Ein nächtlicher TikTok-Stream von Capital Bra hat bei vielen Fans große Sorgen ausgelöst und zugleich einen neuen Skandal um den Berliner Rapper entfacht, berichtet timestuff.de unter Berufung auf tagesspiegel.de. Zunächst war der 31-Jährige in einem Rettungswagen zu sehen, nur wenige Stunden später folgten Erklärungen des Künstlers, Aussagen seines Managers und neue Vorwürfe einer deutschen Aufsichtsbehörde.
Capital Bra schockiert Fans mit Livestream aus dem Rettungswagen
In der Nacht zu Montag startete der Berliner Rapper Capital Bra einen TikTok-Livestream, der sich in kurzer Zeit rasant in den sozialen Netzwerken verbreitete. In dem Video liegt der Musiker in einem Rettungswagen, wirkt desorientiert und ruft mehrfach nach Hilfe. Nachdem zunächst die Bild auf den Vorfall aufmerksam gemacht hatte, wurde der Mitschnitt auch in anderen deutschen Medien und auf Social Media intensiv diskutiert.
Ein Rettungssanitäter versucht in dem Video, den Rapper zu beruhigen, und erklärt ihm, dass er bereits ins Krankenhaus gebracht werde. Dabei fällt ein kurzer, aber eindringlicher Satz:
„Wir helfen dir.“
Als der Sanitäter bemerkt, dass er gefilmt wird, reagiert er sichtbar genervt. Capital Bra sagt darauf nur leise, dass es sich um TikTok handle, und richtet die Kamera für einen Moment auf sein erschöpft wirkendes Gesicht.
In der Klinik fallen die Worte Xanax, Tilidin und Kokain

Auch nach der Ankunft im Krankenhaus lief das Handy des Rappers weiter. Ein Arzt fragt ihn direkt, welche Substanzen er genommen habe, worauf Capital Bra antwortet:
„Xanax, Tilidin, Kokain.“
Anschließend fragt der Musiker erneut nervös, warum ihm nicht schneller geholfen werde. Auf die Nachfrage des Arztes, wann er die Mittel eingenommen habe, antwortet er knapp, dass es gerade eben gewesen sei. Kurz darauf stellt der Mediziner noch eine Frage zu einer möglichen Panikattacke, dann bricht der veröffentlichte Gesprächsausschnitt ab.
Xanax gehört zu den stark wirksamen Benzodiazepinen und wird in der Regel zur kurzfristigen Behandlung schwerer Angst- und Panikstörungen eingesetzt. Das Medikament wirkt beruhigend und angstlösend, kann aber vergleichsweise schnell sowohl psychisch als auch körperlich abhängig machen. Tilidin ist ein synthetisches Opioid-Schmerzmittel, das bei mittelstarken bis starken Schmerzen verschrieben wird und ebenfalls als suchtgefährdend gilt. Deshalb unterliegt es in Deutschland strengen rechtlichen Vorgaben.
Nach dem Klinikaufenthalt meldet sich der Rapper mit einer Entschuldigung zurück
Einige Stunden später tauchte Capital Bra erneut in den sozialen Netzwerken auf, diesmal in einem Instagram-Video. Darin sitzt er neben seinem Manager im Auto und erklärt, dass er das Krankenhaus inzwischen verlassen habe. Er sei unterkühlt gewesen, sagt der Rapper, und seine Hände seien immer noch kalt.
An seine Fans richtet er in dem Clip eine Entschuldigung und versucht, die entstandene Unruhe etwas zu dämpfen. Wörtlich sagt er:
„Leute, sorry. Ich wollte euch nicht zu viele Sorgen machen.“
Mit dieser Entschuldigung war die Angelegenheit jedoch nicht beendet. Denn kurz danach übte der Musiker Kritik am Verhalten des Klinikpersonals und sprach auch über das öffentliche Bild, das viele von ihm haben.
Capital Bra kritisiert das Klinikpersonal und spricht von Angst um sein Leben

