Ralph Siegel möchte noch einmal zum Eurovision Song Contest – und ausgerechnet Dschinghis Khan sollen dabei eine zentrale Rolle spielen. Der Komponist hat nach eigenen Angaben einen neuen Song für die deutsche Auswahl zum ESC 2027 eingereicht. Damit ist die Bewerbung tatsächlich konkreter als eine bloße Comeback-Idee, berichtet timestuff.de.
Ein entscheidender Punkt wird bei den ersten Schlagzeilen allerdings schnell übersehen: Dschinghis Khan sind damit noch nicht für den deutschen Vorentscheid ausgewählt. Erst wenn die Bewerbung die laufende Auswahl übersteht, wird aus Siegels Plan tatsächlich ein möglicher ESC-Auftritt.
Der aktuelle Stand lässt sich deshalb in einem Satz zusammenfassen: Der Song ist eingereicht, die Teilnahme am Vorentscheid aber noch offen.
Was Ralph Siegel für den ESC 2027 eingereicht hat
Siegel bestätigte in einem Interview mit Schlagerpuls, dass die Bewerbung bereits abgeschickt worden sei. Der neue Titel ist demnach für eine neu formierte Version von Dschinghis Khan vorgesehen.
„Ich wünsche mir einfach nur, in der Vorentscheidung dabei zu sein.“
Gerade dieser Satz zeigt, wie der Stand der Dinge einzuordnen ist. Siegel spricht nicht davon, dass ein Platz bereits sicher wäre. Er hofft zunächst darauf, mit dem Lied überhaupt in die deutsche Vorentscheidung zu kommen.
| Frage | Aktueller Stand |
|---|---|
| Ist ein Song eingereicht? | Ja, laut Ralph Siegel wurde die Bewerbung abgeschickt. |
| Ist der Titel für Dschinghis Khan gedacht? | Ja, Siegel nennt die Gruppe ausdrücklich als vorgesehenen Act. |
| Sind Dschinghis Khan im deutschen Vorentscheid? | Noch nicht bestätigt. |
| Ist Deutschland beim ESC 2027 damit sicher durch Dschinghis Khan vertreten? | Nein. Dafür müsste der Beitrag erst die deutsche Auswahl gewinnen. |
Warum man noch nicht von einem ESC-Comeback sprechen kann
Für den deutschen Beitrag 2027 läuft ein Auswahlverfahren des SWR. Der Sender sucht sowohl neue als auch bereits etablierte Acts und richtet sich ausdrücklich auch an Songwriter, die mit Künstlern an geeigneten ESC-Songs arbeiten.
Auf der offiziellen Seite von eurovision.de erklärt der SWR, dass Bewerbungen für „Eurovision Song Contest – Das Deutsche Finale 2027“ eingereicht werden konnten. Alle Genres seien grundsätzlich möglich. Entscheidend seien unter anderem Bühnenpraxis, gesangliche Qualität und ein professionelles Umfeld des Acts.
Die Bewerbung von Ralph Siegel muss deshalb denselben entscheidenden Schritt nehmen wie andere Einreichungen: Sie muss von den Verantwortlichen ausgewählt werden.
Das RedaktionsNetzwerk Deutschland berichtet zudem, dass der SWR den Eingang der konkreten Bewerbung auf Anfrage nicht bestätigen wollte. Zu einzelnen Bewerbungen und dem laufenden Auswahlverfahren gebe der Sender keine Auskunft.
„Song eingereicht“ und „für den Vorentscheid ausgewählt“ sind also zwei verschiedene Dinge. Genau diese Trennung ist wichtig, bevor von einem sicheren Dschinghis-Khan-Comeback beim Eurovision Song Contest gesprochen wird.
Der neue Song entstand unter ungewöhnlichen Umständen
Dass überhaupt ein neuer ESC-Anlauf geplant ist, hatte sich schon Wochen zuvor angedeutet. Siegel berichtete bereits im Sommer von einem neuen Lied, das ihm während einer schweren gesundheitlichen Phase in den Sinn gekommen sei. Zu diesem Zeitpunkt war allerdings noch nicht öffentlich bekannt, für welchen Act der Titel bestimmt sein sollte.
