Vodafone macht seine Kabelanschlüsse für Geschäftskunden schneller. Seit dem 27. Oktober 2026 bietet der Netzbetreiber in seinen neuen Business-Tarifen bis zu 100 Mbit/s im Upload statt bisher 75 Mbit/s an. Das Nachrichtenportal timestuff.de erklärt, welche Kunden die höhere Geschwindigkeit automatisch erhalten, wer seinen Vertrag wechseln muss und warum nicht jeder Anschluss das neue Tempo erreicht.
Die Verbesserung richtet sich vor allem an Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler, die regelmäßig größere Datenmengen übertragen. Für Privatkunden gibt es dagegen bislang keine entsprechende Ankündigung. Besonders wichtig ist außerdem der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses.
Welche Vodafone-Kunden bekommen 100 Mbit/s Upload?
Die Neuerung betrifft zunächst die Tarifreihe Red Business Internet & Phone Cable. Vodafone bietet dabei vier Download-Geschwindigkeiten an: 150, 300, 600 und 1.000 Mbit/s. Die maximale Upload-Geschwindigkeit steigt in diesen Tarifen auf 100 Mbit/s.
Auch auf der offiziellen Vodafone-Tarifseite werden inzwischen reine Business-Internet-Tarife ohne Telefonanschluss mit bis zu 100 Mbit/s im Upload ausgewiesen.

Für bestehende Verträge gelten allerdings unterschiedliche Bedingungen:
- Neukunden: Wer einen entsprechenden aktuellen Business-Tarif abschließt, kann die höhere Upload-Geschwindigkeit erhalten, sofern sie am Standort verfügbar ist.
- Vertragsabschluss ab Juli 2026: Geschäftskunden mit entsprechenden Verträgen sollen automatisch auf bis zu 100 Mbit/s umgestellt werden.
- Ältere Business-Verträge: Hier ist die höhere Geschwindigkeit nicht automatisch zugesichert. Nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit ist ein Wechsel in einen aktuellen Tarif möglich.
- Privatkunden: Die neue Erhöhung auf 100 Mbit/s ist für gewöhnliche Kabel-Privattarife nicht angekündigt.
Wie das Technikmagazin ComputerBase nach einer Nachfrage bei Vodafone berichtet, soll die automatische Umstellung der berechtigten Bestandskunden bis Anfang 2027 abgeschlossen sein. Ein gesonderter Antrag ist für diese Kundengruppe nicht erforderlich.
Entscheidend ist also nicht allein, ob jemand einen Vodafone-Business-Anschluss nutzt, sondern auch, wann und zu welchen Bedingungen der Vertrag abgeschlossen wurde.
Was bringen 100 Mbit/s beim Hochladen tatsächlich?
Die Erhöhung um 25 Mbit/s entspricht gegenüber dem bisherigen Maximum von 75 Mbit/s einem Plus von rund 33 Prozent. Besonders bemerkbar macht sich das beim Übertragen großer Dateien.
Ein Rechenbeispiel verdeutlicht den Unterschied: Eine Datei mit fünf Gigabyte benötigt bei konstanten 75 Mbit/s theoretisch etwa acht Minuten und 53 Sekunden für den Upload. Mit 100 Mbit/s sinkt die Übertragungszeit auf ungefähr sechs Minuten und 40 Sekunden.
Damit lassen sich unter idealen Bedingungen mehr als zwei Minuten einsparen. In der Praxis können Protokollverluste, Servergeschwindigkeit und Netzbelastung die Übertragung verlängern.
Für folgende Anwendungen kann das zusätzliche Tempo besonders nützlich sein:
- Cloud-Backups großer Projektordner oder Datenbanken
- Übertragung hochauflösender Videos und umfangreicher Bilddateien
- Synchronisierung gemeinsam genutzter Cloud-Speicher
- Versand großer Dateien an Kunden und Geschäftspartner
- Gleichzeitige datenintensive Anwendungen in kleinen Büros
Bei gewöhnlichen E-Mails oder einfachen Videokonferenzen dürfte der Unterschied dagegen oft kaum auffallen. Hier spielen auch Verbindungsstabilität, Verzögerungen und die Auslastung des Anschlusses eine Rolle.
„Erstmals bringen wir im Kabel bis zu 100 Mbit/s Upload-Geschwindigkeit zu unseren Geschäftskunden.“Marcus Hacke, Director Marketing & Products Vodafone Business, laut einer Mitteilung vom 27. Oktober 2026.
Vodafone senkt Einstiegspreise: Was kosten die neuen Business-Tarife?
Parallel zur höheren Upload-Geschwindigkeit bietet Vodafone Neukunden günstigere Einstiegskonditionen. Der Aktionspreis beginnt bei 19,90 Euro netto pro Monat und gilt abhängig vom gewählten Tarif für sechs oder neun Monate.
Beispielsweise kostet der Tarif Red Business Internet & Phone 150 Cable zunächst sechs Monate lang 19,90 Euro netto monatlich. Anschließend steigt der Preis auf 39,90 Euro netto.
Beim schnellsten Tarif Red Business Internet & Phone 1000 Cable gilt der Einstiegspreis neun Monate lang. Ab dem zehnten Monat fallen regulär 59,90 Euro netto pro Monat an.
