Der Netflix-Film „The Rip“ über Polizeiarbeit und Drogenhandel in Miami hat ein unerwartetes Nachspiel außerhalb der Leinwand bekommen, berichtet timestuff.de unter Berufung auf spiegel.de. Zwei echte Polizisten haben Klage gegen die Produzenten des Films eingereicht und werfen der Produktion vor, ihrem Ruf geschadet zu haben.
Warum Polizisten wegen „The Rip“ vor Gericht ziehen
Das Hollywood-Duo Matt Damon und Ben Affleck steht erneut im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, diesmal jedoch nicht wegen einer Premiere oder einer neuen Schauspielrolle. Laut Entertainment Weekly haben zwei Polizisten des Miami-Dade Police Department in Florida eine Verleumdungsklage gegen eine Produktionsfirma eingereicht, die mit dem Netflix-Film „The Rip“ verbunden ist. In dem Streifen spielen Damon und Affleck Polizisten einer Spezialeinheit, die im kriminellen Milieu von Miami ermitteln.
Die Handlung des Films dreht sich um Korruption, Polizeiarbeit und Drogenhandel, weshalb die Debatte um den Film schnell über gewöhnliche Filmkritik hinausging. Die Kläger behaupten, die Darstellung könne beim Publikum den Eindruck erwecken, sie seien mit fragwürdigen Entscheidungen oder unethischem Verhalten in Verbindung zu bringen. Nach ihrer Darstellung könne dies nicht nur die öffentliche Wahrnehmung beeinflussen, sondern auch ihren beruflichen Status beschädigen.
Welcher reale Fall als Vorlage gedient haben soll
Nach Angaben der Polizisten soll „The Rip“ auf einem tatsächlichen Einsatz aus dem Jahr 2016 beruhen, bei dem sie mehr als 21 Millionen Dollar beschlagnahmten. Ihre Namen werden im Film zwar nicht direkt genannt, dennoch sehen die Kläger zu viele Übereinstimmungen bei Details, Schauplatz und Kontext. Gerade deshalb argumentieren sie, Zuschauer könnten die fiktiven Figuren mit realen Beamten der Polizei von Miami-Dade in Verbindung bringen.
In der Klage heißt es laut EW, der Film deute angeblich auf „Fehlverhalten, mangelndes Urteilsvermögen und unethisches Verhalten“ im Zusammenhang mit einer echten Polizeiermittlung hin. Für Polizeibeamte können solche Assoziationen schwerwiegende Folgen haben, selbst wenn ein Film offiziell als fiktionales Werk erscheint. Deshalb könnte der Fall nicht nur für Damon und Affleck relevant werden, sondern auch für die breitere Debatte darüber, wo die Grenze zwischen von wahren Ereignissen inspirierter Fiktion und dem Schutz realer Personen verläuft.
Was die Kläger fordern
Die Anwälte der beiden Polizisten erklären, der Film habe ihrem „persönlichen und beruflichen Ruf erheblich geschadet“. Zu den Forderungen gehören eine öffentliche Rücknahme und Richtigstellung sowie Schadenersatz. Eine mögliche Summe wird in dem Bericht nicht genannt, doch schon die Klage selbst setzt das Team hinter dem Film juristisch unter Druck.
Vertreter von Matt Damon und Ben Affleck reagierten laut Entertainment Weekly nicht unmittelbar auf eine Anfrage des Mediums. Nach der Veröffentlichung des Films zu Beginn des Jahres seien ähnliche Vorwürfe allerdings bereits zurückgewiesen worden. Nun liegt der Konflikt vor Gericht, wo vor allem die Frage entscheidend sein dürfte, ob Zuschauer in den Figuren tatsächlich konkrete reale Personen erkennen konnten.
Warum der Fall für Damon und Affleck wichtig ist
Der 55-jährige Matt Damon und der 53-jährige Ben Affleck gelten seit Jahrzehnten als eines der bekanntesten Kreativduos Hollywoods. Die beiden sind seit ihrer Kindheit befreundet, standen mehrfach gemeinsam vor der Kamera und wurden besonders durch den Film „Good Will Hunting“ aus dem Jahr 1997 berühmt. Dieser Film festigte ihren Ruf nicht nur als Schauspieler, sondern auch als kreative Köpfe hinter erfolgreichen Projekten mit starkem dramatischem Kern.
Der Streit um den Netflix-Film „The Rip“ könnte nun zu einer Belastungsprobe für ihr Image werden, auch wenn ein Gericht bisher keine Schuld festgestellt hat. Für Netflix ist die Angelegenheit ebenfalls heikel, denn Filme über reale oder halb reale Kriminalfälle ziehen oft nicht nur Zuschauer an, sondern auch Menschen, die sich in einer Geschichte wiedererkennen. Rund um „The Rip“ entsteht damit eine zweite Geschichte, die nicht mehr nur von einer Polizeiermittlung in Miami handelt, sondern von der Frage, wie weit filmische Neuinterpretationen realer Ereignisse gehen dürfen.
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