Nach einer umstrittenen Bemerkung über eine japanische Pokémon-Karte steht Andrea Kiewel in der Kritik. Das ZDF übermittelte inzwischen eine Entschuldigung der Moderatorin und distanzierte sich von Rassismus. Ob der Vorfall Konsequenzen hat, beantwortet der Sender bislang jedoch nicht.
Stand: 13. Juli 2026
Aus einer kurzen Szene in einer Live-Sendung ist innerhalb weniger Stunden eine breite Debatte entstanden. Während des „ZDF-Fernsehgartens“ vom 12. Juli 2026 sprach Andrea Kiewel mit zwei Sammlerinnen über Pokémon-Karten. Als ihr eine Karte mit japanischer Beschriftung gezeigt wurde, bezeichnete sie diese zunächst fälschlicherweise als chinesisch und imitierte anschließend die vermeintliche Aussprache, berichtet timestuff.de.
Die Kritik richtet sich dabei nicht allein gegen die Verwechslung von Japanisch und Chinesisch, sondern vor allem gegen die Verwendung eines abwertenden sprachlichen Stereotyps.
Was ist im „ZDF-Fernsehgarten“ passiert?
Die Sendung am Sonntag stand unter dem Motto „90er Dance Party“. Passend dazu wurde auch der in den 1990er-Jahren populär gewordene Pokémon-Trend aufgegriffen. Zwei Sammlerinnen präsentierten verschiedene Karten, darunter ein Pikachu-Set mit Beschriftungen in mehreren Sprachen.
Nachdem Kiewel einige europäische Sprachversionen betrachtet hatte, zeigte sie auf eine japanische Karte. Sie ordnete diese China zu und sagte lachend „Ching Chong Chang“, während sie so tat, als würde sie die Schriftzeichen vorlesen.
Die Szene verbreitete sich anschließend über soziale Netzwerke. Zuschauer und Content-Creator warfen der Moderatorin vor, ein rassistisches Klischee über asiatische Sprachen zu reproduzieren. Eine Zusammenfassung der Kritik veröffentlichte unter anderem t-online.
Der Ablauf im Überblick
- Im „Fernsehgarten“ werden Pokémon-Karten in unterschiedlichen Sprachen gezeigt.
- Andrea Kiewel bezeichnet eine japanische Karte fälschlicherweise als chinesisch.
- Sie imitiert anschließend die vermeintliche Sprache mit einer stereotypen Lautfolge.
- Ausschnitte der Szene verbreiten sich in sozialen Netzwerken.
- Unter Beiträgen des „Fernsehgartens“ werden Rassismusvorwürfe erhoben.
- Am Montag übermittelt das ZDF eine Entschuldigung der Moderatorin.
So reagiert das ZDF auf die Kritik
Auf Anfrage erklärte das ZDF, Kiewels spontane Bemerkung sei durch die Live-Situation entstanden und „keinesfalls rassistisch gemeint“ gewesen. Der Sender übermittelte zugleich eine Entschuldigung der Moderatorin.
„Andrea Kiewel bedauert ihre Worte und entschuldigt sich dafür. Das ZDF stellt sich explizit gegen jede Form von Rassismus.“
Die gleiche Erklärung wurde nach Angaben des Portals auch unter einem Beitrag auf der Instagram-Seite des „Fernsehgartens“ veröffentlicht. Eine eigene Videobotschaft oder einen persönlichen Beitrag von Andrea Kiewel gab es bis zum Redaktionsschluss nicht.
Damit liegt eine ausdrückliche Entschuldigung vor – sie wurde allerdings durch den Sender und nicht unmittelbar über einen persönlichen Kanal der Moderatorin verbreitet.

Was ist bestätigt und welche Fragen bleiben offen?
| Frage | Aktueller Stand |
|---|---|
| Hat Andrea Kiewel sich entschuldigt? | Ja. Das ZDF erklärte, sie bedauere ihre Worte und entschuldige sich. |
| Wie bewertet das ZDF die Aussage? | Der Sender erklärt, die Äußerung sei nicht rassistisch gemeint gewesen, und positioniert sich ausdrücklich gegen Rassismus. |
| Gibt es eine persönliche Erklärung Kiewels? | Bislang wurde die Entschuldigung über das ZDF verbreitet. Eine eigene öffentliche Stellungnahme ist nicht bekannt. |
| Wurden Konsequenzen angekündigt? | Nein. Das ZDF hat bisher keine personellen oder redaktionellen Maßnahmen genannt. |
| Fällt die nächste Sendung aus? | Nein. Der nächste „Fernsehgarten“ ist weiterhin für den 19. Juli 2026 angesetzt. |
Warum die Erklärung des Senders nicht alle Fragen beantwortet
Das ZDF hat sich klar von Rassismus distanziert und die Entschuldigung der Moderatorin übermittelt. Offen bleibt jedoch, wie der Sender den Vorfall intern aufarbeitet.
