energiepolitik. Früher sei er wegen Sicherheitsbedenken kein Fan der Kernenergie gewesen, sagte er – inzwischen sei sie „sicher und billig“. Die USA seien in der Welt der Nuklearenergie „sehr stark vertreten“. Der Unterton war klar: Stabilität und günstige Energie seien für ihn kein Thema von Ideologie, sondern von Macht und Versorgung.
Beim Thema Künstliche Intelligenz erklärte Trump die USA zum globalen Spitzenreiter. Er sagte, Präsident Xi respektiere, was Amerika erreicht habe. Als Beleg führte er an, KI-Unternehmen würden inzwischen eigene Kraftwerke bauen – und schob hinterher, er sei darauf „sehr stolz“, das sei „seine Idee“ gewesen.
Kritik an Windkraft und „grünen“ Quellen – mit Seitenhieb auf Deutschland
Deutlich aggressiver wurde Trump, als es um erneuerbare Energien ging. Windräder nannte er „Verlierer“ und bezeichnete sie als hässlich; er legte sogar nach und behauptete, „dumme Menschen“ würden sie kaufen. Seine zugespitzte Behauptung: Je mehr Windmühlen ein Land habe, desto mehr Geld verliere es und desto schlechter gehe es den Menschen.
Deutschland erwähnte er dabei ausdrücklich. Dort sei die Stromproduktion um 22 Prozent gesunken, behauptete Trump. Das liege nicht am aktuellen Kanzler, sondern an Vorgängerregierungen. Außerdem lobte er Merz und sagte, er mache „einen guten Job“, ohne den deutschen Regierungschef beim Namen zu nennen.
Im gleichen Atemzug zeichnete Trump ein düsteres Bild von Europas Zukunft. Die USA machten sich „ernsthafte Sorgen“, sagte er – Europa „zerstöre sich selbst“. Damit leitete er den Übergang zu einem sicherheitspolitischen Thema ein, das den Rest der Rede dominierte.
„Soll ich über Grönland sprechen?“ – und dann wurde es ernst
„Soll ich über Grönland sprechen?“, fragte Trump – aus dem Publikum kam Gelächter. Danach wechselte er den Ton und formulierte eine klare Drohkulisse. Er sagte, er habe „größte Hochachtung“ für Grönland, aber jeder NATO-Verbündete habe die Pflicht, seine Territorien zu sichern. Keine Nation könne Grönland sichern – „mit Ausnahme der USA“, behauptete Trump.
Als historische Begründung verwies er auf den Zweiten Weltkrieg. Dänemark sei schnell an Nazi-Deutschland gefallen, sagte Trump. Die USA seien dadurch gezwungen gewesen, eigene Truppen zu entsenden, um Grönland zu halten. Er stellte das als Einsatz „für Dänemark“ dar und ließ einen provokativen Satz folgen: Ohne die USA würdet ihr „alle Deutsch sprechen und ein bisschen Japanisch“, meinte er.
Zum Schluss warf Trump den Dänen Undankbarkeit vor. Nach dem Krieg hätten die USA Grönland an Dänemark zurückgegeben, das sei „dumm“ gewesen – und nun sehe man, „wie undankbar“ Dänemark sei. Er sagte außerdem, die USA würden von der NATO „sehr unfair“ behandelt. Der entscheidende Satz folgte am Ende: Trump strebe „unverzüglich Verhandlungen“ über die Übernahme der Insel durch die Vereinigten Staaten an.
Warum das Thema jetzt eskaliert – und was das für die NATO bedeutet
Es ist laut Text das erste Mal seit 2020, dass Trump an der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums teilnimmt. In diesem Jahr seien die USA mit einer ungewöhnlich großen Delegation in Davos vertreten, und Trump wolle mehrere Staats- und Regierungschefs treffen, um über Grönland zu sprechen. Das wirkt weniger wie ein spontaner Satz auf der Bühne, sondern wie ein politisches Projekt, das Washington aktiv vorantreibt.
Zusätzlichen Druck erzeugen wirtschaftliche Drohungen. Trump habe neue Zölle für acht europäische Länder in Aussicht gestellt, weil sie sich weigerten, seinen Forderungen nachzukommen – darunter auch Deutschland. In Kombination mit der Grönland-Forderung droht das die Spannungen innerhalb des Bündnisses zu verschärfen: Trumps Kurs könnte die NATO weiter spalten, weil er Sicherheitsfragen, Handelspolitik und politische Loyalität offen miteinander verknüpft.
Macron hat in Davos ebenfalls klare Worte gefunden und vor neuen US-Zolldrohungen gegen Europa gewarnt.
