Die Met Gala 2026 sollte ein Abend der Mode, Kunst und spektakulären Auftritte werden, berichtet timestuff.de unter Berufung auf elle.ua. Doch in diesem Jahr rückte nicht nur der rote Teppich in den Mittelpunkt, sondern auch die Ernennung von Jeff Bezos und Lauren Sánchez Bezos zu Ehrenvorsitzenden des Balls.
Warum die Met Gala 2026 so viel Kritik auslöste
Die Met Gala gilt weiterhin als eines der exklusivsten Events der Welt. Die Gästeliste wird streng kontrolliert, die Teilnahme ist nur einem kleinen Kreis aus Stars, Designerinnen, Designern, Mäzenen und einflussreichen Persönlichkeiten vorbehalten. Tickets für den Ball sollen in diesem Jahr rund 100.000 Dollar gekostet haben, wodurch die Veranstaltung längst auch als Symbol für Status, Macht und Zugang zur Spitze der Modewelt gilt.
Genau deshalb sorgte die Entscheidung, Amazon-Gründer Jeff Bezos und seine Ehefrau Lauren Sánchez Bezos zu Ehrenvorsitzenden der Met Gala 2026 zu machen, sofort für Diskussionen. Für Kritiker ging es dabei nicht mehr nur um die Unterstützung von Kunst und Mode. Viele sahen darin vielmehr ein Zeichen dafür, dass Geld, Einfluss und gesellschaftlicher Rang zunehmend wichtiger werden als der kulturelle Anspruch des Abends.
Bezos wurde in der Debatte nicht nur als Gründer von Amazon genannt. Kritiker verwiesen auch auf langjährige Kontroversen rund um Steuerfragen, Arbeitsbedingungen und politische Sympathien. Zusätzlich spielte die Lage bei der „Washington Post“ eine Rolle, wo nach personellen und redaktionellen Veränderungen verstärkt über den Einfluss des Eigentümers auf das Medium diskutiert wurde.
Proteste in New York und Aufrufe zum Boykott
Nach der Bekanntgabe von Jeff Bezos und Lauren Sánchez Bezos als finanzielle Unterstützer und Ehrenvorsitzende nahm der Protest in New York spürbar zu. Aktivisten gingen mit Plakaten gegen die Beteiligung des Milliardärs an der Met Gala auf die Straße. Gleichzeitig verbreiteten sich in sozialen Netzwerken immer mehr Aufrufe an Prominente, der Veranstaltung fernzubleiben.
Für einen Teil der Kritiker wurde der Ball damit zum Beispiel dafür, wie großes Kapital in den Kulturbetrieb eindringt und dessen Regeln verändert. Die Met Gala, eigentlich als glamouröse Spendengala für das Costume Institute des Metropolitan Museum of Art bekannt, wurde plötzlich als Bühne für Reputationspflege diskutiert. Der Vorwurf lautete, dass eine der wichtigsten Modeveranstaltungen der Welt einem umstrittenen Milliardär kulturelle Aufwertung verschaffe.
Die Schauspielerin Cynthia Nixon äußerte sich besonders scharf gegen Bezos’ Rolle bei der Gala. Sie sagte, die Met Gala gebe Bezos genau jene „Reputationswäsche“ und kulturelle Energie, die er brauche. Ihre Kritik verbreitete sich schnell in Medien und sozialen Netzwerken, weil sie den Kern der Debatte traf: Ein Ball für Kunst und Mode wurde von vielen plötzlich als Plattform zur Legitimation extremen Reichtums gesehen.
Welche Stars sich von der Met Gala distanzierten

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgten prominente Namen, die entweder offen Kritik unterstützten oder der Veranstaltung fernblieben. Bella Hadid, die bereits fünfmal bei der Met Gala zu Gast war, erschien in diesem Jahr nicht auf dem roten Teppich. Außerdem likte sie ein Anti-Bezos-Video der Influencerin Meredith Lynch.
