Wenn Ihr Kopf erst am Abend richtig „anspringt“, ist das nicht nur eine Gewohnheit – es kann auch ein Risikofaktor fürs Herz sein, berichtet timestuff.de unter Berufung auf mietrecht-ratgeber.de. Eine große neue Studie bringt den „Nacht“-Chronotyp („Nachteule“) mit schlechteren Werten der Herz-Kreislauf-Gesundheit und einer höheren Wahrscheinlichkeit gefährlicher Komplikationen in Verbindung.
Was Forscher über „Nachteulen“ herausgefunden haben
Die Studie, die am Mittwoch in der Zeitschrift der American Heart Association veröffentlicht wurde, verglich Menschen nach ihrem Chronotyp – von klar „morgendlichen“ Typen bis zu denen, die abends und nachts besonders aktiv sind. Im Mittelpunkt standen Erwachsene mittleren und höheren Alters. Die Tendenz fiel für Spät-Schläfer eindeutig aus: „Nachteulen“ schnitten beim durchschnittlichen Herz-Kreislauf-Gesundheitszustand schlechter ab als „Frühaufsteher“ und Personen mit einem eher ausgeglichenen Rhythmus.
Dabei geht es nicht um eine einzelne Beobachtung, sondern um einen sehr großen Datensatz. Untersucht wurden mehr als 320.000 Erwachsene im Alter von 39 bis 74 Jahren. Anschließend wurden sie über die folgenden 14 Jahre begleitet, um zu verstehen, wie sich Schlaf- und Aktivitätsmuster langfristig auf Herz und Gefäße auswirken können.
Zahlen, die aufhorchen lassen: Risiko für Herz und Gefäße
Die Autoren berechneten, dass „Nachteulen“ eine um 79 Prozent höhere Häufigkeit eines insgesamt schlechten Herz-Kreislauf-Gesundheitswertes hatten. Zusätzlich erfassten sie auch „harte“ Ereignisse: ein um 16 Prozent höheres Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall. Das heißt nicht, dass spätes Schlafengehen automatisch krank macht – aber der Zusammenhang ist deutlich genug, um ihn ernst zu nehmen.
Damit die Bewertung nicht oberflächlich bleibt, sammelten die Forscher ein breites Set an Gesundheitsdaten der Teilnehmenden. Berücksichtigt wurden tägliche Ernährung, Gewicht, Rauchgewohnheiten, körperliche Aktivität, Blutdruck, Cholesterinwerte und weitere Faktoren. Daraus wurde ein individueller „Score“ für die Herz-Kreislauf-Gesundheit gebildet, der besser zeigt, was hinter den Zahlen steckt – und welche Stellschrauben sich überhaupt beeinflussen lassen.
„Es geht nicht nur um den Schlaf selbst, sondern um das Gesamtpaket aus Gewohnheiten, Alltag und Regeneration.“
Warum ein später Rhythmus kein „Urteil“ ist – aber Disziplin braucht

Ein wichtiger Punkt: Die erhöhten Risiken lassen sich teilweise durch Verhalten erklären, das sich ändern lässt – vor allem durch Rauchen und Schlaf. Häufig liegt das Problem also nicht darin, dass jemand von Natur aus „nachts“ tickt, sondern darin, dass ein später Rhythmus leichter mit ungünstigen Routinen zusammenfällt: mehr Zigaretten, unregelmäßigeres Essen, weniger planbare Erholung. Aus Sicht der zirkadianen Rhythmen wirkt das wie ein dauerhafter Konflikt zwischen innerer Uhr und den Regeln des Alltags.
Genau darauf verwies auch Dr. Kristen Knutson, ehrenamtliche Vorsitzende der American Heart Association (AHA). In einer Pressemitteilung sagte sie: „Der Abendtyp ist an sich nicht weniger gesund, aber er hat es schwerer – und deshalb ist es für diese Menschen besonders wichtig, einen gesunden Lebensstil zu pflegen.“ Übersetzt in Alltagssprache: Man kann eine „Nachteule“ sein – entscheidend ist, welche Gewohnheiten man darum herum aufbaut.
„Nachteule sein ist kein Problem – problematisch wird es, wenn Schlaf, Ernährung und Bewegung aus dem Takt geraten.“
Weitere „Begleiter“ des Nacht-Lifestyles – und ein überraschender Vorteil
Frühere Studien brachten einen nächtlichen Lebensrhythmus außerdem mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Depressionen, vorzeitige Sterblichkeit, Demenz, Diabetes und Schizophrenie in Verbindung. Viele Forschende betonen dabei, dass selten nur ein Faktor verantwortlich ist. Oft ist es die Kombination aus Nachtleben, Rauchen, häufigerem Alkoholkonsum und weniger stabilen Tagesabläufen, die sich langfristig bemerkbar macht.
Für Menschen, die regelmäßig spät arbeiten, steckt darin aber auch ein kleiner Hoffnungsschimmer: Ein Teil des Risikos hängt eher mit dem Lebensstil zusammen als allein mit der Tatsache, dass man abends aktiv ist. Und es gibt noch einen positiven Aspekt, der in der Debatte häufig untergeht: Einige Daten deuten darauf hin, dass „Nachteulen“ bei kognitiven Tests teilweise besser abschneiden als frühe Aufsteher. Das hebt die Herz-Risiken nicht auf – erinnert aber daran, dass Chronotypen nicht nur Nachteile haben.
„Chronotyp ist kein Etikett, das alles erklärt – er ist nur ein Teil des Puzzles.“
Welchen Schlafrhythmus Experten empfehlen
Experten raten, spätestens bis 1 Uhr nachts schlafen zu gehen, um die psychische und verhaltensbezogene Gesundheit nicht zu belasten. Eine solche Grenze hilft, den Schlaf planbarer zu halten und den „Drift“ im Tagesrhythmus zu reduzieren – der sonst oft zu nächtlichem Snacken, weniger Bewegung und ungünstigen Routinen führt. Wenn Sie eine „Nachteule“ sind, bleibt die Kernaussage schlicht: Schlaf, Aktivität und Erholung aktiv steuern – statt sie dem Alltag zu überlassen.
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