Olivenöl mit der Kennzeichnung „nativ extra“ soll eigentlich für höchste Qualität, reinen Geschmack und einwandfreie Rohware stehen, berichtet timestuff.de unter Berufung auf n-tv.de. Doch eine aktuelle Untersuchung von Öko-Test zeigt ein deutlich ernüchterndes Bild: Einige Produkte erfüllen die Erwartungen nicht, in mehreren Ölen wurden unerwünschte Rückstände, Pestizide und sogar geschmackliche Mängel festgestellt.
Das wichtigste Ergebnis des Tests ist klar: Die Aufschrift „nativ extra“ auf der Flasche ist noch keine Garantie dafür, dass Verbraucher wirklich ein hochwertiges Olivenöl kaufen.
Was Öko-Test genau untersucht hat
Die Experten von Öko-Test haben 30 Olivenöle der höchsten Güteklasse „nativ extra“ geprüft. Im Test waren vor allem Produkte aus dem unteren und mittleren Preissegment vertreten. Die Preise lagen zwischen 7,99 Euro und 27,98 Euro pro Liter.
Hochpreisige Premium-Olivenöle wurden nicht berücksichtigt. Von den 30 getesteten Produkten trugen 18 Öle ein Bio-Siegel.
Die Labore untersuchten die Olivenöle unter anderem auf:
- Rückstände von Pestiziden;
- gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe, sogenannte MOSH/MOSH-Analoga;
- aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe, sogenannte MOAH;
- Weichmacher;
- die Einhaltung der Qualitätsparameter für „nativ extra“;
- Geschmack, Geruch, Bitterkeit, Fruchtigkeit und mögliche Fehlnoten.
„Nativ extra“ ist nicht nur ein Werbeversprechen, sondern eine offizielle Qualitätskategorie, bei der sensorische Fehler eigentlich ausgeschlossen sein müssen.
Diese Olivenöle schneiden im Test am besten ab

Nur zwei Produkte erhielten im Test die Bestnote „sehr gut“.
| Olivenöl | Preis pro Liter | Bewertung |
|---|---|---|
| Aldi Bio Natives Olivenöl extra | 9,27 Euro | Sehr gut |
| Rapunzel Olivenöl nativ extra aus Italien | 19,78 Euro | Sehr gut |
Für Verbraucher ist dieses Ergebnis besonders interessant: Ein höherer Preis bedeutet nicht automatisch bessere Qualität. Gleichzeitig zeigt der Test, dass auch ein vergleichsweise günstigeres Produkt sehr gut abschneiden kann.
Eines der besten Öle im Test gehörte nicht zu den teuersten Produkten — ein wichtiger Hinweis für alle, die beim Einkauf auf Preis und Qualität achten.
Warum einige Olivenöle durchfielen
Das Problem im Test war nicht nur die Belastung mit Rückständen. Bei mehreren Produkten passte auch die angegebene Qualitätsklasse nicht überzeugend zum tatsächlichen Ergebnis. Olivenöl der Kategorie „nativ extra“ muss frei von störenden Geruchs- und Geschmacksfehlern sein.
Bei einigen Ölen stellten die Prüfer jedoch deutliche Mängel fest.
Zu den beanstandeten Fehlern gehörten:
- ranzige Noten — also ein unangenehmer, oxidierter Geschmack oder Geruch;
- stichige und schlammige Noten — mögliche Hinweise auf Probleme bei Lagerung oder Verarbeitung;
- eine schwache geschmackliche Harmonie;
- eine insgesamt enttäuschende Qualität für die Kategorie „nativ extra“.
Besonders kritisch ist, dass solche Mängel nicht nur bei konventionellen Produkten, sondern auch bei einigen Bio-Olivenölen festgestellt wurden.
Pestizide im Olivenöl: Die Belastung nimmt zu
Ein weiterer problematischer Punkt im Test ist die gestiegene Mehrfachbelastung mit Pestiziden. Laut Öko-Test hat sich dieses Problem im Vergleich zu früheren Untersuchungen verschärft.
