Der Discounter Mäc-Geiz kämpft um seine Zukunft. Die Mäc-Geiz Handelsgesellschaft mbH hat beim Amtsgericht Halle (Saale) einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt, berichtet timestuff.de unter Berufung auf t-online.de. Betroffen sind nach aktuellen Angaben rund 183 Filialen und etwa 1.175 Beschäftigte der Mäc-Geiz Handelsgesellschaft sowie der MTH Retail Services (Germany).
Für Kunden ändert sich vorerst wenig: Die Läden sollen zunächst geöffnet bleiben. Für das Unternehmen selbst beginnt jedoch eine harte Prüfung jedes einzelnen Standortes.
Die wichtigsten Fakten zur Mäc-Geiz-Insolvenz
| Punkt | Stand der Dinge |
|---|---|
| Unternehmen | Mäc-Geiz Handelsgesellschaft mbH |
| Verfahren | Insolvenz in Eigenverwaltung |
| Gericht | Amtsgericht Halle (Saale) |
| Filialen | rund 183 Standorte |
| Beschäftigte | etwa 1.175 Mitarbeitende |
| Geschäftsbetrieb | läuft vorerst weiter |
| Mögliche Folgen | Standortprüfungen, strukturelle Anpassungen, Filialschließungen |
Was bedeutet Insolvenz in Eigenverwaltung?
Eine Insolvenz in Eigenverwaltung heißt nicht automatisch, dass ein Unternehmen sofort verschwindet. Anders als bei einer klassischen Insolvenz bleibt die Geschäftsführung zunächst im Amt und versucht, das Unternehmen unter gerichtlicher Aufsicht zu sanieren.
Die Insolvenz ist bei Mäc-Geiz deshalb kein sofortiges Aus, sondern der Versuch, das Unternehmen geordnet neu aufzustellen.
Für Mäc-Geiz bedeutet das: Die Filialen sollen weiterarbeiten, während parallel geprüft wird, wo Kosten gesenkt, Mietverträge neu verhandelt und Strukturen verändert werden können. Zum vorläufigen Sachwalter wurde Rechtsanwalt Lucas Flöther bestellt, der die Interessen der Gläubiger überwachen soll.
Drohen jetzt Filialschließungen bei Mäc-Geiz?
Ja, Filialschließungen sind nicht ausgeschlossen. Das Unternehmen will alle Standorte auf Wirtschaftlichkeit prüfen. Entscheidend dürfte sein, welche Märkte profitabel arbeiten, wo Mietkosten zu hoch sind und ob Vermieter zu Zugeständnissen bereit sind.
Besonders wichtig werden jetzt drei Fragen:
- Welche Filialen schreiben dauerhaft Verluste?
- Wo lassen sich Mieten oder Betriebskosten senken?
- Welche Standorte sind für die Marke strategisch noch wichtig?
Für Kunden bedeutet das: Aktuell sollen die Märkte weiter geöffnet bleiben, konkrete Listen möglicher Schließungen gibt es bislang aber nicht. Wer eine Mäc-Geiz-Filiale in der Nähe hat, muss also noch abwarten, bis der Sanierungsplan klarer wird.
Warum geriet Mäc-Geiz trotz Kodi-Übernahme in die Krise?

Die Insolvenz kommt besonders brisant daher, weil Mäc-Geiz erst im Februar zur Kodi-Gruppe wechselte. Kodi-Inhaber Fabian Grund hatte den Discounter übernommen, während die österreichische MTH-Gruppe Minderheitsanteile an der neuen Dachstruktur behielt. Der geplante Neustart sollte eigentlich mehr Stärke im Einkauf, in der Logistik und bei gemeinsamen Strukturen bringen.
Doch offenbar reichte die Übernahme nicht aus, um die finanziellen Probleme schnell genug zu lösen. Nach Medienberichten spielte auch das Auslaufen einer Warenkreditversicherung eine Rolle, was die Liquidität zusätzlich belastet haben soll.
Das zeigt: Eine Übernahme allein rettet kein angeschlagenes Handelsunternehmen, wenn Kosten, Lieferantenrisiken und schwache Umsätze gleichzeitig drücken.
Der größere Druck im Non-Food-Handel
Mäc-Geiz ist kein Einzelfall. Der Non-Food-Handel steht seit Jahren unter Druck. Viele Kunden kaufen vorsichtiger, Energiekosten, Löhne und Mieten sind gestiegen, gleichzeitig wird der Wettbewerb härter.
Vor allem große Billiganbieter wie Action, Tedi oder auch andere Haushalts- und Sonderpostenketten setzen kleinere Händler unter Druck. Sie können oft günstiger einkaufen, schneller expandieren und ihre Sortimente aggressiver vermarkten.
| Herausforderung | Warum sie für Mäc-Geiz problematisch ist |
|---|---|
| Schwache Kauflaune | Kunden sparen bei Haushaltswaren, Deko und Kleinteilen |
| Hohe Kosten | Mieten, Energie und Personal belasten die Margen |
| Starke Konkurrenz | Action, Tedi und andere Anbieter gewinnen Marktanteile |
| Lieferantenrisiken | Unsichere Zahlungsbedingungen können Ware und Liquidität belasten |
| Filialnetz | Nicht jeder Standort ist automatisch profitabel |
Was heißt das für Mitarbeitende?
Für die Beschäftigten ist die Lage angespannt, aber nicht sofort aussichtslos. Die Gehälter sind nach Angaben aus aktuellen Berichten für drei Monate über das Insolvenzgeld abgesichert. Danach hängt viel davon ab, wie schnell ein Sanierungskonzept steht und welche Standorte erhalten bleiben.
Wichtig ist: Insolvenzgeld schützt kurzfristig Einkommen, garantiert aber nicht automatisch den langfristigen Erhalt aller Arbeitsplätze. Genau deshalb wird die Prüfung der Filialen nun zur Schlüsselfrage.
Was Kunden jetzt wissen sollten
Für Käuferinnen und Käufer ist die wichtigste Nachricht zunächst: Mäc-Geiz bleibt vorerst geöffnet. Wer dort regelmäßig Haushaltswaren, Drogerieartikel, Schreibwaren oder Saisonware kauft, muss aktuell nicht automatisch mit sofortigen Einschränkungen rechnen.
Trotzdem sollten Kunden auf mögliche Änderungen achten:
- Öffnungszeiten einzelner Filialen könnten sich später ändern.
- Das Sortiment kann während der Sanierung angepasst werden.
- Einzelne Standorte könnten nach Prüfung geschlossen werden.
- Aktionen und Warenverfügbarkeit können je nach Filiale unterschiedlich ausfallen.
Wie geht es jetzt weiter?
In den kommenden Wochen dürfte sich entscheiden, wie tief der Sanierungskurs ausfällt. Mäc-Geiz muss klären, welche Filialen bleiben, welche Kosten gesenkt werden können und ob das Unternehmen unter dem Dach von Kodi langfristig wieder stabil arbeiten kann.
Der Fall zeigt, wie schwierig das Geschäft mit günstigen Non-Food-Artikeln geworden ist. Niedrige Preise allein reichen nicht mehr. Entscheidend sind effiziente Strukturen, gute Standorte, stabile Lieferanten und ein Sortiment, das Kunden regelmäßig in die Filialen bringt.
Passend dazu lohnt sich auch der Blick auf die geplante Renten-Neuberechnung ab 2027 und darauf, wer tatsächlich mehr Geld sowie eine mögliche Nachzahlung bekommen kann.