In seinen weiteren Aussagen machte Capital Bra deutlich, dass er mit der Behandlung im Krankenhaus nicht zufrieden gewesen sei. Außerdem betonte er, dass frühere Songtexte nicht automatisch dazu führen dürften, ihn in jeder Situation sofort mit Drogen in Verbindung zu bringen. Nach seiner Darstellung sei genau diese vorschnelle Einordnung problematisch und unfair.
Besonders eindringlich wirkte eine Aussage, in der der Rapper die Situation aus seiner Sicht zuspitzte. Er sagte:
„Ich hatte Angst um mein Leben.“
Seine Einlassungen blieben allerdings in Teilen widersprüchlich. Statt die Diskussion zu beruhigen, führten sie deshalb eher dazu, dass über die Ereignisse jener Nacht noch intensiver spekuliert wurde.
Manager spricht von Rückfall nach längerer Abstinenz
Gegen fünf Uhr am Montagmorgen äußerte sich auch Capital Bras Manager Drilon Cocaj auf Instagram. Der 35-Jährige bezeichnete den Rapper als „sehr guten Jungen“, räumte aber zugleich ein, dass es bei ihm seit längerer Zeit ein Problem im Zusammenhang mit Drogen gebe. Nach einer längeren Phase der Abstinenz sei Capital Bra erneut rückfällig geworden.
Zugleich versuchte der Manager, die Lage einzuordnen und zu beruhigen. Der Zustand des Rappers sei inzwischen stabil, die medizinischen Werte seien unauffällig gewesen. Capital Bra sei mittlerweile wieder zu Hause und schlafe. Diese Erklärung nahm der Situation zwar etwas von ihrer Schärfe, ließ aber die entscheidende Frage offen, warum ein solcher Moment überhaupt live im Netz zu sehen war.
TikTok-Aufregung trifft auf weitere Vorwürfe wegen illegalen Online-Glücksspiels

Der nächtliche Livestream ist nicht der einzige Grund, warum Capital Bra derzeit im Fokus der Öffentlichkeit steht. Wie die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder am Montag mitteilte, geht sie bereits wegen anderer Vorgänge gegen den Rapper vor. Konkret geht es um Livestreams, in denen er illegales Online-Glücksspiel gezeigt und beworben haben soll.
Nach Angaben der Behörde wurden diese Inhalte nicht nur live verbreitet, sondern anschließend auch auf seinen Kanälen verfügbar gemacht. Darüber hinaus soll Capital Bra einschlägige Webseiten über dauerhafte Bannerwerbung in seinen sozialen Netzwerken beworben haben. Zudem werfen die Behörden ihm vor, eine Vergleichsseite für illegale Online-Glücksspielanbieter zu betreiben. Solche Aktivitäten sind in Deutschland verboten. Laut Behörde reagierte der Rapper weder auf die Anhörung noch auf die Untersagungsverfügung.
Behörde verhängt 250.000 Euro Zwangsgeld
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder setzte daraufhin ein Zwangsgeld in Höhe von 250.000 Euro fest. Die entsprechende Verfügung wurde dem Rapper bei einem Club-Konzert in Wiesbaden mit Unterstützung des Polizeipräsidiums Westhessen zugestellt. Die Behörde macht deutlich, dass das Streamen solcher Inhalte rechtlich ebenfalls als Werbung eingestuft wird und deshalb konsequent verfolgt werde.
In ihrer Stellungnahme betont die GGL, dass illegales Glücksspiel weder aktiv beworben noch durch scheinbar harmlose Unterhaltung verharmlost werden dürfe. Ronald Benter, Vorstand der Behörde, formulierte die Haltung unmissverständlich:
„Wir schrecken auch vor bekannten Namen nicht zurück.“
Die Behörde warnt eindringlich vor den Risiken nicht regulierter Angebote. Zugleich kritisiert sie die Praxis von Influencern und Streamern, verbotene Glücksspielplattformen in einem unterhaltenden Rahmen zu präsentieren und dadurch zu normalisieren.
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