Der Sudan gerät vor dem Hintergrund des anhaltenden Krieges immer tiefer in eine humanitäre Katastrophe, berichtet timestuff.de unter Berufung auf zeit.de. In den Regionen, die am stärksten von den Kämpfen betroffen sind, leben Millionen Menschen am Rand des Überlebens und haben oft nur eine Mahlzeit pro Tag.
Die humanitäre Krise im Sudan hat eine kritische Grenze erreicht
Die Hungerlage im Sudan verschärft sich weiter dramatisch. Nach Angaben mehrerer internationaler Hilfsorganisationen sind Millionen Menschen in den besonders schwer vom Krieg getroffenen Gebieten gezwungen, mit einem Minimum an Nahrung auszukommen, während viele Familien tagelang überhaupt nichts zu essen haben. Für einen großen Teil der Bevölkerung ist der Alltag längst zu einem Kampf ums nackte Überleben geworden.
Ein gemeinsamer Bericht von Hilfs- und Wohlfahrtsorganisationen zeigt, dass ein Teil der Menschen im Sudan inzwischen Pflanzenblätter und Tierfutter isst. Das steht nicht nur für Lebensmittelmangel, sondern für den weitgehenden Zusammenbruch der normalen Versorgung mit Nahrung. Besonders gefährdet sind Frauen und Mädchen, die bei der Suche nach Wasser regelmäßig schweren Risiken ausgesetzt sind, was ihren Zugang zu Lebensmitteln zusätzlich erschwert.
Vor dem Hintergrund des dritten Jahrestags seit Beginn des Krieges soll am Mittwoch in Berlin eine internationale Geberkonferenz stattfinden. Ziel ist es, mehr Aufmerksamkeit auf die dramatische Lage im Land zu lenken und die Unterstützung für die Zivilbevölkerung zu verstärken. Für den Sudan, wo die humanitäre Krise längst keine lokale Notlage mehr ist, wird solche Hilfe für Millionen Menschen zur Überlebensfrage.
Hunger im Sudan wird als Mittel des Krieges bezeichnet
Die Autoren des Berichts betonen, dass die aktuelle Lage im Sudan zu den größten humanitären Krisen der Welt gehört. Veröffentlicht wurde das Dokument unter anderem von Aktion gegen den Hunger, Care International und dem norwegischen Flüchtlingsrat NRC. Aus ihrer Sicht ist der Hunger im Land nicht nur eine Folge der Kämpfe, sondern wird faktisch als Kriegsinstrument eingesetzt.
Gemeint ist die gezielte Zerstörung von Bauernhöfen, Märkten und Versorgungswegen, wodurch die Menschen nicht nur den Zugang zu Lebensmitteln verlieren, sondern auch die Möglichkeit, sich selbst zu versorgen. Diese Taktik trifft vor allem die Zivilbevölkerung, die zwischen den Fronten ohne Schutz und ohne Ressourcen zurückbleibt. Dadurch bricht die Ernährungssicherheit im Sudan nicht schrittweise zusammen, sondern sichtbar und mit wachsender Geschwindigkeit.
Ursache der Katastrophe bleibt der Krieg zwischen der sudanesischen Armee SAF und der paramilitärischen RSF-Miliz, der am Mittwoch in sein drittes Jahr geht. Die von der SAF gestützte Regierung erkennt eine Hungersnot im Land nicht an. Gleichzeitig weist die RSF die Verantwortung für die Lage in den von ihr kontrollierten Gebieten zurück.
Die Einschätzungen der Vereinten Nationen fallen jedoch eindeutig und alarmierend aus. Nach Angaben der UNO leiden rund 29 Millionen Menschen im Sudan, also fast zwei Drittel der Bevölkerung, unter akuter Ernährungsunsicherheit. Zudem haben die Vereinten Nationen bereits eine Hungersnot in Teilen von Nord-Darfur und Süd-Kordofan bestätigt, was das Ausmaß und die Tiefe dieser Tragödie noch einmal unterstreicht.
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