In der Nacht vom 6. auf den 7. August 2026 können über Deutschland bereits Perseiden auftauchen. Der bekannte Meteorstrom ist seit Mitte Juli aktiv und wird von Nacht zu Nacht stärker. Das große Sternschnuppen-Maximum steht allerdings noch bevor: Die besten Bedingungen werden in der Nacht vom 12. auf den 13. August erwartet, berichtet timestuff.de.
Wer heute Nacht einen möglichst dunklen Standort findet und nach Mitternacht mindestens 30 bis 60 Minuten in den Himmel schaut, hat eine realistische Chance auf einzelne helle Meteore. Mit einem großen „Sternschnuppenregen“ sollte man am 6. August jedoch noch nicht rechnen.
Die schnelle Antwort: Die Perseiden sind heute Nacht sichtbar, sofern der Himmel klar ist. Die günstigste Zeit beginnt etwa ab Mitternacht und reicht bis zur Morgendämmerung. Wesentlich mehr Sternschnuppen werden erst rund um das Maximum am 12. und 13. August erwartet.
Sind heute Nacht schon viele Perseiden zu sehen?

Die Perseiden sind nach Angaben von Timeanddate vom 17. Juli bis zum 24. August aktiv. Anfang August befindet sich die Erde bereits im Staubstrom des Kometen 109P/Swift-Tuttle, aber noch nicht in dessen dichtestem Bereich.
Das bedeutet für die Nacht vom 6. auf den 7. August: Einzelne Perseiden sind möglich, eine bestimmte Anzahl lässt sich jedoch nicht seriös versprechen. Wolken, künstliches Licht, die Höhe des Radianten und die persönliche Beobachtungsdauer haben großen Einfluss auf das Ergebnis.
„Bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde“ ist eine Maximalangabe für die Peaknacht unter idealisierten Bedingungen – kein Versprechen für heute Nacht.
Der DLR rechnet für die deutschen Breiten selbst in der Maximumsnacht unter sehr guten Bedingungen mit bestenfalls ungefähr 20 tatsächlich sichtbaren Sternschnuppen pro Stunde. Die NASA nennt für ideale Beobachtungsverhältnisse beim Höhepunkt 50 bis 100 Meteore pro Stunde.
Die Zahlen widersprechen einander nicht: Die hohen Werte beschreiben optimale Referenzbedingungen an einem vollständig dunklen Himmel. In Städten, bei Dunst oder eingeschränkter Sicht fällt die tatsächlich wahrnehmbare Zahl deutlich niedriger aus.
Perseiden 2026: Die wichtigsten Nächte im Überblick
| Datum und Nacht | Was zu erwarten ist | Günstige Beobachtungszeit |
|---|---|---|
| 6. auf 7. August | Die Perseiden sind bereits aktiv. Einzelne helle Meteore sind möglich, die Aktivität liegt aber noch deutlich unter dem Maximum. | Vor allem nach Mitternacht bis zur Morgendämmerung |
| 9. bis 11. August | Die Zahl der Perseiden nimmt zunehmend zu. Gute Nächte für alle, die dem großen Andrang am Maximum ausweichen möchten. | Etwa ab 23 Uhr, besser nach Mitternacht |
| 12. auf 13. August | Maximum der Perseiden 2026. Der Neumond sorgt für einen besonders dunklen Himmel. | Ab etwa 22 oder 23 Uhr bis zur Morgendämmerung |
| 13. bis 15. August | Weiterhin erhöhte Aktivität, die anschließend allmählich abnimmt. | Später Abend und zweite Nachthälfte |
| Bis 24. August | Vereinzelte Nachzügler des Meteorstroms bleiben möglich. | Bei klarem, dunklem Himmel |
Der Meteorstrom-Kalender der International Meteor Organization setzt das Maximum auf den 13. August. Als besonders günstig gilt 2026 der Neumond am 12. August: Es gibt in der Peaknacht praktisch kein störendes Mondlicht.
