Ein paar Sekunden – und der mühsam erarbeitete Vorsprung von der Schanze war praktisch nichts mehr wert, berichtet timestuff.de unter Berufung auf zeit.de. Im Team-Sprint der Nordischen Kombination verspielte das deutsche Duo dramatisch die Chance auf eine olympische Medaille und kam am Ende nur als Fünfter ins Ziel.
Ein Sturz, der alles zerstörte
Als Vinzenz Geiger stürzte, war sofort klar: Der Vorsprung aus dem Springen wird das deutsche Team nicht retten. Trotz der Führung nach dem Schanzenabschnitt zerfiel in der Loipe alles – und zwar sichtbar für alle.
In der vorletzten Runde landete Geiger gleich zweimal hintereinander im Schnee. Bis dahin hatte er sich in einer aussichtsreichen Fünfergruppe gehalten, die um das Podium kämpfte. Doch die zwei Stürze rissen die Deutschen aus dem Rhythmus und begruben die Medaillenhoffnungen endgültig.
Am Ende bedeutete das nicht nur Platz fünf: Die früheren „Dominatoren“ blieben damit erstmals seit 1998 bei Winterspielen ohne jegliche Medaille.
Norwegen holt Gold im Schneetreiben – Ottebro schreibt Geschichte
Die Entscheidung fiel bei dichtem Schneefall – Bedingungen, in denen die Norweger besonders stark wirkten. Gold ging an Norwegen mit dem dreifachen Olympiasieger Jens Lurås Ottebro und Andreas Skoglund. Finnland und Österreich komplettierten das Podium.
Für Ottebro war dieser Erfolg ein ganz besonderer: Drei Goldmedaillen in einem olympischen Jahr waren zuvor nur dem Finnen Samppa Lajunen (2002) gelungen. Insgesamt hält der 25-Jährige nun bei vier olympischen Goldmedaillen – damit stellte er den Rekord seines Landsmanns Jørgen Graabak ein, der ihn im Zeitraum 2014 bis 2022 aufgebaut hatte.
Perfekter Morgen in Predazzo – harte Realität auf der Strecke

Für Deutschland begann der Tag in Predazzo nahezu ideal. Geiger sprang auf 122,5 Meter, Johannes Rydzek auf 123,0 Meter – das reichte für einen knappen Vorsprung vor Norwegen nach dem Springen.
Doch in der Loipe schlossen die fünf Top-Teams rasch zusammen. In einem Team-Sprint auf diesem Niveau wird jeder Fehler sofort bestraft – und genau das passierte. Rund vier Kilometer vor dem Ziel stürzte Geiger zweimal, verlor den Kontakt zur Gruppe und musste die Konkurrenz ziehen lassen.
Emotionen im Ziel – Geigers Erklärung
Im Ziel konnte Geiger seine Emotionen nicht zurückhalten: Er rief ein derbes Schimpfwort und schleuderte in einer wütenden Geste die Stöcke zur Seite. Danach suchte er Halt in einer Umarmung mit Rydzek, der ebenso leer und enttäuscht wirkte – schließlich war die Chance auf das Podium auf brutale Weise weg.
Im Interview mit der ARD erklärte der Olympiasieger von Peking, er habe durch seine Brille kaum noch etwas gesehen, weil sie „zugemacht“ habe. Dadurch sei er in eine Kuhle geraten und gestürzt – kurz darauf lag er erneut im Schnee. Geiger betonte, dass er früher praktisch nie gestürzt sei. Es tue ihm enorm leid, weil das Team viel investiert habe und am Ende ein bitterer Fehler alles ruiniert habe.
War das womöglich der letzte olympische Team-Sprint in dieser Form?

Die Niederlage von Predazzo könnte noch eine größere Bedeutung haben als nur einen schlechten Tag. Es ist möglich, dass dieser Team-Sprint der letzte olympische Auftritt der Nordischen Kombination im aktuellen Format war.
Ob die Disziplin im Programm der Winterspiele 2030 bleibt, soll im Mai entschieden werden. Für viele Teams verleiht das jedem Rennen zusätzliche historische Schwere. Sollte die Entscheidung negativ ausfallen, könnte sich dieses Kapitel olympischer Geschichte so abrupt schließen – wie Deutschlands Hoffnungen nach Geigers zwei Stürzen.
Ähnlich bitter lief es auch fürs DEB-Team – die entscheidenden Fehler im Olympia-Viertelfinale gegen die Slowakei haben wir hier kurz aufgeschlüsselt.
