Die Aufnahmen von Eva Habermann für die April-Ausgabe des „Playboy“ sind weit mehr als eine laute Fotostrecke – sie sind ein persönliches Statement der 50-jährigen Schauspielerin über Freiheit, Stärke und das Recht, nicht in eine Schublade zu passen, berichtet timestuff.de unter Berufung auf gala.de. Habermann sagt offen: Sie will einen Nerv treffen und Menschen dazu bringen, ihre Vorstellungen davon zu hinterfragen, „wie“ eine Frau nach 50 zu sein habe.
Playboy mit 50: Warum das plötzlich alle beschäftigt
Die deutsche Schauspielerin Eva Habermann, 50, stand für das Cover der April-Ausgabe des „Playboy“ vor der Kamera. Das Shooting fand wenige Tage nach ihrem 50. Geburtstag statt – und dieser Zeitpunkt war bewusst gewählt. Für Habermann geht es nicht um Provokation als Selbstzweck, sondern um eine klare Haltung: Sie will sich nicht dafür rechtfertigen müssen, in einem Alter sichtbar zu sein, das viele gerne „unsichtbar“ machen.
Im Gespräch mit dem Magazin erklärt sie, dass sie genau mit Reaktionen gerechnet habe, die das Publikum spalten. Ihr Ziel sei nicht, allen zu gefallen, sondern eine Debatte anzustoßen – über Alter, Weiblichkeit, Erwartungen und Etiketten. Genau deshalb wurde das „Playboy“-Cover mit Eva Habermann schnell zu einem Thema, über das in unterschiedlichen Lagern diskutiert wird.
„Wie konnte sie nur?“ – und genau damit hat sie gerechnet
Habermann macht kein Geheimnis daraus: Kritik war einkalkuliert und gehört für sie zum Konzept. Solche Geschichten, sagt sie, teilen die Menschen fast immer in zwei Gruppen – in diejenigen, die es feiern, und in diejenigen, die empört fragen: „Wie konnte sie nur?“ Gerade diese gegensätzlichen Reaktionen stoppen sie nicht, sondern zeigen ihr, wie fest bestimmte Vorstellungen über „richtiges“ Verhalten nach 50 sitzen.
Sie gibt sogar zu, dass es sie manchmal amüsiert, wie sehr andere sie in feste Rahmen pressen wollen. Sie stellt sich Kritiker vor, die sagen: Sie habe doch gerade ein Buch geschrieben – wie passe das zu einem „Playboy“-Shooting? Hinter dieser Logik steckt für sie ein altes Vorurteil: Wer sich vor der Kamera auszieht, dem wird automatisch Intelligenz abgesprochen. Habermann widerspricht deutlich und macht klar, dass sie nicht in einer fremden Box mit Etikett leben will.
„Man kann alles gleichzeitig sein“: Was sie damit beweisen will
Eva Habermann betont, dass ein Mensch verschiedene Rollen verbinden darf – ohne sich zu erklären oder zu entschuldigen. Sie sei nicht nur Schauspielerin, sondern auch Regisseurin, Produzentin, Autorin, Sängerin und Coach – und das stehe nicht im Widerspruch. Im Gegenteil: Sie fühle sich heute größer, stärker und vollständiger als je zuvor. Genau dieses Gefühl – „Ich bin vieles“ – will sie sichtbar machen.
Das Schlüsselwort ist für sie Freiheit. Nicht die Freiheit von Kritik, sondern die Freiheit von fremden Erwartungen. Ihre Botschaft ist simpel: Man muss sich nicht auf eine einzige Seite festlegen, um „seriös“ oder „richtig“ zu wirken. Man kann Bücher schreiben, Filme machen und gleichzeitig für ein Hochglanzmagazin fotografiert werden – und dabei bei sich selbst bleiben.
30 Jahre Nein – und ein bewusstes Ja zum Jubiläum
Habermann erzählt, dass sie schon lange Anfragen vom „Playboy“ bekommen habe. Nach eigenen Worten habe sie 30 Jahre lang abgelehnt, obwohl sie das Cover auch schon vor drei Jahrzehnten hätte machen können. Irgendwann fasste sie den Entschluss: Wenn, dann zum 50. – und diese Grenze wurde für sie zu einem Symbol. Am Ende fand das Shooting tatsächlich wenige Tage nach ihrem Geburtstag statt, als die Stimmung noch frisch war.
Vor der Kamera sei sie nicht nervös gewesen. Ja, sie sagt selbst: Es braucht Mut, vor anderen wortwörtlich Kleidung abzulegen. Doch mit dem Alter sei es für sie leichter geworden, nicht schwerer. Mit 50, so Habermann, falle ihr das eher als mit 20 – weil innere Stabilität und Ruhe da seien.
„Frei und stark wie eine Löwin“: Was sie in den Bildern sieht
Die Schauspielerin unterstreicht, wie stolz sie auf das Ergebnis ist, und sie wirkt mit ihrer Entscheidung sehr im Reinen. Wichtig war ihr, auf den Fotos so auszusehen, wie sie sich heute fühlt: frei, stark wie eine Löwin und innerlich so geordnet wie lange nicht. Sie sagt, die Bilder zeigten keine Rolle, sondern ihren echten Zustand – ohne Maske und ohne den Wunsch, irgendwem zu gefallen.
Gleichzeitig verklärt Habermann ihren Weg nicht. Sie erinnert daran, dass die letzten Jahrzehnte viel Schönes gebracht haben, aber auch harte Einschnitte. 2018 starb ihre Mutter nach einem schweren Sturz, ein Verlust, der sie tief getroffen habe. Und schon einige Jahre zuvor gab es eine Phase, in der sie wegen Depressionen in eine psychosomatische Klinik ging.
Krisen, Depressionen – und die neue Ruhe, die sie feiert
Habermann erklärt, dass schwierige Erfahrungen nicht nur den Blick aufs Leben verändern, sondern auch die eigene innere „Spannung“. Wer sich durch dunkle Zeiten kämpft und wieder herausfindet, gewinnt Standfestigkeit, eine andere Leichtigkeit – und das Gefühl, nicht länger nach fremden Drehbüchern leben zu müssen. Diese neue innere Balance beschreibt sie als ihre Stärke heute.
In diesem Sinn ist das „Playboy“-Shooting für sie weder reine Provokation noch eine „Midlife-Crisis“. Es ist eher eine Art, die eigene Widerstandskraft zu feiern. Sie sagt es sehr direkt: Ruhe wird nach Erlebtem verdient – und sie will sie nicht verstecken, sondern zeigen. Genau deshalb hat sie den Schritt mit 50 gemacht: als Zeichen dafür, dass sie heute nicht weniger ist als früher, sondern mehr.