Zu beachten sind außerdem die folgenden Vertragsbedingungen:
- Die reguläre Mindestvertragslaufzeit beträgt 24 Monate.
- Die genannten Monatspreise verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer.
- Für die Bereitstellung werden regulär einmalig 19,90 Euro berechnet; gegebenenfalls kommen Versandkosten hinzu.
- Ein passender FRITZ!Box-Router ist Bestandteil des jeweiligen Business-Tarifs.
In der Mitteilung zum Start der neuen Upload-Geschwindigkeit wird der 27. Januar 2027 als Aktionsende genannt. Auf der aktuell abrufbaren Vodafone-Tarifseite erscheint für den Einstiegspreis allerdings der 31. März 2027, während das dort angebotene Startguthaben bis zum 27. Januar 2027 befristet ist. Kunden sollten deshalb die konkret ausgewiesenen Fristen und Preisbedingungen im Bestellprozess prüfen.
Ein höherer Upload rechtfertigt nicht automatisch einen Tarifwechsel: Wer einen älteren Vertrag mit dauerhaft günstigen Konditionen besitzt, sollte die Gesamtkosten über die gesamte Laufzeit vergleichen.
Warum sind 100 Mbit/s nicht überall verfügbar?
Die neue Geschwindigkeit ist ein Maximalwert und keine Zusage, dass jeder Geschäftskunde tatsächlich 100 Mbit/s erreicht. Vodafone weist ausdrücklich darauf hin, dass die technische Leistungsfähigkeit des jeweiligen Kabelnetzabschnitts entscheidend bleibt.
An Standorten, an denen derzeit höchstens 75 Mbit/s möglich sind, wird der Anschluss weiterhin mit dieser Obergrenze bereitgestellt. Die individuell verfügbare Bandbreite soll Vodafone bei der Verfügbarkeitsprüfung sowie in der Vertragszusammenfassung und Auftragsbestätigung ausweisen.
Hintergrund ist die Modernisierung des Kabelnetzes. Anfang 2026 hatte Vodafone durch technische Anpassungen im Zusammenhang mit DOCSIS 3.1 bereits höhere Upload-Geschwindigkeiten ermöglicht. Die weitere Erhöhung nutzt zusätzliche Kapazitäten des bestehenden Netzes.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Kabelanschlüsse nun grundsätzlich dieselbe Leistung wie moderne Glasfaseranschlüsse bieten. Glasfasertarife erreichen teilweise deutlich höhere Upload-Raten. Bei der Auswahl eines Business-Anschlusses lohnt deshalb ein Vergleich von Download, Upload, Preis und tatsächlicher Verfügbarkeit.
Was sollten Vodafone-Bestandskunden jetzt tun?
Wer bereits einen Kabelanschluss für sein Unternehmen nutzt, muss nicht vorschnell einen neuen Vertrag abschließen. Sinnvoller ist es, zunächst den bisherigen Tarif und die tatsächlichen technischen Möglichkeiten zu überprüfen.
- Vertragsdatum kontrollieren: Prüfen, ob der aktuelle Business-Vertrag im Juli 2026 oder später abgeschlossen wurde.
- Tarifbezeichnung nachsehen: Feststellen, welche Geschwindigkeit bisher vertraglich vereinbart ist.
- Verfügbarkeit prüfen: Über Vodafone ermitteln, ob am Standort bis zu 100 Mbit/s Upload möglich sind.
- Bei älteren Verträgen nachfragen: Vor einem Wechsel die neue monatliche Belastung und die Mindestlaufzeit vergleichen.
- Geschwindigkeit messen: Nach der Umstellung den Upload möglichst über eine LAN-Verbindung testen.
Für Geschwindigkeitsmessungen bietet die Bundesnetzagentur ein offizielles Messverfahren für Festnetzanschlüsse an. Damit lässt sich die erreichte Geschwindigkeit mit den vertraglich vereinbarten Werten vergleichen.
Privatkunden bleiben vorerst bei den bisherigen Upload-Grenzen
Während Vodafone seine Geschäftskundentarife aufwertet, erhalten Privatkunden durch diese Neuerung keinen zusätzlichen Geschwindigkeitsschub. Für die entsprechenden privaten Kabelangebote bleibt die bisherige Obergrenze von bis zu 75 Mbit/s maßgeblich.
Das Unternehmen hat im Zusammenhang mit der aktuellen Ankündigung keinen konkreten Termin genannt, zu dem auch Privatkunden 100 Mbit/s im Upload erhalten sollen.
Für Geschäftskunden fällt die Bilanz differenzierter aus: Die höhere Geschwindigkeit ist besonders bei großen Datenübertragungen nützlich. Wer bereits einen passenden Vertrag besitzt und an einem entsprechend ausgebauten Standort angeschlossen ist, kann ohne zusätzliche Tarifentscheidung profitieren. Bei älteren Verträgen sollte dagegen zuerst geprüft werden, ob die eingesparte Übertragungszeit mögliche Mehrkosten tatsächlich rechtfertigt.
Wer sich neben den Vodafone-Neuigkeiten auch für Netflix-Serien interessiert, findet in unserem Überblick zu „Nobody Wants This“ Staffel 3 alle Informationen zu den zehn Folgen, der Handlung und den neuen Darstellern.