Auch ein Bio-Siegel bedeutete nicht automatisch, dass keinerlei unerwünschte Rückstände gefunden wurden. Für Verbraucher ist das ein klares Signal: Bio kann das Risiko verringern, ist aber keine absolute Garantie für ein makelloses Produkt.
Besonders bedenklich ist nicht nur der Nachweis einzelner Spuren, sondern die Kombination mehrerer unerwünschter Stoffe in einem einzigen Produkt.
MOSH und MOAH: Welche Rückstände gefunden wurden
In keinem der getesteten Produkte blieb die Analyse komplett unauffällig: In allen Olivenölen wurden zumindest Spuren von MOSH/MOSH-Analoga festgestellt. Diese Stoffgruppe kann über Produktionsprozesse, Transport, Verpackung oder den Kontakt mit technischen Materialien in Lebensmittel gelangen.
Öko-Test weist darauf hin, dass sich MOSH im menschlichen Fettgewebe und in manchen Organen anreichern können. Welche Folgen das langfristig hat, ist noch nicht abschließend geklärt. Für ein hochwertiges Lebensmittel sind solche Rückstände dennoch unerwünscht.
Noch kritischer bewerten die Tester MOAH. Diese aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe wurden in vier Ölen in erhöhten Mengen nachgewiesen. Das ist problematisch, weil zu dieser Stoffgruppe auch Verbindungen gehören können, die gesundheitlich besonders bedenklich sind.
Diese Olivenöle erhielten schlechte Bewertungen
Insgesamt wurden sieben Olivenöle mit „mangelhaft“ bewertet. Im Test wurden unter anderem folgende Produkte genannt:
- De Cecco Bio Natives Olivenöl extra;
- Rewe Bio Natives Olivenöl extra;
- Dennree Olivenöl nativ extra.
Eine schlechte Bewertung kann mehrere Gründe haben: Rückstände, geschmackliche Fehler, unerwünschte Stoffe oder eine Qualität, die nicht zum Anspruch der Kategorie „nativ extra“ passt.
Für ein Produkt, das als „extra virgin“ verkauft wird, ist bereits ein sensorischer Fehler ein ernstes Problem.
Worauf Verbraucher beim Kauf von Olivenöl achten sollten

Ein einzelner Test bedeutet nicht, dass alle Olivenöle problematisch sind. Er zeigt aber deutlich, dass Verbraucher genauer hinsehen sollten und sich nicht allein auf eine schöne Etikette verlassen dürfen.
Beim Kauf lohnt es sich, auf folgende Punkte zu achten:
- Olivenöl möglichst in dunklen Glasflaschen oder Dosen kaufen;
- Abfülldatum und Mindesthaltbarkeitsdatum prüfen;
- Flaschen meiden, die lange unter direktem Licht standen;
- geöffnete Flaschen gut verschlossen und dunkel lagern;
- nicht nur auf Begriffe wie „Bio“ oder „nativ extra“ vertrauen;
- wenn möglich, unabhängige Tests zu konkreten Marken prüfen.
Lohnt sich günstiges Olivenöl?
Der Preis spielt eine Rolle, ist aber nicht das einzige Qualitätsmerkmal. Im Öko-Test erzielte ausgerechnet ein Olivenöl von Aldi für 9,27 Euro pro Liter eines der besten Ergebnisse. Gleichzeitig konnten einige teurere oder als Bio vermarktete Produkte die Erwartungen nicht erfüllen.
Die bessere Strategie ist daher: nicht nur auf Marke und Preis schauen, sondern auch auf Testergebnisse, Herkunft, Verpackung, Lagerbedingungen und den eigenen Eindruck nach dem Öffnen der Flasche.
Gutes Olivenöl sollte frisch riechen, fruchtige Noten haben, leicht bitter schmecken und eine angenehme Schärfe zeigen — nicht muffig, abgestanden oder ranzig.
Auch bei anderen TV-Formaten zeigt sich, wie stark sich Sehgewohnheiten verändern, etwa bei DSDS, das zuletzt weiter Zuschauer verloren hat und für RTL zunehmend zur Herausforderung wird.