In dem Video rief Lynch Stars dazu auf, nicht so zu tun, als sei die Teilnahme an einer von Jeff Bezos unterstützten Zeremonie politisch neutral. Ihre Botschaft zielte direkt auf jene Prominenten, die sich öffentlich gegen soziale Ungerechtigkeit positionieren, gleichzeitig aber bei einem Event mit Bezos-Beteiligung erscheinen. Dadurch bekam die Kritik an der Met Gala 2026 auch innerhalb der Popkultur eine deutlich sichtbare Dynamik.
Auch Schauspielerin Taraji P. Henson unterstützte diese Haltung und reagierte emotional auf das Video von Meredith Lynch. Ihr Kommentar lief auf die Frage hinaus, was Prominente eigentlich tun, wenn sie zu einer Veranstaltung gehen, um die bereits ein solcher gesellschaftlicher Konflikt entstanden ist. Model Bryana Holly likte das Video ebenfalls, während ihr Ehemann Nicholas Hoult die Met Gala 2026 besuchte, allerdings ohne sie.
Zendaya, Jennifer Lopez, Billie Eilish und Lady Gaga fehlten

Eine der auffälligsten Abwesenheiten war Zendaya, die sieben Jahre in Folge zu den wichtigsten Stars der Met Gala gezählt hatte. In diesem Jahr erschien die Schauspielerin nicht auf dem Ball. Der genaue Grund für ihre Entscheidung wurde nicht öffentlich erklärt.
Ihre Abwesenheit kann mit einer persönlichen oder politischen Haltung zusammenhängen. Ebenso möglich ist ein voller Terminkalender, denn Zendaya hat 2026 mehrere Filmprojekte geplant. Dennoch wurde ihr Fehlen im Kontext der Proteste besonders aufmerksam beobachtet, weil sie in den vergangenen Jahren zu den prägenden Gesichtern der Met Gala gehörte.
Auch Jennifer Lopez, Jenna Ortega, Billie Eilish und Lady Gaga erschienen nicht bei der Met Gala 2026. Nicht jede Abwesenheit lässt sich automatisch als Boykott deuten, da Stars aus vielen Gründen auf eine Teilnahme verzichten können. Vor dem Hintergrund der Proteste gegen Jeff Bezos wurde jedoch jede fehlende prominente Person schnell als mögliches Signal gelesen.
Rekordsumme trotz Imageschaden
Trotz Protesten, kritischer Stimmen und Boykottaufrufen war die Met Gala 2026 finanziell ein Erfolg. Der Direktor des Metropolitan Museum of Art, Max Hollein, erklärte, dass der Ball 42 Millionen Dollar für das Costume Institute eingebracht habe. Im Vorjahr lag die Summe noch bei 31 Millionen Dollar.
Damit hat der Skandal die Veranstaltung nicht gebremst, sondern ihre Aufmerksamkeit sogar weiter erhöht. Allerdings geschah das nicht unbedingt in der Weise, wie es sich die Organisatoren gewünscht haben dürften. Die Met Gala 2026 wurde zwar noch größer, aber auch politischer, angreifbarer und stärker mit Fragen nach Macht, Geld und gesellschaftlicher Verantwortung verbunden.
Die zentrale Frage nach der Met Gala 2026 lautet daher nicht nur, wer gekommen ist und wer den Ball ausgelassen hat. Der Streit zeigte, dass selbst die prestigeträchtigsten Kulturereignisse nicht mehr losgelöst von sozialer Ungleichheit, politischer Reputation und dem Einfluss großer Vermögen betrachtet werden können. Für Vogue und das Metropolitan Museum könnte das ein deutliches Signal sein, dass die Zukunft der Met Gala nicht nur von spektakulären Looks abhängt, sondern auch davon, wer überhaupt an den wichtigsten Tisch eingeladen wird.
Mehr zur modischen Seite des Abends lesen Sie in unserem Überblick zu den Met Gala 2026 Looks, darunter Heidi Klums Auftritt als lebende Skulptur im „Fashion Is Art“-Outfit.
