Am 15. Januar 2026 erhöhen die Gewerkschaften den Druck auf die Arbeitgeber – kurz vor der zweiten Verhandlungsrunde zum TV-L-Tarifvertrag, berichtet timestuff.de unter Berufung auf verdi.de. Betroffen sind Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in den Bundesländern – von Verwaltungen und Kitas bis hin zu Hochschulen und einzelnen Diensten, die den täglichen Betrieb der Stadt mittragen.
Der Tag ist nicht nur für die Beschäftigten wichtig, sondern auch für die Einwohnerinnen und Einwohner: Einige Einrichtungen könnten nur eingeschränkt arbeiten, und in Potsdam ist eine Demonstration geplant, die den Verkehr beeinflussen kann. Die beste Strategie für den 15. Januar: mehr Zeitpuffer einplanen und morgens die aktuellen Hinweise prüfen.
„Der Personalmangel und die Zahl der unbesetzten Stellen im öffentlichen Dienst liegen auf Rekordniveau … das schafft eine hochexplosive Atmosphäre“, warnte ver.di-Vorsitzender Frank Werneke.
Was am 15. Januar nicht oder nur langsamer funktioniert
Ein Streik heißt nicht automatisch „alles geschlossen“, aber er bedeutet: verkürzte Öffnungszeiten, weniger Personal vor Ort und längere Wartezeiten sind möglich. Am stärksten spürt man das dort, wo Dienstpläne und Schichtbetrieb entscheidend sind – in Kitas, an Service-Schaltern und in Verwaltungen.
Berlin: Welche Einrichtungen besonders von Ausfällen betroffen sein können
Nach Angaben gewerkschaftlicher Strukturen werden für den 15. Januar in Berlin Beschäftigte zum Streik aufgerufen bei:
- Senatsverwaltung (Senatsverwaltungen/Behörden)
- Bezirksämter (Bezirksverwaltungen)
- Kitas (insbesondere Kita-Eigenbetriebe – landeseigene Kitaträger)
- Hochschulen (Universitäten/Hochschulen)
- forstwirtschaftliche Betriebe des Landes (landeseigene Forstbetriebe)
Wenn Sie einen Termin im Bezirksamt haben, ist ein Plan B sinnvoll: Online-Dienste nutzen, auf einen anderen Tag ausweichen oder – falls das Verfahren es zulässt – einen anderen Standort wählen. An Warnstreiktagen leidet häufig vor allem der Front-Office-Bereich: Annahme, Ausgabe und Bearbeitung von Dokumenten.
Brandenburg: Wo es zu Einschränkungen kommen kann
In Brandenburg werden für den 15. Januar Beschäftigte zum Streik aufgerufen bei:
- Polizeidienststellen (einzelne Reviere/Einheiten)
- Hochschulen (Universitäten/Hochschulen)
- Landesbehörden (Behörden des Landes)
Das bedeutet nicht zwingend, dass alle Funktionen stillstehen – aber langsamere Bearbeitung, längere Wartezeiten an Hotlines und eine geringere Service-Verfügbarkeit sind möglich.
Kitas: Was Eltern wissen sollten

Ein besonderer Fokus liegt diesmal auf Kitas – vor allem auf den Kita-Eigenbetrieben in Berlin. Die GEW Berlin hat Tarifbeschäftigte dieser Einrichtungen ausdrücklich zum ganztägigen Warnstreik am 15. Januar aufgerufen.
Was das in der Praxis bedeuten kann:
- Gruppen arbeiten möglicherweise nicht voll besetzt oder mit verkürzten Zeiten;
- Eltern werden eventuell gebeten, ihr Kind früher abzuholen oder es an diesem Tag nicht zu bringen;
- Informationen kommen oft sehr kurzfristig – am Morgen oder am Vorabend.
Am hilfreichsten ist es, am Morgen des 15. Januar die Nachrichten Ihrer Kita zu prüfen und für mindestens einen halben Tag eine Betreuung in Reserve zu haben.
Schulen und Hochschulen: Finden Unterricht und Veranstaltungen statt?

Für Hochschulen ist das Risiko von Einschränkungen höher: Die Streikaufrufe betreffen ausdrücklich Hochschulen in Berlin und Brandenburg.
Veranstaltungen können verschoben werden, Service-Stellen (Dekanat, Studierendenbüros) reagieren womöglich langsamer, einzelne Termine werden abgesagt.
Bei Schulen ist wichtig, die Daten nicht zu verwechseln: Am 14. Januar gab es in Berlin auch Streikaufrufe für Schulen (als eigener Aktionstag). Am 15. Januar liegt der Schwerpunkt dagegen auf Verwaltungen, Kitas und Hochschulen.
Demonstration in Potsdam: Wo es Sperrungen geben kann
Die zweite Verhandlungsrunde ist für den 15.–16. Januar 2026 in Potsdam angesetzt – und zum Auftakt wird eine Demonstration erwartet.
Die Polizei bestätigt, dass es dadurch zu Verkehrseinschränkungen in Potsdam-West kommen kann – inklusive möglicher Sperrungen und kurzfristiger Einschränkungen für ÖPNV, Fußgänger und Radfahrer.
Route und Zeit (öffentlich bekannte Informationen)
- Der Demonstrationszug bewegt sich vom Bahnhof Charlottenhof stadteinwärts über die Zeppelinstraße (Richtung Ausfallstraße);
- Sperrungen/Behinderungen sind voraussichtlich von 11:00 bis 12:30 Uhr möglich;
- Rundherum kann es zu Staus und „Wellen“ von kurzfristigen Sperrungen kommen.
Zentrale Risikostelle für Autofahrer am 15. Januar: Zeppelinstraße (Potsdam West) im Zeitraum 11:00–12:30 Uhr.
Kurz-Check: Was Sie am Morgen des 15. Januar prüfen sollten
| Situation | Was schiefgehen kann | Was hilft |
|---|---|---|
| Kita | verkürzte Betreuung / Personalmangel | Mitteilung prüfen, „Plan B“ bereithalten |
| Bezirksamt / Senatsverwaltung | weniger offene Schalter, längere Wartezeiten | Termin verschieben oder Online-Services nutzen |
| Hochschule | verschobene Veranstaltungen, langsamere Antworten | Hinweise der Fakultät/Hochschule verfolgen |
| Fahrt durch Potsdam-West | Stau/Sperrung auf der Zeppelinstraße | umfahren oder außerhalb 11:00–12:30 Uhr fahren |
Und noch ein praktischer Tipp: Wenn Sie „pünktlich um jeden Preis“ ankommen müssen, planen Sie keine knappen Umstiege – selbst kurze Sperrungen können den gesamten Zeitplan durcheinanderbringen.
Warum die Streiks gerade jetzt stattfinden – und wie es weitergeht
Die Gewerkschaften betonen, dass Beschäftigte im öffentlichen Dienst durch die Inflation reale Einkommensverluste spüren – während die Arbeitgeber aus Sicht von ver.di ohne ausreichend überzeugende Angebote in die Verhandlungen gegangen sind. ver.di fordert 7 Prozent mehr, mindestens jedoch 300 Euro pro Monat, außerdem +200 Euro für Auszubildende/junge Beschäftigte sowie weitere Punkte.
Die Verhandlungen laufen am 15.–16. Januar in Potsdam. Ihr Verlauf entscheidet maßgeblich darüber, ob es in den kommenden Wochen weitere Warnstreiks geben wird.
Wer zusätzlich wissen will, wo am 15. Januar in Berlin Aktionen geplant sind und ob es wegen des Streiks kostenloses Parken gibt, findet alle Details in unserem separaten Material.