Im September folgte nun die entscheidende zusätzliche Information: Das Lied ist für Dschinghis Khan gedacht und wurde nach Siegels Angaben für die deutsche ESC-Auswahl eingereicht.
Über Titel, Sprache, musikalischen Aufbau oder eine mögliche Bühneninszenierung sind bislang keine belastbaren Details veröffentlicht worden. Siegel selbst beschreibt die Komposition als anspruchsvoller als einen einfachen Retro-Titel und zeigt sich von ihr ausgesprochen überzeugt.
Damit liegt der eigentliche Nachrichtenwert nicht darin, dass Siegel gerne noch einmal zum ESC möchte. Neu ist, dass aus diesem Wunsch eine konkrete Bewerbung mit Dschinghis Khan geworden ist.
Warum ausgerechnet Dschinghis Khan?
Die Verbindung zwischen Ralph Siegel, Dschinghis Khan und dem Eurovision Song Contest reicht fast fünf Jahrzehnte zurück.
1979 trat die damals eigens für den Wettbewerb gegründete Formation mit dem Song „Dschinghis Khan“ für Deutschland beim Eurovision Song Contest in Jerusalem an. Das Ergebnis war beachtlich: Platz vier.
Der Auftritt gehört bis heute zu den auffälligsten deutschen ESC-Beiträgen der 1970er-Jahre. Das Lied wurde anschließend weit über Deutschland hinaus bekannt. Für einen neuen Anlauf wäre der Name deshalb nicht nur ein nostalgischer Verweis, sondern sofort international mit einer konkreten ESC-Geschichte verbunden.
- 1979: Dschinghis Khan vertreten Deutschland beim ESC in Jerusalem.
- Song: „Dschinghis Khan“.
- Platzierung: Rang vier.
- 2026: Siegel reicht nach eigenen Angaben einen neuen Song für eine neu formierte Version der Gruppe ein.
- 2027: Eine Teilnahme ist derzeit noch nicht bestätigt.
Was als Nächstes passieren muss
Für Fans ist jetzt weniger die Frage interessant, ob Siegel den Song tatsächlich geschrieben hat. Dieser Schritt ist erledigt. Entscheidend ist, wie die Verantwortlichen der deutschen Auswahl die Bewerbung bewerten.
Der weitere Weg sieht vereinfacht so aus:
- Die eingereichten Songs und Acts werden geprüft.
- Aus dem Bewerberfeld werden Beiträge für die nächste Phase ausgewählt.
- Erst mit einer offiziellen Nominierung wäre Dschinghis Khan tatsächlich Teil des deutschen ESC-Vorentscheids.
- Danach müsste der Act auch diese Auswahl gewinnen, um Deutschland beim Eurovision Song Contest 2027 vertreten zu dürfen.
Bis dahin wäre die Aussage „Dschinghis Khan kehren zum ESC zurück“ zu weitgehend. Treffender ist: Ralph Siegel versucht mit einem neuen Dschinghis-Khan-Projekt, wieder in den deutschen ESC-Auswahlprozess zu kommen.
Ein Comeback mit großem Namen – aber noch ohne Ticket
Die Geschichte besitzt alles, was eine ungewöhnliche ESC-Bewerbung ausmacht: einen der bekanntesten deutschen Grand-Prix-Komponisten, einen Namen mit eigener Eurovision-Vergangenheit und einen neuen Song, über den bislang nur wenig bekannt ist.
Doch genau deshalb lohnt sich ein nüchterner Blick auf den aktuellen Stand. Die Bewerbung existiert laut Ralph Siegel. Die Auswahl durch den SWR ist nicht bestätigt.
Sollte Dschinghis Khan tatsächlich für den deutschen Vorentscheid nominiert werden, wäre das die nächste große Nachricht. Erst dann würde aus dem derzeitigen Plan ein echtes ESC-Comeback mit realistischer Chance auf die Bühne 2027.
Auch abseits des ESC sorgen bekannte TV-Gesichter für Gesprächsstoff, etwa Horst Lichter mit seiner überraschenden Bart-Aktion.
