Kurze Starlink-Blockade, die russische Einheiten über Jahre genutzt haben sollen, könnte die Kommunikation an der Front empfindlich getroffen haben, berichtet timestuff.de unter Berufung auf bild.de. Nur wenige Tage nach dem Ausfall zeigten sich im Gebiet Saporischschja erste Anzeichen von Unruhe in der russischen Verteidigung.
Was mit Starlink passiert ist – und warum das an der Front zählt
Vor vier Tagen fiel das Satelliteninternet Starlink für Putins Besatzungstruppen aus – auf ein System, das die russische Armee laut dem Bericht jahrelang illegal genutzt haben soll. In diesem Zusammenhang wird erwähnt, dass der Ausfall von Elon Musk (54) und dem ukrainischen Verteidigungsministerium koordiniert worden sei. Für eine Armee, die Kommandos, Lagebilder und Abstimmungen stark über satellitengestützte Kommunikation abwickelt, kann selbst ein kurzer Bruch sofort Folgen haben: Befehle kommen verspätet durch, Einheiten handeln weniger abgestimmt, und Entscheidungen an der Linie werden riskanter.
Lokale Gegenoffensive im Gebiet Saporischschja

Am Samstag starteten ukrainische Kräfte des Operativen Kommandos „Süd“ eine lokale Gegenoffensive im Gebiet Saporischschja. Besonders aktiv waren Einheiten des 33. Sturmregiments der ukrainischen Landstreitkräfte, die zunächst das kleine Dorf Prydoroschnje zurückeroberten. Anschließend griff die ukrainische Armee die Siedlung städtischen Typs Ternuwate aus westlicher Richtung an und drängte die russischen Truppen schließlich heraus – der Ort steht damit wieder unter ukrainischer Kontrolle.
Warum Prydoroschnje und Ternuwate gerade jetzt so viel aussagen

Sowohl Ternuwate als auch Prydoroschnje waren Ende Januar unter russische Kontrolle geraten. Nun wurden beide Orte zurückgeholt – praktisch nur eine Woche nach der Besetzung, was auf dieser Frontlänge auffällt. Wenn Dörfer und Kleinstädte in kurzer Zeit mehrfach den Besitzer wechseln, deutet das oft auf Probleme in Führung, Nachschub und Abstimmung hin: Wer die Linie nicht sauber koordiniert, verliert schneller Positionen, weil Reserven zu spät ankommen und Flanken unsauber abgesichert sind.
Russische Kriegsblogger machen die Starlink-Blockade verantwortlich
Kremlnahe Militärblogger verknüpften den ukrainischen Vorstoß direkt mit der Starlink-Blockade und einem Einbruch der Koordination vor Ort. Der russische Kriegsblogger APWagner (310.000 Abonnenten auf Telegram) klagte, nach der Lage in der Region Dnipropetrowsk habe die Front im Gebiet Saporischschja zu „bröckeln“ begonnen. Er behauptete zudem, der Starlink-Ausfall habe auf dem Abschnitt zu einem vollständigen Verlust der Abstimmung geführt – und sei damit einer der entscheidenden Gründe für das ukrainische Vorrücken gewesen.
Druck nicht nur bei Ternuwate – und welche Rolle Kamikaze-Drohnen spielen

Ungewohnten Druck spürten russische Einheiten laut den Aufnahmen nicht nur rund um Ternuwate. In Videos, die russische Militärs selbst aufgenommen haben sollen, ist zu sehen, wie mechanisierte ukrainische Gruppen etwa zehn Kilometer weiter südlich ebenfalls versuchten, nach Osten vorzustoßen. Mindestens acht gepanzerte Fahrzeuge bewegen sich im Bild in Richtung Frontlinie, was auf den Versuch hindeutet, die Aktivität auf einen benachbarten Abschnitt auszudehnen.
Gleichzeitig zeigen die Videos eine harte Gegenreaktion: Zahlreiche Kamikaze-Drohnen, die nicht von Starlink abhängig sind, wurden auf die ukrainischen Fahrzeuge gelenkt. Mehrere Fahrzeuge wurden dabei schwer beschädigt, was die Lage ambivalent macht. Ein Ausfall beim Satelliteninternet kann die russische Führung und Abstimmung schwächen, doch Drohnen und Artilleriekoordination bleiben als Instrumente, um Angriffe abzubremsen und Verluste zu verursachen.
Wie geht es weiter: Einzelaktionen oder Beginn einer größeren Veränderung?
Noch ist offen, ob diese ukrainischen Gegenstöße isolierte Aktionen bleiben oder sich zu einem breiteren Druck auf die russische Verteidigung entwickeln. Die Abschaltung von Starlink könnte die Führung und Zusammenarbeit russischer Einheiten spürbar beeinträchtigt haben, doch das tatsächliche Ausmaß zeigt sich erst mit zeitlichem Abstand. Viele Beobachter gehen davon aus, dass Russland den ersten Schock nach dem Wegfall des „Musk-Internets“ schnell verarbeitet und innerhalb weniger Wochen auf bewährte russische Kommunikationsmittel umstellt, um die sichtbar gewordenen Schwachstellen zu schließen.
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