Bei Lidl läuft ein wichtiger Lebensmittelrückruf: Bestimmte Packungen der tiefgefrorenen „Freshona Bio Beerenmischung“ können möglicherweise Noroviren enthalten. Betroffen sind ausschließlich vier Chargen mit zwei festgelegten Mindesthaltbarkeitsdaten. Kundinnen und Kunden sollen das Produkt nicht verzehren und können es auch ohne Kassenbon in jeder Lidl-Filiale zurückgeben, berichtet timestuff.de.
Entscheidend ist nicht allein der Produktname: Erst der Abgleich von Packungsgröße, Mindesthaltbarkeitsdatum und Chargennummer zeigt, ob eine Packung tatsächlich vom Rückruf betroffen ist.
Wichtige Warnung: Die betroffene Beerenmischung weder roh essen noch probieren oder für Smoothies, Desserts und Müslis verwenden.
Welche Freshona-Beerenmischung wird zurückgerufen?

Der Hersteller Jütro Tiefkühlkost GmbH & Co. KG hat den Rückruf am 17. Juli 2026 veröffentlicht. Nach der offiziellen Kundeninformation von Lidl kann nicht ausgeschlossen werden, dass die betroffenen Packungen Noroviren enthalten.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Marke | Freshona |
| Produkt | Bio Beerenmischung, erntefrisch tiefgefroren |
| Packungsgröße | 300 Gramm |
| Mindesthaltbarkeitsdaten | 17.04.2028 und 18.04.2028 |
| Chargennummern | L180426H3, L180426L3, L190426L3, L190426N3 |
| Hersteller | Jütro Tiefkühlkost GmbH & Co. KG |
| Verkaufsstelle | Lidl Deutschland |
Nur wenn die Angaben auf der Verpackung mit den Rückrufdaten übereinstimmen, gehört die Packung zu den offiziell genannten Produkten. Ist eine Chargennummer nicht mehr lesbar oder besteht Unsicherheit, kann die Lidl-Kundenhotline unter 00800 5435 5435 kontaktiert werden.
In diesen Bundesländern wurde das Produkt verkauft
Die zurückgerufene Freshona Bio Beerenmischung wurde nach Angaben von Lidl in folgenden Bundesländern angeboten:
- Baden-Württemberg
- Bayern
- Berlin
- Brandenburg
- Hessen
- Mecklenburg-Vorpommern
- Niedersachsen
- Nordrhein-Westfalen
- Rheinland-Pfalz
- Saarland
- Sachsen
- Sachsen-Anhalt
- Thüringen
Der Verkaufsort allein ist kein sicherer Ausschlussgrund: Eine Packung kann beispielsweise während einer Reise oder in einem benachbarten Bundesland gekauft worden sein. Maßgeblich bleiben MHD und Chargennummer.
Was Kundinnen und Kunden jetzt tun sollten
- Verpackung kontrollieren: Produktname, Inhalt, MHD und Chargennummer miteinander abgleichen.
- Nicht verzehren: Auch kleine Mengen sollten nicht probiert werden.
- Separat aufbewahren: Die Packung geschlossen lassen und von anderen Lebensmitteln trennen.
- Zu Lidl zurückbringen: Das betroffene Produkt kann in allen Lidl-Filialen abgegeben werden.
- Kaufpreis erstatten lassen: Ein Kassenbon ist laut Lidl nicht erforderlich.
- Andere Personen informieren: Das gilt besonders, wenn die Beeren weitergegeben oder gemeinsam gekauft wurden.
„Aufgrund der möglichen Gesundheitsgefahr sollten Kunden den Rückruf unbedingt beachten und das Produkt nicht konsumieren.“– Offizielle Rückrufinformation von Lidl
Warum Noroviren in Tiefkühlbeeren problematisch sind
Noroviren zählen zu den häufigsten Auslösern ansteckender Magen-Darm-Erkrankungen. Sie können über verunreinigte Lebensmittel aufgenommen werden und benötigen keine Vermehrung im Produkt, um eine Infektion auszulösen.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass Tiefgefrieren Noroviren nicht zuverlässig abtötet. Eine mögliche Belastung lässt sich außerdem weder am Aussehen noch am Geruch oder Geschmack der Beeren erkennen.
Eine Packung kann vollkommen unauffällig aussehen und trotzdem belastet sein. Ein Geruchs- oder Geschmackstest bietet daher keinen Schutz.

Ausreichendes Erhitzen kann Noroviren in Lebensmitteln grundsätzlich inaktivieren. Beim konkret zurückgerufenen Lidl-Produkt sollte jedoch nicht versucht werden, die Beeren durch Kochen „zu retten“. Die eindeutige Anweisung des Herstellers lautet, die betroffenen Packungen nicht zu konsumieren und zurückzugeben.
