Sonne, blauer Himmel und ein lautes „Brunswiek Helau!“: In Braunschweig ist am Sonntag erneut der Karnevalsumzug Schoduvel durch die Innenstadt gezogen, berichtet timestuff.de unter Berufung auf welt.de. Die Veranstalter stellten sich diesmal auf bis zu 300.000 Zuschauerinnen und Zuschauer ein.
Sonniges Braunschweig und tausende Menschen entlang der Strecke
Der 48. Schoduvel verwandelte die Straßen im Zentrum Braunschweigs in eine große Festmeile. Am Rand der Route feuerten die Menschen die Aktiven an, fotografierten die Motivwagen und griffen nach den Süßigkeiten, die in die Menge flogen. Nach Einschätzung der Organisatoren hätten bis zu 300.000 Besucherinnen und Besucher kommen können.
Mehr als 5.000 Teilnehmende waren Teil des Zuges, dazu rollten rund 130 thematisch gestaltete Wagen durch die Stadt. Im Vergleich zu Braunschweig fiel der Umzug in Osnabrück am Vortag kleiner aus, blieb aber ebenfalls deutlich spürbar: Laut Polizei kamen dort etwa 20.000 Schaulustige in die Innenstadt. Damit gehörten beide Veranstaltungen zu den auffälligsten Karnevalsterminen des Wochenendes in Niedersachsen.
Prominente Gäste und der Anspruch, der größte Umzug im Norden zu sein

Beim Braunschweiger Schoduvel zeigten sich auch Spitzenpolitikerinnen und -politiker des Landes: Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies, Innenministerin Daniela Behrens und Kulturminister Falko Mohrs (alle SPD). Ihre Anwesenheit gab dem Ereignis zusätzliche Aufmerksamkeit, ohne dass der Charakter als Volksfest verloren ging. Im Mittelpunkt standen weiterhin Stimmung, Tradition und ein sicherer Ablauf.
Die Organisatoren bezeichnen den Schoduvel als den größten Faschingsumzug im Norden Deutschlands. Ausgerichtet wird die Veranstaltung vom Komitee Braunschweiger Karneval, in dem sich die drei Karnevalsgesellschaften der Stadt zusammengeschlossen haben. Das Bündnis koordiniert Route, Teilnehmende und Logistik – damit die Innenstadt dem Andrang standhält und das Fest reibungslos über die Bühne geht.
Fünf Kilometer „Narrenlindwurm“ und ein Motto mit Blick auf Sicherheit
Das Motto der 48. Ausgabe lautete: „Der Schoduvel kommt mit voller Macht, die Sicherheit hält alles sacht“. Dahinter steckt eine klare Botschaft: ausgelassene Feierlaune, aber mit einem Rahmen, der Ordnung und Kontrolle zuverlässig trägt. Gerade bei Großveranstaltungen, die heute vielerorts besonders sorgfältig geplant werden, wirkt dieser Schwerpunkt nicht wie Dekoration, sondern wie ein konsequenter Teil des Konzepts.
Angeführt wurde der Zug von einer Elefantenskulptur – ein sichtbares Zeichen mit historischem Bezug. Nach Darstellung der Veranstalter knüpft das an den ersten Umzug vor mehr als 40 Jahren an, der angeblich von einem Zirkuselefanten angeführt wurde. So bekam die Tradition ein markantes Symbol, das auch für Erstbesucherinnen und -besucher sofort verständlich ist.
Süßigkeitenregen und ein friedlicher Abschluss

Der bunte Zug schlängelte sich über rund fünf Kilometer durch die Stadt und war etwa vier Stunden unterwegs. Nach Angaben der Organisatoren wurden ungefähr 25 Tonnen Süßigkeiten in die Menge verteilt – bei solchen Umzügen fast schon eine eigene „Währung“ der guten Laune. Die Polizei zog im Anschluss eine ruhige Bilanz: Der Schoduvel blieb friedlich, schwere Zwischenfälle gab es nicht.
Der Name „Schoduvel“ stammt aus dem Niederdeutschen und bedeutet sinngemäß „Scheuch den Teufel!“. Er verweist auf die lange Geschichte des Braunschweiger Karnevals, die mehr als 700 Jahre zurückreicht. Genau deshalb sehen viele Menschen in der Stadt den Umzug nicht nur als Sonntagsprogramm, sondern als Teil ihrer lokalen Identität.
Osnabrück: 20.000 Zuschauer – und Straftaten zum Ende des Umzugs
Bereits am Samstag hatte Osnabrück mit dem „Ossensamstag“ seinen eigenen Karnevalshöhepunkt. Laut Polizei lockte der Umzug rund 20.000 Zuschauerinnen und Zuschauer in die Innenstadt. Mit dabei waren Spielmannszüge, Tanzgruppen, Vereine sowie geschmückte Umzugswagen und Lastwagen mit Musik – insgesamt ein lautes, buntes Bild, wie man es von Karnevalswochenenden kennt.
Am Ende wurde die Stimmung dort jedoch deutlich angespannter: Die Polizei registrierte 14 Körperverletzungsdelikte und eine Sachbeschädigung. Im Kontrast zum ruhigen Verlauf in Braunschweig fällt das besonders auf und zeigt, warum bei großen Menschenmengen so viel Wert auf Kontrolle, klare Abläufe und Sicherheit gelegt wird. Gefeiert wurde am Wochenende außerdem in weiteren Orten Niedersachsens, etwa in Hannover und Ganderkesee.
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