Die Muppets sind zurück – als wären sie nie weg gewesen. Tatsächlich ist es aber der erste TV-Show-Auftritt der Kultpuppen seit fast 40 Jahren, berichtet timestuff.de unter Berufung auf bbc.com. Das 50-Jahre-Special von „The Muppet Show“ ist am Mittwoch erschienen – und spaltet die Kritikerinnen und Kritiker zwischen Nostalgie-Glücksgefühl und strengen Vergleichen mit dem Original.
Ein Comeback, auf das Fans seit Jahrzehnten warten
Für die einmalige Ausgabe wurde fast die komplette „Goldbesetzung“ zusammengetrommelt: Miss Piggy, ihr Liebster Kermit der Frosch, Gonzo und Fozzie stehen wieder gemeinsam auf der Bühne. Viele erinnern sich noch an die legendären Kinoausflüge wie „Muppet Christmas Carol“ – genau mit diesem warmen Wiedererkennen spielt das Special bewusst. Das Format ist kurz, nur 30 Minuten, setzt aber auf denselben kontrollierten Wahnsinn und das schnelle Timing, für das „The Muppet Show“ berühmt wurde.
Wer hinter dem Special steckt – und welche Stars mitmachen
Die treibende Kraft hinter dem Projekt ist Seth Rogen, der auch selbst vor der Kamera auftaucht. Mit dabei sind außerdem Popstar Sabrina Carpenter und Comedy-Star Maya Rudolph, wodurch das Special nicht nur als Nostalgie-Nummer für „alte Fans“ funktioniert. Gleichzeitig bleibt der Blick zurück fest eingebaut: Auch Veteranen stehen auf der Liste, darunter Dave Goelz, der Original-Performer von Gonzo und Dr. Bunsen Honeydew.
Nostalgie, aber mit Update für 2026
Das Special wirkt klar im Jahr 2026 verankert – ohne dass es so aussieht, als würden die Figuren krampfhaft modern sein wollen. The-Times-Kritiker Ben Dowell beschreibt das Comeback als liebevolles Zwinkern in Richtung der Erwachsenen, die den Zauber an die nächste Generation weitergeben möchten. Er lobt pointierte, leicht freche Gags und eine „Bridgerton“-Parodie mit Miss Piggy im Zentrum.
„Eine Rückkehr zu den Grundlagen – und gerade deshalb umso fröhlicher“, schreibt Ben Dowell und vergibt vier Sterne.
Running Gag mit Sabrina Carpenter – und warum er so gut zündet

Einer der durchgehenden Witze dreht sich um Sabrina Carpenter: In der Story soll ihre Figur Miss Piggys Look „geklaut“ haben – und steht deshalb sogar vor einem möglichen Rechtsstreit. In mehreren Sketchen tragen beide fast identische Outfits, was die Comedy-Spannung zuverlässig aufbaut. Dowell hebt außerdem hervor, dass Carpenter sichtbar Spaß daran hat, nach den Regeln dieses absurden Kosmos mitzuspielen – und genau das den Drive des Specials verstärkt.
Warum viele Kritiker jubeln – und worüber sie stolpern
Im Telegraph feiert Kritikerin Anita Singh vor allem die ungewöhnlich hohe Treue zum Original, die im heutigen TV kaum noch vorkomme. Sie beschreibt das Gefühl als Mischung aus „Freude“ und „weicher Nostalgie“ und betont, Seth Rogen habe den Klassiker, den einst Jim Henson prägte, mit spürbarer Zuneigung neu belebt. Auch ihr zehnjähriger Sohn hatte Spaß – fand das Ganze aber stellenweise „ein bisschen random“.
„Freude und eine flauschige Nostalgie“, so Anita Singh – sie vergibt vier Sterne und fragt sich, ob das Special auf Disney+ wirklich ein großes Publikum erreicht.
Kermit mit neuer Stimme – klappt das auch für neue Zuschauer?
Nicht alle nehmen die Veränderungen gleich locker, und die größte ist für viele der neue Klang von Kermit. Im Special wird er von Matt Vogel gesprochen, was manche als deutlich anders empfinden. In ihrer Drei-Sterne-Kritik im Guardian erkennt Lucy Mangan zwar das Bemühen des Teams, zweifelt aber daran, dass man den alten Zauber eins zu eins zurückholen kann.
„Du kannst nicht nach Hause zurückkehren“, lautet sinngemäß ihr Punkt – und Kermit klinge „auffallend anders“, was die Magie eher weiter entferne.
Gleichzeitig räumt Mangan ein: Wer das Original nicht kennt, könnte das Special durchaus „okay“ oder sogar „gut“ finden – nur einzelne Passagen wirkten zu blass.
Wenn Chaos ein Kompliment ist
In der Financial Times sieht Rebecca Nicholson einen klaren Richtungswechsel: weniger „Süßlichkeit“, dafür mehr kalkuliertes Durcheinander und eine gut dosierte Prise Unfug. Das Special zwinkere dabei gerade so deutlich, dass es familienfreundlich bleibe. Nicholson vergibt vier Sterne und nennt als Highlights Szenen, die den Ton perfekt treffen: ein Experiment, bei dem Beaker (komisch überzeichnet) die Kontrolle verliert, und Gonzo auf Rollschuhen mit brennenden Skates – genau diese Details liefern die DNA des fröhlichen Muppet-Chaos.
US-Reaktionen: nicht perfekt – aber genau das, was die Muppets ausmacht

Der Hollywood Reporter-Kritiker Daniel Fienberg findet: Das sei nicht „The Muppet Show“ in Bestform, aber eine Rückkehr zu dem, was die Muppets am besten können. In der New York Times formuliert James Poniewozik es noch klarer: Das seien die Muppets der Großeltern und Eltern – und gleichzeitig genau die Muppets, die man gerade jetzt brauche.
„Das sind die Muppets, die ihr gerade braucht“, schreibt James Poniewozik sinngemäß.
John Nugent vom Magazin Empire meint, frühere Reboots seien zu stark in Richtung Parodie abgedriftet, während dieses Special wieder „zu den Basics“ zurückkehre. Er vergibt fünf Sterne für eine Reihe zunehmend durchgedrehter Sketche und das Gefühl, in eine warme Filzdecke eingewickelt zu werden.
„Wie eine warme, filzige Komfortdecke“, beschreibt John Nugent das Erlebnis – und gibt fünf Sterne.
Kommt nach 1981 endlich wieder eine ganze Staffel?
Das Special wirkt wie ein vorsichtiger Testballon: Reicht das Interesse für eine vollständige Serie – die erste seit 1981? Auch im Special selbst wird das augenzwinkernd kommentiert, als Kermit an einer Stelle einräumt:
„Vielleicht sind wir ein bisschen eingerostet.“
Die Stimmungslage vieler Rezensionen deutet jedoch in eine Richtung: Wenn dieser Mix aus Nostalgie, Tempo und schräger Energie ankommt, könnten die Muppets schneller zurück sein, als man nach vier Jahrzehnten Pause erwartet hätte.
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