Menowin Fröhlich hat bei „Deutschland sucht den Superstar“ das geschafft, woran viele Fans seit Jahren nicht mehr geglaubt hatten, berichtet timestuff.de unter Berufung auf faz.net. Nach seiner ersten Teilnahme 2005, dem bitteren zweiten Platz 2010 und mehreren persönlichen Krisen kehrte der Sänger auf die RTL-Bühne zurück — und gewann DSDS.
Menowin Fröhlich gewinnt das DSDS-Finale
Das Finale von DSDS im Studio 53 in Köln-Ossendorf endete mit einem der emotionalsten Momente der Staffel. Kurz vor Mitternacht schossen die Konfetti-Kanonen los, der Boden war mit goldenen Blättchen bedeckt, und Menowin Fröhlich sank weinend in die Arme von Dieter Bohlen. Für den 38-jährigen Sänger war dieser Sieg weit mehr als ein TV-Erfolg, denn er bedeutete auch einen persönlichen Abschluss nach der Finalniederlage, die ihn 16 Jahre lang begleitet hatte.
Nach Angaben von RTL stimmten am Samstag 56,52 Prozent der Zuschauer für Fröhlich. Damit gewann er nicht nur die Castingshow, sondern auch einen Plattenvertrag und 100.000 Euro Preisgeld. Im Finale sang er Michael Jacksons „Billie Jean“, mit dem er bereits 2010 auf der DSDS-Bühne gestanden hatte, sowie seinen eigenen Song „Mercy On Me“.
Eine halbe Stunde nach dem Ende der Show wirkte Fröhlich nicht wie jemand, der der Welt noch etwas beweisen muss. Er sprach ruhig, gefasst und mit einem klaren Blick auf seine Vergangenheit.
„Ich wollte dieses Kapitel einfach nur abschließen. Und es hat sich ausgezahlt.“
Diese Aussage erklärt, warum seine Rückkehr zu DSDS nicht nur musikalisch, sondern auch emotional zum Zentrum der ganzen Staffel wurde. Die Zuschauer sahen keinen gewöhnlichen Comeback-Versuch, sondern eine Geschichte über Niederlage, Reife und späte Genugtuung. Genau diese Mischung machte das Finale so stark.
Warum die Niederlage von 2010 für ihn so schwer war
Im Jahr 2010 galt Menowin Fröhlich als großer Favorit auf den DSDS-Sieg. Vor dem Finale hatte er alle Liveshows gewonnen, und bei der Ergebnisverkündung hob er bereits die Arme, als rechne er fest mit seinem Namen. Doch dann kam die Überraschung: Nicht Fröhlich, sondern Mehrzad Marashi gewann die Staffel.
Damals wurde seine Teilnahme nicht nur von starken Auftritten geprägt. Immer wieder standen Drogenskandale und Gefängnisaufenthalte im Fokus der Medien, was sein Bild in der Öffentlichkeit stark belastete. Heute blickt Fröhlich deutlich selbstkritischer auf diese Zeit und erkennt, dass sein Verhalten den Ausgang der Show beeinflusst haben könnte.
„Es hat mir wehgetan. Ich habe mir oft die alten Videos angeguckt und gesehen, wie ich mit Menschen umgegangen bin, wie ich geredet und wie vielen Leuten ich vor den Kopf gestoßen habe.“
Mit diesem Rückblick zeigt Fröhlich, dass die alte Niederlage für ihn nicht nur eine verlorene Show war. Sie wurde zu einem Spiegel für eine Lebensphase, in der vieles außer Kontrolle geraten war. Besonders deutlich wurde das in einem weiteren Satz, der seine heutige Sicht auf die Vergangenheit zusammenfasst.
„Ich hätte das damals auch schon gewinnen können, denke ich. Nur, dann wäre ich heute nicht mehr am Leben.“
Wie sich Menowin Fröhlich verändert hat

Heute wirkt Menowin Fröhlich deutlich ruhiger und sortierter als in der Zeit seines ersten großen TV-Hypes. Der 38-Jährige wird bald zum neunten Mal Vater, arbeitet weiter an sich selbst und geht zur Therapie. Sein Sieg bei DSDS steht deshalb nicht nur für eine musikalische Rückkehr, sondern auch für einen persönlichen Neustart.