Um wie viel Uhr sollte man heute Nacht schauen?
Die ersten Beobachtungsversuche sind nach Einbruch der Dunkelheit möglich. Die Chancen steigen jedoch im Verlauf der Nacht, weil der scheinbare Ausgangspunkt der Perseiden immer höher über den nordöstlichen Horizont wandert.
- Ab etwa 22 Uhr: Erste Perseiden können sichtbar werden, der Radiant steht aber noch relativ niedrig.
- Zwischen 0 und 2 Uhr: Die Beobachtungsbedingungen verbessern sich.
- Zwischen 2 Uhr und der Morgendämmerung: Der Radiant steht höher, sodass statistisch die besten Chancen der Nacht bestehen.
Auch der NDR nennt die Zeit nach Mitternacht als besonders günstig. Eine Garantie gibt es trotzdem nicht: Meteore erscheinen unregelmäßig. Mehrere Minuten können völlig ruhig bleiben, bevor plötzlich zwei Lichtspuren kurz nacheinander auftauchen.
Wer nur fünf Minuten nach oben schaut, kann selbst in einer guten Nacht leicht alle Sternschnuppen verpassen.
In welche Richtung muss man schauen?
Der Radiant der Perseiden liegt im Sternbild Perseus, das im Laufe der Nacht im Nordosten höher steigt. Als einfache Orientierung kann das auffällige „Himmels-W“ der Kassiopeia dienen. Perseus befindet sich darunter.
Man muss den Radianten allerdings nicht direkt anstarren. Die Sternschnuppen können an fast jeder Stelle des Himmels erscheinen. Oft wirken ihre Lichtspuren sogar länger, wenn man etwas seitlich vom Radianten in einen möglichst dunklen und freien Bereich schaut.

So findet man einen geeigneten Beobachtungsplatz
Der Standort entscheidet häufig stärker über den Erfolg als die genaue Uhrzeit. Schon wenige Kilometer Abstand zu einer hell beleuchteten Innenstadt können einen großen Unterschied machen.
- Einen freien Platz ohne hohe Häuser, Bäume oder direkt sichtbare Straßenlaternen suchen.
- Möglichst aus der Stadt hinausfahren oder einen dunklen Park, ein Feld beziehungsweise eine Anhöhe wählen.
- Lokale Bewölkung kurz vor der Abfahrt prüfen, beispielsweise beim Deutschen Wetterdienst.
- Dem Auge mindestens 20 bis 30 Minuten Zeit geben, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen.
- Das Smartphone-Display ausschalten oder stark dimmen, da helles Licht die Dunkeladaption sofort verschlechtert.
- Mindestens eine halbe Stunde beobachten – besser eine volle Stunde.
Ein Teleskop oder Fernglas ist nicht erforderlich. Beide Geräte zeigen nur einen kleinen Ausschnitt des Himmels und sind für schnelle, zufällig auftauchende Meteore eher hinderlich.
Der wichtigste Ausrüstungsgegenstand für die Perseiden ist kein Teleskop, sondern Geduld.
Warum ist das Maximum 2026 besonders günstig?
Am 12. August 2026 ist Neumond. Der Mond steht dann am Himmel nahe der Sonne und hellt die Nacht nicht auf. Schwächere Meteore, die bei Mondschein leicht verschwinden würden, können dadurch besser erkannt werden.
Zusätzlich fällt das Maximum auf denselben Tag wie eine Sonnenfinsternis. Während die Finsternis in Teilen Europas total verläuft, ist sie in Deutschland partiell zu beobachten. Nach dem seltenen Ereignis am Abend folgt wenige Stunden später die beste Perseiden-Nacht des Jahres.
Nach Angaben des DLR lohnt sich der Blick am 12. August ab etwa 22 oder 23 Uhr. Die höchste Aktivität wird in der zweiten Nachthälfte und in den frühen Morgenstunden des 13. August erwartet.
