Audi veröffentlicht erstmals konkrete technische Daten zum neuen A2 e-tron. Das elektrische Kompaktmodell soll in seiner effizientesten Konfiguration nur 12,8 Kilowattstunden pro 100 Kilometer verbrauchen. Hinzu kommen eine 61-kWh-LFP-Batterie, ein Luftwiderstandsbeiwert von 0,24 und Funktionen zum bidirektionalen Laden, berichtet timestuff.de.
Der neue Audi A2 e-tron soll im Herbst 2026 offiziell vorgestellt werden. Bestellungen und erste Auslieferungen sind nach Angaben des Herstellers ebenfalls noch für 2026 vorgesehen. Einen verbindlichen Preis oder eine endgültige WLTP-Reichweite hat Audi bislang jedoch nicht genannt.
Die wichtigsten Daten zum Audi A2 e-tron im Überblick
Die aktuell veröffentlichten Werte beziehen sich vor allem auf den Audi A2 e-tron mit 140 kW und optionalem Effizienzpaket. Sie dürfen deshalb nicht automatisch auf jede spätere Motorisierung und Ausstattung übertragen werden.

| Technisches Merkmal | Offizieller Stand |
|---|---|
| Stromverbrauch | 12,8 kWh/100 km, vorläufig nach WLTP |
| Leistung der Effizienzversion | 140 kW |
| Batterie | 61 kWh brutto, 58 kWh netto |
| Zellchemie | Lithium-Eisenphosphat, kurz LFP |
| DC-Ladeleistung | Bis zu 105 kW |
| Ladezeit von 10 auf 80 Prozent | 26 Minuten |
| Luftwiderstandsbeiwert | cw 0,24 mit Effizienzpaket |
| Bidirektionales Laden | Vehicle-to-Load und Vehicle-to-Home |
| Vorstellung | Herbst 2026 |
| Produktion | Audi-Werk Ingolstadt |
Entscheidend ist die genaue Formulierung: Die 12,8 kWh/100 km sind ein vorläufiger WLTP-Wert der 140-kW-Version mit optionalem Effizienzpaket.
12,8 kWh pro 100 Kilometer: Was der Verbrauchswert bedeutet
Audi bezeichnet den neuen A2 e-tron als das effizienteste Modell der eigenen Geschichte. Laut der offiziellen Medieninformation vom 4. August 2026 erreicht die 140-kW-Version mit Effizienzpaket einen vorläufigen Stromverbrauch von 12,8 kWh pro 100 Kilometer.
Der Wert soll nicht durch eine einzelne technische Lösung entstehen. Audi kombiniert dafür mehrere Maßnahmen:
- eine besonders strömungsgünstige Karosserie,
- rollwiderstandsoptimierte Reifen und aerodynamische Räder,
- eine weiterentwickelte Leistungselektronik,
- einen effizienteren Elektromotor und ein reibungsarmes Getriebe,
- eine kompakte LFP-Batterie mit angepasstem Thermomanagement.
„Genau diesen Anspruch führen wir mit dem neuen A2 e-tron fort.“
Gernot Döllner, Vorstandsvorsitzender der AUDI AG
Für Autofahrer ist der geringe Verbrauch vor allem bei den laufenden Kosten relevant. Wer beispielsweise 15.000 Kilometer im Jahr fährt, würde auf Grundlage des vorläufigen WLTP-Werts rechnerisch rund 1.920 kWh Fahrstrom benötigen. Tatsächlicher Netzbezug und Kosten fallen wegen Ladeverlusten, Temperatur, Geschwindigkeit, Reifen, Ausstattung und persönlichem Fahrstil unterschiedlich aus.
61-kWh-LFP-Batterie mit 58 kWh nutzbarer Kapazität
In der 140-kW-Version setzt Audi auf eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie mit 61 kWh Bruttokapazität und 58 kWh nutzbarer Kapazität. Die Zellen werden bei der sogenannten Cell-to-Pack-Bauweise direkt in das Batteriegehäuse integriert.