Fröhlich spricht offen darüber, dass er nicht perfekt ist und weiter an seinen Schwächen arbeitet. Gleichzeitig will er anderen Menschen zeigen, dass ein Rückschlag nicht das Ende bedeuten muss. Seine Geschichte funktioniert gerade deshalb so stark, weil sie nicht glatt oder künstlich wirkt.
„Die Chance, die ich bekommen habe, habe ich wahrgenommen und ich muss niemandem mehr etwas beweisen — will ich auch nicht.“
Diese Worte klingen stärker als eine klassische Siegerrede. Sie zeigen einen Künstler, der nicht mehr auf Applaus allein angewiesen ist, sondern für sich selbst einen Abschluss gesucht hat. Genau darin liegt die eigentliche Kraft seines Comebacks.
Constance Dizendorf wird Zweite
Den zweiten Platz belegte die 19-jährige Constance Dizendorf aus dem Kreis Böblingen. Im Laufe der Staffel entwickelte sie sich von einer eher schüchternen Jugendlichen zu einer selbstbewussten Sängerin mit einem Stil, der mehrfach mit Billie Eilish verglichen wurde. Auch Rapper Bushido, der in der Jury saß, zeigte sich von ihrer Entwicklung überzeugt.
Im Finale stimmten 30,30 Prozent der Zuschauer für Constance Dizendorf. Damit lag sie klar vor den weiteren Finalisten, auch wenn der Abstand zu Menowin Fröhlich am Ende deutlich blieb. Die Zahlen zeigen, dass sich die wichtigste Entscheidung des Abends vor allem zwischen Fröhlich und Dizendorf abspielte.
Auf Platz drei landete der 19-jährige Tyrell Hagedorn. Dieter Bohlen bezeichnete ihn als „Überraschungsei“ bei DSDS, und viele Fans mochten ihn wegen seiner positiven Ausstrahlung. Neben seiner Teilnahme an der Show machte er gleichzeitig sein Abitur, was seiner Geschichte zusätzlich Sympathie verlieh.
Diskussionen um Fröhlichs Rückkehr
Die Rückkehr von Menowin Fröhlich zu DSDS sorgte schon früh für Diskussionen. Beim Casting begleitete er zunächst angeblich nur seine Tochter, sang dann aber selbst vor der Jury und schaffte es erneut in den Wettbewerb. Dieter Bohlen brachte die Situation damals sofort auf den Punkt.
„Da haben wir natürlich einen absoluten Aufreger: Menowin is back.“
In den sozialen Medien sprachen einige Zuschauer von einer Inszenierung und warfen die Frage auf, ob seine erneute Teilnahme überhaupt den Regeln entspreche. Kritiker argumentierten, wer bereits einmal in einer Liveshow gestanden habe, dürfe nicht noch einmal antreten. RTL widersprach dieser Darstellung und erklärte, eine solche Regel gebe es nicht.
Für den Sender war die Rückkehr von Fröhlich zweifellos ein starker TV-Moment. Die Frage, ob er nach 16 Jahren sein altes Finale überwinden kann, trug nicht nur die letzte Show, sondern prägte im Grunde die gesamte Staffel. Den Quoten und der Aufmerksamkeit dürfte diese Geschichte kaum geschadet haben.
Ein Finale mit David Garrett, Menderes und Dieter Bohlen
Das Finale dauerte mehr als dreieinhalb Stunden und bot neben den Auftritten der Finalisten auch mehrere prominente Momente. Star-Geiger David Garrett trat auf, DSDS-Dauerkandidat Menderes war dabei, und Dieter Bohlen performte selbst „You’re My Heart, You’re My Soul“. Trotzdem gehörte der emotionalste Moment des Abends eindeutig Menowin Fröhlich.
Stimmlich war sein Sieg gut nachvollziehbar. Mit „Billie Jean“ verband er seine Vergangenheit mit der Gegenwart, während „Mercy On Me“ seinen neuen Abschnitt markierte. Am Ende blieb das Bild eines Sängers, der nach einer langen Niederlage wieder aufgestanden ist und seine offene Rechnung mit DSDS geschlossen hat.
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