Was tun, wenn die Beeren bereits gegessen wurden?
Der Verzehr einer betroffenen Packung bedeutet nicht automatisch, dass eine Erkrankung eintritt. In den folgenden Stunden und Tagen sollte jedoch auf mögliche Beschwerden geachtet werden.
Nach Informationen des mit dem Robert Koch-Institut fachlich abgestimmten Portals infektionsschutz.de treten Symptome meist zwischen sechs Stunden und zwei Tagen nach einer Ansteckung auf.
Typische Beschwerden einer Norovirus-Infektion
- plötzlich einsetzender, starker Durchfall
- Übelkeit und schwallartiges Erbrechen
- Bauchschmerzen oder Bauchkrämpfe
- Kopf- und Muskelschmerzen
- ausgeprägtes Schwächegefühl
- Schwindel durch Flüssigkeitsmangel
- gelegentlich leichtes Fieber
Die Beschwerden klingen häufig nach ein bis zwei Tagen wieder ab. Problematisch kann vor allem der schnelle Verlust von Flüssigkeit und Salzen werden. Betroffene sollten ausreichend trinken; bei stärkeren Beschwerden können Elektrolytlösungen aus der Apotheke sinnvoll sein.
Wer besonders vorsichtig sein sollte
Ein erhöhtes Risiko für schwere Folgen des Flüssigkeitsverlustes besteht insbesondere bei:
- Säuglingen und Kleinkindern
- Schwangeren
- älteren Menschen
- chronisch kranken Personen
- Menschen mit geschwächtem Immunsystem
Diese Personengruppen sollten bei Beschwerden frühzeitig ärztlichen Rat einholen. Das gilt ebenfalls bei häufigem oder anhaltendem Durchfall, starkem Erbrechen, Fieber, deutlicher Schwäche oder Schwindel. Antibiotika helfen gegen Noroviren nicht, da es sich um Viren und nicht um Bakterien handelt.
So lässt sich eine Weitergabe im Haushalt verhindern
Noroviren sind hoch ansteckend und können auch über Hände, Türgriffe, Toiletten und andere Oberflächen weitergegeben werden. Erkrankte und ihre Haushaltsmitglieder sollten deshalb besonders konsequent auf Hygiene achten.
- Hände nach jedem Toilettengang gründlich mit Wasser und Seife waschen.
- Erbrochenes und Stuhlreste möglichst sofort entfernen.
- Toiletten, Waschbecken und häufig berührte Flächen regelmäßig reinigen.
- Handtücher, Waschlappen und Hygieneartikel nicht gemeinsam benutzen.
- Wäsche mit Vollwaschmittel möglichst bei mindestens 60 Grad waschen.
- Während der Erkrankung keine Speisen für andere Personen zubereiten.
- Engen Kontakt bis mindestens zwei Tage nach Ende der Beschwerden vermeiden.
Sind andere Freshona-Produkte ebenfalls betroffen?
Nein, der Rückruf gilt nicht pauschal für alle Produkte der Marke Freshona. Lidl zufolge betrifft die Warnung ausschließlich die 300-Gramm-Packung der „Freshona Bio Beerenmischung erntefrisch tiefgefroren“ mit den zwei genannten Mindesthaltbarkeitsdaten und vier Chargennummern.
Andere bei Lidl Deutschland verkaufte Produkte von Jütro Tiefkühlkost sowie weitere Freshona-Produkte wurden in der offiziellen Rückrufmeldung ausdrücklich nicht als betroffen genannt.
Die wichtigsten Fragen zum Lidl-Rückruf
Brauche ich für die Rückgabe einen Kassenbon?
Nein. Lidl erstattet den Kaufpreis für eine betroffene Packung auch ohne Vorlage des Kassenbons.
Muss ich das Produkt in derselben Filiale zurückgeben?
Nein. Laut Rückrufinformation ist die Rückgabe in allen Lidl-Filialen möglich.
Reicht es, wenn nur das Mindesthaltbarkeitsdatum übereinstimmt?
Nein. Neben dem Produkt und der Packungsgröße sollte auch die Chargennummer mit einer der vier offiziell zurückgerufenen Chargen übereinstimmen.
Kann ich die Beeren nach gründlichem Erhitzen noch verwenden?
Davon ist bei der zurückgerufenen Ware abzuraten. Die offizielle Anweisung lautet, das Produkt nicht zu konsumieren und zu Lidl zurückzubringen.
Wo finde ich die amtliche Warnung?
Die Meldung ist auf dem Bundesportal Lebensmittelwarnung sowie in der offiziellen Lidl-Kundeninformation veröffentlicht.
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