Die Deutsche Bahn hat das Jahr 2025 mit noch höheren Verlusten abgeschlossen als im Vorjahr, obwohl das operative Geschäft etwas besser lief als gegen Jahresende erwartet, berichtet timestuff.de unter Berufung auf handelsblatt.com. Der größte Belastungsfaktor war der Fernverkehr, wo anhaltende Probleme mit der Pünktlichkeit von ICE- und IC-Zügen den Wert dieses Geschäftsbereichs massiv beeinträchtigten.
Die Verluste der Deutschen Bahn stiegen auf 2,3 Milliarden Euro
Die anhaltende Krise im Fernverkehr der Deutschen Bahn hat den Konzern im Jahr 2025 tief in die roten Zahlen gedrückt. Nach Angaben von Quellen, die mit den Finanzzahlen vertraut sind, schloss das Unternehmen das Jahr mit einem Nettoverlust von 2,3 Milliarden Euro ab. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 lag das Minus des deutschen Bahnkonsorts noch bei knapp 1,8 Milliarden Euro, womit sich die negative Entwicklung weiter verschärft hat.
Einer der wichtigsten Gründe für dieses Ergebnis waren die lang anhaltenden Probleme mit der Pünktlichkeit von ICE- und IC-Zügen. Vor dem Hintergrund umfangreicher Streckensanierungen und Bauarbeiten lief der Fernverkehr über lange Zeit instabil, was sich unmittelbar auf die Bewertung dieses Bereichs auswirkte. Genau deshalb musste das Unternehmen eine Abschreibung in Höhe von 1,4 Milliarden Euro vornehmen.
Probleme bei ICE und IC belasteten den Wert des Geschäftsbereichs
Dabei geht es nicht nur um ein weiteres technisches Problem oder um ein schwaches Jahr im Personenverkehr. Die ständigen Verspätungen bei Hochgeschwindigkeits- und Intercity-Zügen haben deutlich gemacht, wie tief die strukturellen Schwierigkeiten im Fernverkehr der Deutschen Bahn inzwischen reichen. Am Ende wurde genau dieser Bereich zu einem der Hauptgründe dafür, dass der gesamte Konzern noch tiefer in die Verlustzone geriet.
Für Fahrgäste bedeutet das nicht nur mehr Ärger im Reisealltag, sondern auch zusätzlichen Druck auf das Image des Unternehmens, das schon seit Langem wegen unzuverlässiger Fahrpläne in der Kritik steht. Wenn Infrastrukturprobleme sich über Monate hinziehen, trifft das nicht nur den Betrieb, sondern auch das Vertrauen in den Anbieter. Im Fall der Deutschen Bahn hat sich dieser Effekt inzwischen zu einer Belastung in Milliardenhöhe entwickelt.
Das operative Ergebnis fiel besser aus als erwartet
Trotz des hohen Gesamtverlusts konnte das Unternehmen im laufenden operativen Geschäft ein stabileres Bild zeigen als zuvor angenommen. Das Ebit, also das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten, lag im Jahr 2025 bei einem Plus von 300 Millionen Euro. Damit schnitt die Bahn spürbar besser ab als in früheren internen Planungen erwartet worden war.
Noch Ende 2025 war intern lediglich mit einem leicht positiven operativen Ergebnis gerechnet worden. Nun zeigt sich, dass das Kerngeschäft etwas robuster lief als gedacht. Dieser positive Effekt reichte jedoch nicht aus, um die milliardenschweren Abschreibungen und weitere Belastungen aufzufangen, die das Konzernergebnis insgesamt deutlich nach unten zogen.
Der Verkauf von Schenker veränderte die Grundlage der Finanzzahlen
Die veröffentlichten Kennzahlen beziehen sich nur auf die fortgeführten Geschäftsbereiche, die nach dem Verkauf der Logistiktochter Schenker im Konzern verblieben sind. Dieser Punkt ist wichtig, weil er die Basis dafür bildet, wie die wirtschaftliche Lage der Deutschen Bahn nach der Neuordnung ihrer Struktur jetzt bewertet wird. De facto beginnt für den Konzern damit eine neue Phase ohne einen seiner größten Vermögenswerte.
Offiziell wollte die Deutsche Bahn die Zahlen bislang nicht kommentieren. Eine Sprecherin des Unternehmens lehnte eine Stellungnahme ab und verwies auf die Bilanzpressekonferenz, die für den 27. März geplant ist. Spätestens dort dürfte der Konzern genauer erklären, wie er auf die steigenden Verluste reagieren will, während die Probleme der deutschen Bahn für viele Fahrgäste eines der drängendsten Themen bleiben.
Mehr zum Bahnchaos in Deutschland und zu den Folgen für Pendler lesen Sie auch in unserem Bericht zum Nahverkehrsstreik in NRW am 17. März 2026.
