Vollkorntoast gilt seit Jahren als die gesündere Alternative zum klassischen hellen Toastbrot. Viele Verbraucher greifen bewusst dazu, weil sie sich ausgewogener ernähren, auf die Zutatenliste achten und unnötigen Zucker im Alltag vermeiden möchten, berichtet timestuff.de unter Berufung auf ruhr24.de. Doch eine neue Untersuchung zeigt: Nicht jedes Produkt mit der Aufschrift Vollkorn ist automatisch eine gute Wahl.
Öko-Test hat 17 Sorten Vollkorntoast aus Supermärkten und Discountern geprüft und festgestellt, dass nur zwei Produkte die Bestnote erhielten. Gleichzeitig fielen mehrere Toastbrote durch problematische Zutaten, süßende Zusätze und Rückstände unerwünschter Stoffe negativ auf.
Die wichtigste Erkenntnis ist eindeutig: Auch unter günstigen Eigenmarken lassen sich Produkte finden, die qualitativ wirklich überzeugen.
Was wurde im Test von Vollkorntoast genau untersucht?
Im Mittelpunkt standen nicht nur Geschmack oder Optik. Die Prüfer konzentrierten sich vor allem auf Kriterien, die für Verbraucher im Alltag tatsächlich relevant sind.
Zu den wichtigsten Prüfpunkten gehörten:
- die Zusammensetzung der Zutaten
- zugesetzter Zucker und andere Süßungsmittel
- Rückstände von Pestiziden
- der Salzgehalt
- die allgemeine Qualität der Inhaltsstoffe
Besonders kritisch betrachteten die Tester Produkte, die als gesündere Wahl vermarktet werden, gleichzeitig aber süßende Zutaten enthalten.
Genau an diesem Punkt zeigte sich, dass einige Marken die Erwartungen nicht erfüllen konnten.
Diese Produkte wurden Testsieger

Die besten Ergebnisse erzielten zwei preisgünstige Eigenmarken, die gemeinsam an der Spitze landeten.
| Produkt | Händler | Preis pro 500 g | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Gut & Günstig Vollkorn Toast | Edeka | 0,79 Euro | sehr gut |
| Kornmühle Vollkorntoast | Netto | 0,79 Euro | sehr gut |
Beide Produkte sicherten sich den ersten Platz, weil ihre Rezeptur einfacher ausfällt und sie ohne süßende Zusätze auskommen. Gerade dieser Punkt hob sie im Vergleich zu vielen Konkurrenten deutlich positiv hervor.
Für viele Käufer dürfte das überraschend sein: Das günstigste Produkt ist eben nicht automatisch das schlechteste.
Warum zugesetzter Zucker bei Toast problematisch ist
Obwohl es sich um Brot handelt, setzen viele Hersteller ihren Vollkorntoasts Zucker, Invertzucker, Sirupe oder andere süßende Bestandteile zu. Formal kann das Geschmack und Textur beeinflussen, doch gerade bei einem Produkt mit gesundem Image sorgt diese Praxis für Kritik. Im Test gehörten süßende Zusätze zu den häufigsten Gründen für Abwertungen.
Warum das für Verbraucher wichtig ist
Zusätzliche Süßungsmittel im Alltag sind aus mehreren Gründen unerwünscht:
- Sie erhöhen die gesamte Zuckeraufnahme.
- Sie können Karies begünstigen.
- Sie steigern bei regelmäßig hohem Konsum das Risiko für Übergewicht.
- Sie vermitteln ein trügerisches Bild von der tatsächlichen Qualität des Produkts.
Vollkornbrot sollte in erster Linie mit Getreide, Ballaststoffen und einer klaren Rezeptur verbunden sein – nicht mit versteckter Süße.
Welche Produkte gut abschnitten, aber nicht ganz vorne landeten
Als insgesamt empfehlenswertes Produkt wurde auch der Goldähren Vollkorntoast von Aldi Nord genannt. Das Toastbrot erhielt die Note „gut“ und gehört damit ebenfalls zu den stärkeren Kandidaten im Test.
Seine Pluspunkte:
- günstiger Preis
- nur geringe Pestizidbelastung
- insgesamt solides Qualitätsniveau
Für eine noch bessere Bewertung reichte es jedoch nicht, weil Zucker in der Zutatenliste enthalten war.
