Julian Nagelsmann hat den Kader der deutschen Nationalmannschaft für die ersten Spiele des Jahres 2026 bekannt gegeben, berichtet timestuff.de unter Berufung auf bild.de. Schon jetzt sendet diese Liste ein klares Signal, auf wen der Trainerstab im WM-Jahr setzt. Im Aufgebot finden sich sowohl prominente Rückkehrer als auch neue Gesichter, und einige Auslassungen werden sicher noch für Diskussionen sorgen.
Nagelsmann legt sich zum Jahresauftakt fest
Am Donnerstag stellte Bundestrainer Julian Nagelsmann in Frankfurt den Kader für die ersten beiden Länderspiele des Jahres 2026 vor. Insgesamt wurden 26 Spieler nominiert, und schon diese Auswahl zeigt, wie der Trainer das Grundgerüst seiner Mannschaft in der Saison mit Blick auf die Weltmeisterschaft aufbauen will. Deshalb wird diese Entscheidung nicht nur als Zwischenstand gesehen, sondern auch als wichtiger Hinweis darauf, wie der Weg zum finalen WM-Kader im Sommer aussehen könnte.
Zu den auffälligsten Punkten gehören zwei Debütanten. Erstmals wurden Lennart Karl und Jonas Urbig in die Nationalmannschaft berufen, beide stehen beim FC Bayern München unter Vertrag. Darüber hinaus holte Nagelsmann gleich sechs Rückkehrer zurück ins Team: Pascal Groß von Brighton & Hove Albion, Kai Havertz vom FC Arsenal, Anton Stach von Leeds United, Antonio Rüdiger von Real Madrid sowie Deniz Undav und Josha Vagnoman vom VfB Stuttgart.
Wer diesmal fehlt und warum das auffällt

Im Vergleich zum Kader vom November fehlen in der neuen Liste mehrere bekannte Namen. Nicht berücksichtigt wurden Ridle Baku von RB Leipzig, Noah Atubolu vom SC Freiburg, Finn Dahmen vom FC Augsburg, der derzeit auf Abruf bereitsteht, sowie Jonathan Burkardt von Eintracht Frankfurt und Karim Adeyemi von Borussia Dortmund. Für viele Beobachter wirken gerade diese Ausfälle besonders aufschlussreich, weil es nicht nach gewöhnlichen Rotationen aussieht, sondern nach Entscheidungen mit möglicher Signalwirkung.
Besonders viel Aufmerksamkeit zieht das Fehlen von Adeyemi auf sich. Vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Luxemburg im November, das Deutschland mit 2:0 gewann, wurde bekannt, dass gegen den Offensivspieler ein Strafbefehl wegen illegalen Waffenbesitzes ergangen war. Wegen zweier verbotener Gegenstände — eines Schlagrings und eines Elektro-Tasers — musste der Nationalspieler 60 Tagessätze zu je 7500 Euro zahlen, also insgesamt 450.000 Euro.

Zusätzlichen Wirbel gab es, weil Adeyemi die Verantwortlichen beim DFB nach den vorliegenden Informationen nicht selbst über den Vorgang informiert haben soll. Daraufhin führten DFB-Direktor Rudi Völler und Julian Nagelsmann ein persönliches Gespräch mit ihm, ohne unmittelbar Sanktionen zu verhängen. Trotzdem wirkt die aktuelle Nichtberücksichtigung des Dortmunders wie ein deutliches Zeichen.
Nicht nur Disziplin, auch die Form spielte eine Rolle
Es gibt allerdings auch klare sportliche Gründe, die den Ausschlag gegeben haben dürften. Unter BVB-Trainer Niko Kovac hat Karim Adeyemi in den vergangenen Wochen nicht mehr den Einfluss auf das Spiel, den man sich von ihm erhofft hatte. Häufig sitzt er nur auf der Bank, und seine Rolle innerhalb der Mannschaft ist deutlich kleiner geworden.
Ebenfalls nicht im Kader steht Niclas Füllkrug, der in Deutschland seit Jahren als Publikumsliebling gilt. Der Angreifer arbeitet in Mailand daran, wieder zu seiner besten Form zurückzufinden, bekam diesmal aber keinen Platz im Aufgebot. All das verstärkt den Eindruck, dass Nagelsmann inzwischen weniger auf Namen und Status schaut, sondern konsequenter nach aktueller Form und sportlichem Nutzen entscheidet.
Die März-Spiele werden zum wichtigen Test vor der WM 2026
Die deutsche Nationalmannschaft kommt bereits am kommenden Montag beim DFB-Partner adidas in Herzogenaurach zusammen. Das erste Spiel steht am 27. März in Basel gegen die Schweiz an, Anstoß ist um 20.45 Uhr, übertragen wird die Partie live bei RTL. Das zweite Spiel folgt am 30. März in Stuttgart gegen WM-Teilnehmer Ghana, die Live-Übertragung übernimmt die ARD.
Genau deshalb hat dieser März-Lehrgang eine größere Bedeutung als nur den Start in ein neues Länderspieljahr. Für viele Spieler ist es eine Gelegenheit, sich mit Blick auf den Sommer dauerhaft im Kreis der Nationalmannschaft festzusetzen, bevor der Konkurrenzkampf um die WM-Plätze noch härter wird. Auch wenn bis zur endgültigen Nominierung für das Turnier noch Zeit bleibt, liefert diese Liste schon jetzt einen ziemlich genauen Eindruck davon, wen Nagelsmann für die Weltmeisterschaft 2026 ernsthaft auf dem Zettel hat.
DFB-Kader im Überblick: Diese Spieler wurden nominiert
Tor: Oliver Baumann, Alexander Nübel, Jonas Urbig.
Defensive und defensiver Verbund: Waldemar Anton, Nathaniel Brown, Pascal Groß, Joshua Kimmich, Aleksandar Pavlovic, David Raum, Antonio Rüdiger, Nico Schlotterbeck, Anton Stach, Jonathan Tah, Malick Thiaw, Josha Vagnoman.
Offensive und Mittelfeld: Serge Gnabry, Leon Goretzka, Kai Havertz, Lennart Karl, Jamie Leweling, Felix Nmecha, Leroy Sané, Kevin Schade, Deniz Undav, Florian Wirtz, Nick Woltemade.
Mehr zum Druck im Aufstiegsrennen zeigt auch der nächste Rückschlag von Hannover 96 gegen Fürth.