Woher kommen die Perseiden?
Bei Sternschnuppen fallen keine Sterne vom Himmel. Die Perseiden entstehen aus winzigen Staub- und Gesteinspartikeln, die der Komet 109P/Swift-Tuttle auf seiner Bahn um die Sonne zurückgelassen hat.
Jedes Jahr im Juli und August durchquert die Erde diesen Teil der Kometenbahn. Die Partikel treffen laut DLR mit ungefähr 60 Kilometern pro Sekunde auf die Erdatmosphäre. Dort erhitzen und ionisieren sie die umgebende Luft. Das für wenige Sekunden sichtbare Leuchten wird als Meteor oder umgangssprachlich als Sternschnuppe bezeichnet.
Besonders große oder helle Meteore werden Feuerkugeln genannt. Die Perseiden sind dafür bekannt, gelegentlich solche auffälligen Lichtspuren mit länger nachleuchtenden Schweifen zu erzeugen.
Kann man die Perseiden mit dem Smartphone fotografieren?
Ein einzelner Meteor lässt sich mit dem Smartphone nur mit etwas Glück aufnehmen. Die beste Methode besteht darin, über einen längeren Zeitraum automatisch mehrere Langzeitbelichtungen zu erstellen.
- Smartphone auf ein stabiles Stativ stellen.
- Weitwinkelkamera und Nacht- oder Astrofotomodus verwenden.
- Den Blitz vollständig deaktivieren.
- Fokus nach Möglichkeit auf unendlich einstellen.
- Mehrere Aufnahmen hintereinander auslösen.
- Keine digitale Vergrößerung verwenden.
Auf Fotos werden meist mehr Sterne sichtbar als mit bloßem Auge. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass auch eine Sternschnuppe im Bild erscheint: Der Meteor muss während der Belichtung genau durch den erfassten Himmelsausschnitt fliegen.
Häufige Fragen zu den Perseiden heute Nacht
Kann man am 6. August 2026 schon Sternschnuppen sehen?
Ja. Die Perseiden sind bereits aktiv. Heute Nacht sind vor allem nach Mitternacht einzelne Meteore möglich. Die Aktivität liegt aber noch unter dem Niveau der Maximumsnacht.
Wann ist das Perseiden-Maximum 2026?
Der Höhepunkt wird in der Nacht vom Mittwoch, 12. August, auf Donnerstag, 13. August 2026 erwartet.
Sind wirklich 100 Sternschnuppen pro Stunde sichtbar?
Nur unter idealisierten Bedingungen kann die rechnerische Rate in diesen Bereich kommen. Für einen einzelnen Beobachter in Deutschland ist die tatsächlich sichtbare Zahl normalerweise deutlich geringer. Der DLR nennt für die Peaknacht in deutschen Breiten bestenfalls ungefähr 20 pro Stunde.
Was ist die beste Uhrzeit?
Die Chancen steigen nach Mitternacht. Besonders günstig ist die Zeit zwischen etwa 2 Uhr und der Morgendämmerung, sofern der Himmel klar und der Standort dunkel ist.
Muss man in Richtung Perseus schauen?
Nein. Perseus beziehungsweise Kassiopeia im Nordosten helfen bei der Orientierung, doch Meteore können überall am Himmel auftauchen. Ein möglichst großer, dunkler Himmelsausschnitt ist wichtiger.
Warum sehe ich trotz klarem Himmel keine Sternschnuppe?
Häufige Ursachen sind Lichtverschmutzung, eine zu kurze Beobachtungszeit, dünne Schleierwolken oder ein heller Smartphone-Bildschirm. Auch bei guten Bedingungen können längere Pausen zwischen zwei Meteoren auftreten.
Wer nach dem Blick in den Nachthimmel noch Unterhaltung sucht, findet ab dem 6. August bei Netflix die dritte Staffel von „Ich und die Walter Boys“.
