Lidl bereitet eine spürbare Änderung in seinem Treueprogramm vor. In der Lidl-Plus-App wird es den bekannten Rabattsammler bald nicht mehr geben, berichtet timestuff.de unter Berufung auf lidl.de. Das bisherige System, mit dem Kunden nach ihren Einkäufen Rabatte sammeln konnten, soll durch ein neues Punktesystem ersetzt werden. Damit will der Discounter seinen Kunden mehr Freiheit bei der Auswahl ihrer Prämien geben.
Treueprogramme sind in den vergangenen Jahren für Supermärkte und Discounter fast selbstverständlich geworden. Einige Handelsketten setzen auf eigene Apps mit Coupons, Boni und Sonderpreisen, andere arbeiten mit Partnerprogrammen wie Payback. Lidl gehörte zu den ersten Händlern, die mit Lidl Plus ein eigenes Kundenprogramm aufgebaut haben. Nun wird ein zentraler Bestandteil dieses Systems grundlegend verändert.
Was sich bei Lidl Plus ändert
Ab Juni wird der Rabattsammler in der Lidl-Plus-App nicht mehr verfügbar sein. An seine Stelle tritt ein Punktesystem: Kunden können künftig bei ihren Einkäufen Punkte sammeln und diese anschließend in einem neuen Prämienshop einlösen. Zur Auswahl stehen Rabatte, kostenlose Produkte sowie Abonnements für Unterhaltungsdienste.
Auch die Rubbellose, die Nutzer nach dem Einkauf erhalten haben, sollen wegfallen. Damit verabschiedet sich Lidl schrittweise vom bisherigen Modell mit kurzfristigen Boni und monatlicher Rabattlogik. Die neue Idee dahinter ist klar: Kunden sollen nicht mehr an eine einzige Art von Vorteil gebunden sein, sondern selbst entscheiden können, wofür sie ihre gesammelten Punkte einsetzen.
So funktioniert das neue Punktesystem

Für jeden Euro Einkaufswert erhalten Kunden automatisch einen Punkt auf ihr Lidl-Plus-Konto. Die gesammelten Punkte können anschließend als Rabatt genutzt werden: 100 Punkte entsprechen einem Euro. Alternativ lassen sie sich gegen Produkte oder Abonnements bei Streamingdiensten eintauschen, darunter Disney+, Dyn und weitere Angebote.
Neu für Lidl in Deutschland ist außerdem, dass Punkte nicht nur für Einkäufe in Filialen gutgeschrieben werden sollen. Auch Online-Bestellungen werden künftig berücksichtigt. In anderen Ländern, etwa in den Niederlanden, gibt es bereits ähnliche Modelle, die auch den Onlineshop einbeziehen. Jetzt wird dieser Ansatz auf den deutschen Markt übertragen.
„Wir geben den Kunden die Freiheit, selbst zu entscheiden, welche Vorteile für sie die besten sind“, betonte Julius von Schnurbein, verantwortlich für Customer Relations bei Lidl Deutschland.
Für Lidl selbst eröffnet das neue System zusätzliche Möglichkeiten. Der Händler kann bestimmte Produkte oder Kategorien gezielt mit Mehrfachpunkten fördern, ohne die Regalpreise zu verändern. Aktionen lassen sich dadurch genauer steuern, während Kunden weiterhin das Gefühl behalten, zwischen verschiedenen Vorteilen wählen zu können.
Punkte gelten länger als die bisherigen Rabatte
Ein wichtiger Unterschied zum alten Rabattsammler betrifft die Gültigkeit der Punkte. Während gesammelte Vorteile bisher am Monatsende verfielen, sollen die neuen Punkte deutlich länger erhalten bleiben. Sie sind künftig zwei Jahre gültig.
Das verändert die Nutzung des Programms deutlich. Kunden müssen ihre Vorteile nicht sofort einlösen, sondern können Punkte über längere Zeit sammeln und auf höherwertige Prämien sparen. Für Lidl ist dieses Modell ebenfalls attraktiv, weil es Kunden länger in der App hält und die Bindung an die Marke stärken kann.
Die Personalisierung innerhalb von Lidl Plus bleibt trotzdem bestehen. Nutzer sollen weiterhin Coupons erhalten, die auf ihre Einkaufsgewohnheiten abgestimmt sind. Auch Aktionsrabatte und spezielle Lidl-Plus-Preise bleiben Teil der App. Das neue Punktesystem ersetzt also nicht alle bisherigen Funktionen, sondern ergänzt das Treueprogramm um eine weitere Ebene.
Lidl hat das Modell bereits in anderen Ländern getestet
Die Idee eines Punktesystems ist für Lidl nicht neu. In der Schweiz sammeln Kunden der Kette bereits seit zwei Jahren Punkte im Rahmen eines ähnlichen Programms. Die Erfahrungen dort zeigen, dass ein solches Modell die Kundenbindung stärken und dem Händler zugleich zusätzliche Vorteile bringen kann.
Nun überträgt Lidl diese Logik auf den deutschen Markt. Für Kunden bedeutet das das Ende des bekannten Rabattsammlers, aber nicht das Ende der Vorteile in Lidl Plus. Im Gegenteil: Das Programm wird flexibler. Statt kurzfristiger Rabatte erhalten Nutzer ein System, in dem sie Punkte sammeln, Prämien auswählen und Vorteile nicht nur in den Filialen, sondern auch online nutzen können.
Auch außerhalb des Handels verändern neue Strategien die Erwartungen der Märkte, etwa bei der Nvidia-Aktie, wo KI-Konkurrenz und Blackwell die Kursfantasie neu prägen.