Pestizide im Toastbrot: Was die Prüfer fanden

Eines der sensibelsten Themen der Untersuchung waren Pestizidrückstände. Positiv ist zunächst: Glyphosat wurde in keinem der getesteten Vollkorntoasts nachgewiesen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass alle Produkte völlig unauffällig waren. In mehreren konventionell hergestellten Toastbroten fanden die Tester andere Pestizidrückstände. Besonders kritisch fiel dabei Deltamethrin auf – ein Insektizid, das wegen möglicher Auswirkungen auf die Gesundheit seit Langem kontrovers diskutiert wird.
Selbst wenn die Belastung niedrig erscheint, ist schon das Vorhandensein solcher Rückstände in einem Alltagsprodukt für viele Menschen ein Warnsignal.
Was man über Glyphosat wissen sollte
Auch wenn Glyphosat in diesem Test nicht nachgewiesen wurde, bleibt der Stoff ein wichtiges Thema. Das Herbizid steht seit Jahren im Zentrum öffentlicher Debatten und wird in der Landwirtschaft breit eingesetzt.
Warum Glyphosat so umstritten ist
Glyphosat wird zur Bekämpfung von Unkraut verwendet und kommt in unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz. Die Bedenken betreffen vor allem diese Punkte:
- Der Stoff kann über Nahrung, Wasser und Umwelt in den menschlichen Körper gelangen.
- Er gilt als Substanz mit potenziell problematischen Auswirkungen.
- Er beeinflusst nicht nur Wildkräuter, sondern ganze ökologische Zusammenhänge.
Mögliche Folgen für Umwelt und Landwirtschaft
Die Wirkung solcher Stoffe endet nicht auf dem Feld. Sie kann deutlich weiter reichen und verschiedene Bereiche betreffen.
| Mögliche Folge | Bedeutung |
|---|---|
| Rückgang von Wildpflanzen | Weniger Nahrung für Insekten |
| Weniger Bestäuber | Risiken für Erträge |
| Verschlechterung der Bodenqualität | Sinkende natürliche Fruchtbarkeit |
| Stärkere Abhängigkeit von Agrarchemie | Mehr Dünger und zusätzliche Pflanzenschutzmittel |
Die Debatte um Glyphosat zeigt, dass Produktsicherheit nicht nur eine Frage des Etiketts ist, sondern auch davon abhängt, wie die Rohstoffe erzeugt werden.
So schnitten Bio-Vollkorntoasts ab
Die fünf getesteten Bio-Produkte waren frei von Pestiziden, was für diese Kategorie nicht überraschend ist. Trotzdem erhielt keines davon die Bestnote „sehr gut“.
Der Hauptgrund war auch hier derselbe wie bei vielen konventionellen Produkten: süßende Zutaten in der Rezeptur. In Bio-Toastbroten fanden sich unter anderem:
- Rohrohrzucker
- Reis-Gerste-Malz-Sirup
- Dextrose
Ein Bio-Produkt wurde zusätzlich wegen eines zu hohen Salzgehalts auf „befriedigend“ abgewertet.
Was das in der Praxis bedeutet
Ein Bio-Siegel ist kein automatischer Garant für eine perfekte Zutatenliste. Solche Produkte können in Bezug auf Pestizide sauberer sein, dennoch bleibt ein genauer Blick auf die Verpackung sinnvoll.
Manchmal ist ein einfaches, günstiges Toast ohne unnötige Zusätze die vernünftigere Wahl als ein teureres Produkt mit besonders gesundem Image.
Worauf man beim Kauf von Vollkorntoast achten sollte
Wer sich nicht nur von Verpackung, Aufmachung oder dem Wort Vollkorn leiten lassen will, sollte vor dem Kauf einige Punkte kurz prüfen.
Kurze Checkliste für den Einkauf
- Enthält die Zutatenliste Zucker oder Sirupe?
- Wie hoch ist der Salzgehalt?
- Ist die Liste der Zutaten kurz und verständlich?
- Gibt es unnötige Aromen oder Süßungsmittel?
- Wie hoch ist der Preis pro 500 Gramm?
- Liegen unabhängige Testergebnisse vor?
Mehr darüber, was hinter dem plötzlichen Verschwinden von House of Sweets am Hauptbahnhof Hannover steckt, lesen Sie in unserem separaten Beitrag.
