US-Präsident Donald Trump hat erklärt, die USA würden angeblich ein militärisches Lazarettschiff nach Grönland schicken, weil es den Menschen dort an medizinischer Versorgung fehle, berichtet timestuff.de unter Berufung auf spiegel.de. In Dänemark weist man diese Darstellung zurück und betont: Das Gesundheitssystem funktioniert, eine „Rettungsmission“ von außen sei nicht nötig.
Dänemark reagiert auf Trumps Aussagen zur „mangelnden Behandlung“
Dänemarks Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen widersprach am Sonntag im Programm des dänischen Senders DR Trumps Behauptung, die Bewohner der autonomen dänischen Insel seien medizinisch nicht ausreichend versorgt. Nach seinen Worten erhalten die Menschen in Grönland genau die Gesundheitsversorgung, die sie brauchen. Ein Teil der Behandlungen findet direkt in Grönland statt, kompliziertere Fälle werden in Kliniken in Dänemark übernommen.
Poulsen unterstrich, dass es keinen Bedarf für eine gesonderte „Sonderinitiative“ im grönländischen Gesundheitswesen gebe. Zugleich sagte er, ihm lägen keine Informationen vor, dass ein Lazarettschiff tatsächlich auf dem Weg nach Grönland sei. Mit einem ironischen Unterton fügte der Minister hinzu, Trump veröffentliche regelmäßig Beiträge über Grönland – und das wirke inzwischen wie Teil einer neuen Normalität in der internationalen Politik.
„Das Schiff ist schon unterwegs“ – was Trump auf Truth Social schrieb

Am Samstag schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, die Vereinigten Staaten würden ein „großartiges Lazarettschiff“ nach Grönland entsenden. Damit wolle man „vielen Menschen“ helfen, die dort – so seine Darstellung – ohne angemessene medizinische Betreuung blieben. Am Ende seines Posts setzte er einen emotionalen Nachsatz: „Es ist unterwegs!!!“ Genau dieser Tonfall löste in Kopenhagen eine öffentliche Reaktion aus.
In der dänischen Regierung betont man, es gebe keine realen Gründe für eine solche „Hilfe“. In Grönland sind medizinische Leistungen – wie auch in Dänemark – kostenlos, während der Zugang zur Behandlung in den USA oft von Versicherungsschutz und finanziellen Möglichkeiten abhängt. Vor diesem Hintergrund klang Trumps Aussage für viele in Dänemark umso befremdlicher.
Frederiksen erinnert an kostenlose Medizin – inklusive Emoji
Auch Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen meldete sich zu Wort und veröffentlichte einen Beitrag auf Facebook. Sie schrieb, sie sei froh, in einem Land zu leben, in dem der Zugang zur Gesundheitsversorgung frei und gleich ist und nicht Reichtum oder Versicherung darüber entscheiden, ob jemand eine angemessene Behandlung bekommt. Zum Schluss ergänzte sie, in Grönland verfolge man denselben Ansatz – und beendete den Post mit einem errötenden, lächelnden Emoji.
Diese Botschaft war zugleich politisch und sehr pragmatisch. Dänemark machte damit deutlich, dass die Debatte über eine angebliche „Rettung“ Grönlands konstruiert wirkt. Und das Thema Gesundheit, so die Linie aus Kopenhagen, dürfe nicht zum Hebel für äußeren Druck werden.
Ein echter Vorfall: Evakuierung von einem US-U-Boot in ein grönländisches Krankenhaus
Während in sozialen Netzwerken lautstarke Aussagen kursierten, gab es auf der Insel einen konkreten Einsatz: Ein Besatzungsmitglied eines US-amerikanischen U-Boots wurde per Hubschrauber in ein Krankenhaus in Grönland gebracht. Die Evakuierung erfolgte durch die dänische Armee wegen eines medizinischen Notfalls, wie das Arktis-Kommando der dänischen Streitkräfte am Samstag erklärte. Der Fall zeigte eher das Gegenteil von Trumps Darstellung: Zusammenarbeit und Notfallrouten funktionieren vor Ort auch ohne große Ankündigungen.
Zudem verweist Kopenhagen auf bereits umgesetzte, systemische Schritte. Anfang Februar unterzeichneten die Regierungen in Nuuk und Kopenhagen eine Vereinbarung, die die Versorgung grönländischer Patientinnen und Patienten in dänischen Kliniken verbessern soll. Grönland selbst verfügt über fünf Krankenhäuser, die medizinische Infrastruktur ist also vorhanden und wird weiterentwickelt.
Warum Grönland erneut im Fokus Washingtons steht
Grönland ist seit längerem ein Thema in der US-Politik. Trump hat wiederholt betont, die USA müssten aus Sicherheitsgründen die Kontrolle über die Insel übernehmen, und sprach dabei auch über die Idee, Grönland zu „kaufen“. Im vergangenen Monat nahm er nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte seine Rhetorik über eine gewaltsame Übernahme zurück; stattdessen wurde die Einrichtung einer Arbeitsgruppe angekündigt.
Vor diesem Hintergrund wirkt die Aussage über ein „US-Lazarettschiff nach Grönland“ weniger wie ein einzelner Post, sondern eher wie Teil einer breiteren Linie aus Symbolpolitik und Druckaufbau. Die dänische Regierung bleibt bei ihrer Position: Die medizinische Versorgung in Grönland ist gewährleistet, und der Versuch, die Lage als humanitäre Krise darzustellen, entspricht nicht der Realität.
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