Der Mai fühlt sich in Deutschland bereits nach Sommer an, doch das Wetter bleibt noch wechselhaft. Meteorologen warnen: Bis zur Monatsmitte können in einzelnen Regionen erneut Nachtfröste auftreten, berichtet timestuff.de.
Sommerliche Temperaturen nehmen das Frostrisiko nicht weg
Auch wenn am Wochenende in vielen Teilen Deutschlands fast sommerliche Temperaturen herrschen, können die ersten Maiwochen wieder deutlich kühler werden. Nachts kann die Temperatur stellenweise bis auf null Grad oder sogar darunter fallen, besonders dort, wo sich kalte Luft länger hält. Deshalb bekommt die alte Regel der Eisheiligen für Gärtner und Landwirte wieder praktische Bedeutung.
Diplom-Meteorologe Dominik Jung erklärte gegenüber t-online, dass diese alte Bauernregel auch heute noch eine statistische Grundlage hat. Seinen Worten nach verschwindet das Risiko später Nachtfröste nicht sofort nach den ersten warmen Maitagen. Besonders vorsichtig sollten alle sein, die bereits wärmeliebende Pflanzen ins Freiland setzen möchten.
Was sind die Eisheiligen und wann fallen sie?
Als Eisheilige bezeichnet man den Zeitraum vom 11. bis zum 15. Mai. In der christlichen Tradition sind diese Tage mit fünf Heiligen verbunden: Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia. Nach der alten Bauernregel fällt in diese Zeit häufig der letzte stärkere Kälterückfall des Frühlings.
Deshalb gilt bis heute die Empfehlung, empfindliche Pflanzen nicht zu früh auszupflanzen. Wer Tomaten, Gurken, Zucchini oder andere kälteempfindliche Kulturen zu früh ins Beet setzt, riskiert Schäden durch kalte Nächte. Die Regel ist zwar nicht überall gleich stark, bleibt aber in vielen Regionen ein wichtiger Orientierungspunkt.
Wo die Abkühlung besonders spürbar werden kann
Dominik Jung erklärt, dass Frost erfahrungsgemäß erst nach der sogenannten Kalten Sophie am 15. Mai deutlich unwahrscheinlicher wird. Besonders betroffen sind Regionen, die traditionell anfällig für nächtliche Kälte sind. Dazu zählen Mittelgebirgstäler, windgeschützte Senken und Teile Ostdeutschlands, wo die Temperatur nachts noch einmal unter null Grad sinken kann.
Nach der Prognose des Deutschen Wetterdienstes DWD können bereits am kommenden Donnerstag und Freitag in einzelnen Gebieten Werte nahe dem Gefrierpunkt erreicht werden. In der Nacht zum Donnerstag werden im Norden Deutschlands örtlich Temperaturen um null Grad erwartet. Auch in der darauffolgenden Nacht sind ähnliche Werte im Norden und Osten des Landes möglich.
Deutschlandwetter bleibt in der kommenden Woche wechselhaft
Auch in den übrigen Teilen Deutschlands wird es nach dem warmen Wochenende wieder kühler. Ein plötzlicher Wintereinbruch ist zwar nicht in Sicht, doch der Unterschied zwischen Tag und Nacht kann deutlich ausfallen. In manchen Regionen sind tagsüber weiterhin Werte um 20 Grad möglich, während die Nächte deutlich frischer bleiben.
Zusätzlich müssen sich viele Menschen in Deutschland in der kommenden Woche immer wieder auf Regen einstellen. Das Wetter bleibt damit unbeständig und wenig verlässlich für alle, die Gartenarbeiten planen. Gerade junge Pflanzen können unter dieser Kombination aus kühlen Nächten, feuchtem Boden und wechselhaften Temperaturen leiden.
Wie der Klimawandel die alte Bauernregel verändert
Für das Tiefland und den Westen Deutschlands gibt Dominik Jung mit Blick auf Frost im Mai eine etwas entspanntere Einschätzung. Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass der letzte Frühlingsfrost in diesen Regionen immer häufiger bereits Ende April auftritt. Der Meteorologe verbindet diese Verschiebung klar mit dem Klimawandel und betont, dass sie messbar ist.
Trotzdem sollte man die Regel der Eisheiligen nicht vollständig abschreiben. In einigen Regionen verliert sie an Bedeutung, in anderen bleibt sie weiterhin relevant. Für Gärtner bedeutet das: Auch nach warmem Wetter Anfang Mai ist die zweite Monatshälfte meist die sicherere Wahl für empfindliche Pflanzen.
Wann Pflanzen sicher ins Freiland können
Wie die Temperaturen nach den Eisheiligen konkret ausfallen, lässt sich erst zu Beginn der kommenden Woche genauer einschätzen. Der wichtigste Orientierungspunkt bleibt jedoch bestehen: Das geringste Risiko für empfindliche Pflanzen beginnt nach der Monatsmitte. Bis dahin können kalte Nächte junge Setzlinge noch beschädigen, selbst wenn sich das Wetter tagsüber fast sommerlich anfühlt.
Auch die Nordsee bleibt im Fokus, denn nach der Freilassung von Buckelwal Timmy vor Poel fragen sich viele, wie es dem Tier jetzt geht.