Durch den kompakten Aufbau benötigt die Batterie weniger Platz in der Höhe. Das soll der Sitzposition, der Beinfreiheit und dem nutzbaren Innenraum zugutekommen. Weitere technische Einzelheiten nennt Audi in einem Hintergrundartikel zur Batterie des A2 e-tron.
Die LFP-Technologie bringt mehrere praktische Eigenschaften mit:
- Die Zellen benötigen laut Audi kein Nickel und Kobalt.
- Die Zellchemie gilt als robust und alterungsstabil.
- Die Batterie kann im Alltag regelmäßig auf 100 Prozent geladen werden.
- Die Leistung soll auch bei sinkendem Ladezustand gleichmäßiger bleiben.
- Das Cell-to-Pack-Konzept verbessert die Raumausnutzung.
„Eine gute Zellchemie allein reicht nicht.“
Dr. Benedikt Hackl, Projektleiter Energiesystem bei Audi
Audi hat deshalb auch Kühlung, Ladeelektronik und Software angepasst. Beim AC-Laden an einer Wallbox soll die Ladeeffizienz 89,6 Prozent erreichen. Dabei handelt es sich nicht um den Wirkungsgrad des Fahrzeugs während der Fahrt, sondern um den Anteil der aus dem Stromnetz aufgenommenen Energie, der beim Ladevorgang tatsächlich in der Batterie ankommt.
Ladeleistung: 10 bis 80 Prozent in 26 Minuten
An einer geeigneten Schnellladestation soll die LFP-Version mit maximal 105 kW Gleichstrom laden. Für den üblichen Ladehub von 10 auf 80 Prozent nennt Audi eine Zeit von 26 Minuten.
105 kW sind kein außergewöhnlicher Spitzenwert für ein neues Elektroauto. Die entscheidende Frage wird daher sein, wie lange der A2 e-tron seine maximale oder annähernd maximale Leistung halten kann. Eine vollständige Ladekurve hat Audi noch nicht veröffentlicht.
Eine hohe kurzfristige Spitzenleistung sagt weniger über die Reisezeit aus als eine stabile Ladekurve über einen möglichst großen Bereich des Akkus.
Bidirektionales Laden: Das Auto wird zum Stromspeicher
Der Audi A2 e-tron soll Energie nicht nur aufnehmen, sondern auch wieder abgeben können. Vorgesehen sind zwei unterschiedliche Funktionen:
- Vehicle-to-Load: Externe Geräte lassen sich über das Fahrzeug mit Strom versorgen. Audi nennt als Beispiel das Laden eines E-Bikes über eine Steckdose im Kofferraum oder einen Adapter am Ladeanschluss.
- Vehicle-to-Home: Die Batterie kann als Speicher für das häusliche Stromnetz genutzt werden, beispielsweise in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage.
Vehicle-to-Home soll zunächst in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar sein. Dafür wird eine von Audi empfohlene kompatible Ladebox benötigt. Welche Wallbox-Modelle unterstützt werden und unter welchen technischen oder tariflichen Bedingungen die Rückspeisung funktioniert, ist noch nicht vollständig bekannt.

Aerodynamik: Warum der cw-Wert von 0,24 wichtig ist
Mit Effizienzpaket erreicht der Audi A2 e-tron einen Luftwiderstandsbeiwert von cw 0,24. Nach Angaben des Herstellers ist dies der beste Wert innerhalb des aktuellen Audi-Kompaktsegments.
Der cw-Wert allein beschreibt allerdings nicht den vollständigen Luftwiderstand. Dafür ist zusätzlich die Stirnfläche des Fahrzeugs entscheidend. Da Audi die endgültigen Abmessungen und die komplette aerodynamische Gesamtfläche noch nicht veröffentlicht hat, ist ein direkter Vergleich mit jedem Konkurrenzmodell nur eingeschränkt möglich.