Nach Angaben von t-online beantwortete das ZDF weder die Frage nach möglichen Konsequenzen noch die Frage nach Sensibilisierungs- oder Schulungsmaßnahmen zum Umgang mit diskriminierenden Stereotypen.
Bislang fehlen damit Aussagen zu folgenden Punkten:
- ob ein internes Gespräch mit Andrea Kiewel stattgefunden hat,
- ob die Redaktion ihre Vorbereitung vergleichbarer Live-Segmente verändert,
- ob Schulungen oder Sensibilisierungsmaßnahmen geplant sind,
- ob Kiewel selbst noch ausführlicher Stellung nehmen wird.
Eine Entschuldigung beendet deshalb nicht automatisch die Diskussion. Gerade bei einer öffentlich-rechtlichen Live-Sendung stellt sich zusätzlich die Frage, wie spontan geäußerte diskriminierende Klischees künftig verhindert werden sollen.
Hat der Vorfall Folgen für den nächsten „Fernsehgarten“?
Derzeit gibt es keinen bestätigten Hinweis auf eine Pause, einen Moderatorenwechsel oder eine Absage. Im offiziellen ZDF-Ticketservice ist die nächste Open-Air-Ausgabe weiterhin für Sonntag, den 19. Juli 2026, um 12 Uhr auf dem Fernsehgartengelände in Mainz eingetragen.
Ob Andrea Kiewel den Vorfall in der nächsten Livesendung selbst ansprechen wird, ist nicht bekannt. Auch das ZDF hat hierzu bisher keine Ankündigung veröffentlicht.

Andrea Kiewel ist seit Jahren das Gesicht der Sendung
Der Vorfall erhält auch deshalb so viel Aufmerksamkeit, weil Andrea Kiewel eng mit dem „ZDF-Fernsehgarten“ verbunden ist. Sie übernahm die Moderation erstmals im Jahr 2000 und steht – nach einer Unterbrechung – seit 2009 wieder regelmäßig für die Show vor der Kamera.
Die Sendung feiert 2026 ihr 40-jähriges Bestehen. Laut der offiziellen ZDF-Pressemappe verfolgen pro Ausgabe etwa 5.000 bis 6.000 Menschen die Show direkt auf dem Gelände. Rund 130 Teammitglieder arbeiten an der aufwendigen Live-Produktion.
Gerade weil der „Fernsehgarten“ als generationsübergreifende Familienunterhaltung positioniert wird, werden Äußerungen seiner langjährigen Moderatorin besonders aufmerksam bewertet.
Ein Fehler in einer Livesendung – aber keine reine Panne
Live-Fernsehen ist nur begrenzt planbar. Versprecher, falsche Zuordnungen und spontane Reaktionen gehören zum Risiko eines solchen Formats. Die Erklärung, eine Bemerkung sei in einer spontanen Situation entstanden, beschreibt deshalb zwar den Ablauf – sie beantwortet aber nicht die inhaltliche Kritik.
Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Absicht und Wirkung. Es gibt keinen Beleg dafür, dass Kiewel Menschen bewusst herabsetzen wollte. Gleichzeitig kann eine nicht beabsichtigte Bemerkung dennoch ein diskriminierendes Klischee wiederholen und Betroffene verletzen.
Eine fehlende rassistische Absicht macht die geäußerte stereotype Darstellung nicht automatisch harmlos.
Eine glaubwürdige Aufarbeitung müsste daher über die Feststellung hinausgehen, dass die Aussage nicht so gemeint gewesen sei. Dazu könnten eine persönliche Einordnung, die Anerkennung der konkreten Kritik und nachvollziehbare Maßnahmen für künftige Sendungen gehören.
Auch „Sallys Welt“-Star Sally Özcan sorgt derzeit mit privaten Neuigkeiten für Aufmerksamkeit und erwartet ihr drittes Kind.
