Der deutsche Herrenmodehändler Wormland steht endgültig vor dem Aus: Das Unternehmen schließt, rund 250 Beschäftigte verlieren ihren Job, berichtet timestuff.de unter Berufung auf bild.de. Alle Versuche, die Traditionskette zu retten, sind gescheitert – nun läuft alles auf eine komplette Einstellung des Geschäfts hinaus.
Wormland macht dicht: Gläubiger geben grünes Licht
Der insolvente Anbieter für Herrenmode Wormland wird den Betrieb nicht fortsetzen. Der vorläufige Gläubigerausschuss hat die Schließung beschlossen, bestätigt Insolvenzverwalter Stefan Michels. Parallel dazu werden Kündigungen für Mietverträge vorbereitet: Vermieter der Verkaufsflächen, in denen die Filialen untergebracht waren, sollen entsprechende Schreiben erhalten. Für viele Eigentümer bedeutet das, kurzfristig neue Mieter für attraktive Innenstadtlagen finden zu müssen.
„Der vorläufige Gläubigerausschuss hat die Schließung von Wormland beschlossen“, so Insolvenzverwalter Stefan Michels.
Insolvenzverfahren gegen die Theo Wormland GmbH eröffnet
Das Amtsgericht Osnabrück hat das Insolvenzverfahren gegen die Theo Wormland GmbH eröffnet. Damit steht fest, dass acht Filialen nicht mehr im regulären Betrieb öffnen werden. Ausnahmen gelten nur für zwei Standorte – Hannover und Oberhausen –, an denen die vorhandenen Warenbestände noch abverkauft werden sollen. Das Ziel ist klar: ein möglichst schneller Räumungsverkauf, danach endet die Geschichte der Kette faktisch.
„Alles muss raus“ – in Hannover und Oberhausen soll der komplette Bestand abverkauft werden.
Zweite Insolvenz in kurzer Zeit – Nachfrage bricht weg
Für Wormland ist es bereits der zweite schwere Rückschlag innerhalb kurzer Zeit: Erst ein Jahr zuvor war das Unternehmen noch vor der Insolvenz bewahrt worden. Im November stellte Wormland erneut einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Osnabrück – diesmal reichte die Kraft nicht mehr für einen Neustart. Als Hauptgrund nannte das Unternehmen eine anhaltende Kaufzurückhaltung bei Herrenbekleidung, ein Bereich, der besonders sensibel auf veränderte Konsumgewohnheiten und Sparverhalten reagiert. Zwischenzeitlich lief das Geschäft noch weiter, während die Beschäftigten Insolvenzgeld über die Agentur für Arbeit erhielten.
„Die Kunden halten sich bei Herrenmode spürbar zurück“ – diese Entwicklung wurde im Unternehmen als zentrale Ursache der neuen Finanzprobleme gesehen.
Mieten als Knackpunkt: Investoren und Vermieter fanden keinen Deal
Nach Angaben von Michels gab es nach Beginn des Verfahrens mehrere Interessenten, teils mit konkreten Angeboten zur Rettung der Kette. Doch keines davon war am Ende tragfähig – entscheidend war die ungeklärte Mietfrage. Investoren und Vermieter konnten sich nicht darauf einigen, wer bestehende Mietverträge übernimmt und zu welchen Konditionen – flächendeckend oder zumindest für einzelne Standorte. Für die Gläubiger wurde das Risiko damit zu groß, zumal viele Filialen in renommierten Innenstadtlagen saßen, wo Mieten hoch und Vertragsbedingungen oft besonders streng sind. Genau an diesem Punkt blieb der Rettungsplan schließlich hängen.
„Ohne eine Lösung bei den Mietverträgen war das Risiko für die Gläubiger zu hoch“, erklärt Insolvenzverwalter Michels.
Abwicklung läuft – Gespräche bleiben theoretisch möglich
Jetzt organisiert das Abwicklungsteam die vollständige Schließung von Wormland und den Abschluss aller Prozesse. Gleichzeitig lässt Michels eine Tür für Gespräche offen: Verhandlungen mit bestehenden oder neuen Interessenten seien weiterhin denkbar – allerdings nur, wenn sich bei einzelnen Filialen Einigungen mit den jeweiligen Vermietern erzielen lassen. Sollte es in manchen Lagen zu Kompromissen kommen, wären punktuelle Lösungen möglich. Am grundsätzlichen Kurs ändert das jedoch nichts: Der Rückzug der Kette ist bereits eingeleitet.
„Gespräche sind weiterhin möglich – vorausgesetzt, es gibt Einigungen mit den Vermietern einzelner Filialen.“
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