Zu den von Audi genannten Maßnahmen gehören:
- eine abgerundete Frontpartie,
- eine fließend abfallende Dachlinie,
- klar definierte Abrisskanten am Heck,
- Air Curtains zur kontrollierten Führung der Luft an den Rädern,
- strömungsoptimierte Radhausblenden und Felgen,
- ein automatisch gesteuerter Kühllufteinlass.
Der Kühllufteinlass bleibt unter normalen Bedingungen geschlossen, um den Widerstand zu verringern. Er öffnet sich unter anderem beim Laden, bei hoher Leistungsanforderung oder großer Hitze, wenn Batterie und Elektronik stärker gekühlt werden müssen.
Insgesamt sollen die aerodynamischen Anpassungen den WLTP-Verbrauch gegenüber einem technisch vergleichbaren Fahrzeug ohne diese Maßnahmen um bis zu 0,9 kWh pro 100 Kilometer reduzieren. Audi erklärt die einzelnen Lösungen ausführlich in seinem offiziellen Beitrag zur Aerodynamik des A2 e-tron.
Effizienterer Elektromotor und neue Leistungselektronik
Beim Antrieb setzt Audi auf einen permanent erregten Synchronmotor. Siliziumkarbid-Halbleiter sollen die Schaltverluste in der Leistungselektronik reduzieren. Zusätzlich verwendet Audi dünnere Lamellen im Elektromotor, eine veränderte Statorwicklung und ein neues Leichtlauföl im Getriebe.
Eine lange Übersetzung von 10,2:1 senkt bei höheren Geschwindigkeiten die Drehzahl des Elektromotors. Der überarbeitete Antrieb soll dadurch unter bestimmten Bedingungen bis zu zehn Prozent effizienter arbeiten.
Auch hier gilt: Audi nennt den Verbrauchsrekord ausdrücklich für die 140-kW-Ausführung mit Effizienzpaket. Welche Verbrauchswerte stärkere Versionen, größere Räder oder andere Ausstattungspakete erreichen, ist noch offen.
Audi A2 e-tron: Vorstellung, Bestellstart und Auslieferung
Die Weltpremiere des neuen Audi A2 e-tron ist für den Herbst 2026 geplant. Nach den aktuell veröffentlichten Angaben soll das Modell ab der Präsentation bestellbar sein. Die ersten Fahrzeuge sollen noch im Jahr 2026 an Kunden ausgeliefert werden.
Produziert wird der elektrische A2 am Audi-Stammsitz in Ingolstadt. Bereits bei der ersten Ankündigung im März hatte der Hersteller erklärt, dass der A2 e-tron den elektrischen Einstieg in das eigene Modellprogramm bilden soll. Die damalige Ankündigung ist im Audi Media Center abrufbar.
Preis und Reichweite: Diese Angaben fehlen noch
| Bereits offiziell bestätigt | Noch nicht offiziell bestätigt |
|---|---|
| Verbrauch der 140-kW-Effizienzversion | Endgültige WLTP-Reichweite |
| 61-kWh-LFP-Batterie, 58 kWh netto | Deutscher Einstiegspreis |
| Bis zu 105 kW DC-Ladeleistung | Serienmäßige Ausstattung |
| Bidirektionales Laden | Aufpreis des Effizienzpakets |
| Vorstellung und Bestellstart im Herbst | Vollständige Modell- und Leistungsübersicht |
Von aktuell kursierenden Preisangaben sollte man daher Abstand nehmen. Solange Audi keine offizielle deutsche Preisliste veröffentlicht, handelt es sich bei solchen Zahlen um Schätzungen oder unbestätigte Informationen.
Auch eine offizielle Reichweite lässt sich nicht seriös allein aus Nettokapazität und Verbrauch berechnen. WLTP-Messbedingungen, Ladeverluste, nutzbare Energiereserven, Räder, Ausstattung und Softwarekalibrierung können das homologierte Ergebnis beeinflussen.
Fest steht bisher nur: Audi positioniert den A2 e-tron nicht über eine möglichst große Batterie, sondern über einen niedrigen Energieverbrauch und hohe Alltagseffizienz.
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