Ferrari hat mit dem Luce sein erstes vollelektrisches Serienmodell vorgestellt — und schon jetzt ist klar: Das ist kein normaler E-Auto-Start, sondern einer der riskantesten Modellwechsel in der Geschichte der Marke, berichtet timestuff.de unter Berufung auf reuters.com. Der Luce kommt als viertüriger Fünfsitzer, kostet rund 550.000 Euro und soll Ende 2026 in Europa zu den ersten Kunden kommen.
Der Ferrari Luce ist kein elektrischer Ersatz für einen V12-Sportwagen. Er ist Ferraris Versuch, Luxus, Familiennutzen und extreme Elektro-Performance in ein neues Segment zu drücken.
Was ist der Ferrari Luce?
Der Name „Luce“ bedeutet auf Italienisch „Licht“. Ferrari nutzt ihn für ein Auto, das bewusst anders auftreten soll als klassische Modelle aus Maranello. Der Luce ist kein flacher Zweisitzer, sondern ein großer elektrischer Gran Turismo mit vier Türen, fünf Sitzen und einem großen Kofferraum. Reuters berichtet von 600 Litern Ladevolumen, Car and Driver nennt ihn ebenfalls den ersten Ferrari mit fünf Sitzplätzen.
Ferrari baut hier nicht einfach ein Elektroauto. Die Marke testet, ob ihre Kunden auch ohne V8- oder V12-Sound bereit sind, mehr als eine halbe Million Euro für ein neues Ferrari-Gefühl zu zahlen.
Beim Design spielt eine prominente Personalie mit: Der Luce entstand mit Unterstützung von Jony Ive, dem früheren Apple-Chefdesigner, und seinem Designkollektiv LoveFrom. Das erklärt, warum der Wagen deutlich futuristischer und glatter wirkt als viele bisherige Ferrari-Modelle.
Ferrari Luce Preis in Deutschland: Wie teuer wird das Elektroauto?

Für Europa wird ein Preis von rund 550.000 Euro genannt. Damit liegt der Ferrari Luce deutlich über vielen elektrischen Luxusautos und auch über vielen klassischen Sportwagen. Für Deutschland dürfte dieser Wert die wichtigste Orientierung sein, auch wenn der endgültige Kundenpreis je nach Ausstattung, Individualisierung und Marktangaben variieren kann. Reuters nennt 550.000 Euro als Preis und berichtet, dass die Auslieferungen im vierten Quartal 2026 starten sollen.
| Punkt | Stand beim Ferrari Luce |
|---|---|
| Geschätzter Preis in Europa | rund 550.000 Euro |
| Marktstart Europa | Ende 2026 |
| Deutschland | erwarteter Start im europäischen Verkaufsfenster |
| Karosserie | viertüriger Fünfsitzer |
| Antrieb | vier Elektromotoren |
| Reichweite | über 500 km, je nach Angabe bis rund 530 km |
| Leistung | über 1.000 PS |
| Höchstgeschwindigkeit | über 310 km/h |
Motor und Leistung: Was steckt unter der Karosserie?
Einen klassischen Ferrari-Motor gibt es im Luce nicht. Statt V8, V12 oder Hybridantrieb setzt Ferrari auf vier Elektromotoren, also je einen Motor pro Rad. Das bringt Allradantrieb, sehr schnelle Kraftverteilung und eine Fahrdynamik, die Ferrari bewusst sportlich abstimmen will. Reuters nennt mehr als 1.000 PS, Car and Driver berichtet von 1.035 hp aus vier E-Motoren. Umgerechnet liegt das grob bei rund 1.050 PS.
Die wichtigsten Leistungsdaten:
- 0–100 km/h: etwa 2,5 Sekunden
- 0–200 km/h: etwa 6,8 Sekunden
- Höchstgeschwindigkeit: rund 310 km/h beziehungsweise 193 mph
- Antrieb: vier Elektromotoren
- Batterie: 122 kWh brutto
- Ladesystem: 800-Volt-Architektur
- Schnellladen: bis zu 350 kW
Car and Driver nennt eine 122-kWh-Batterie, 800-Volt-Technik und Schnellladen mit bis zu 350 kW. Die Reichweite wird dort mit 330 Meilen nach WLTP angegeben, was rund 530 Kilometern entspricht.
Reichweite und Laden: Reicht das für Deutschland?
Für deutsche Käufer ist die Reichweite besonders wichtig, weil ein Ferrari hier nicht nur vor dem Hotel stehen soll, sondern auch auf der Autobahn funktionieren muss. Ferrari nennt eine Reichweite von über 500 Kilometern, andere Angaben sprechen von rund 530 Kilometern nach WLTP. In der Praxis wird die reale Reichweite bei hohem Tempo auf der Autobahn natürlich niedriger ausfallen — das gilt aber für jedes starke Elektroauto.
Der Luce wird nicht an der Steckdose scheitern. Die größere Frage ist, ob Ferrari-Kunden einen elektrischen Ferrari emotional akzeptieren.
Das Schnellladen mit bis zu 350 kW ist für Langstrecken wichtig. Theoretisch passt der Luce damit in die Liga moderner Hochleistungs-Elektroautos. Trotzdem bleibt ein Punkt offen: Wer einen Ferrari für den Sound, die Schaltvorgänge und das klassische Motorerlebnis kauft, wird durch Ladeleistung allein nicht überzeugt.
Innenraum: Ferrari wird plötzlich familientauglich

Der Luce ist Ferraris erster Fünfsitzer. Das ist fast wichtiger als die reine Elektro-Technik, denn Ferrari erweitert damit seine Zielgruppe. Der Wagen richtet sich nicht nur an Sammler, sondern auch an sehr wohlhabende Kunden, die ein luxuriöses Auto für Alltag, Reise und Familie suchen. Reuters beschreibt den Luce als komfortablen Hightech-Fünfsitzer mit großem Kofferraum.
Im Innenraum setzt Ferrari nicht nur auf Touchscreens. Laut Car and Driver gibt es OLED-Anzeigen, einen beweglichen zentralen Bildschirm, ein Display für die Fondpassagiere und weiterhin physische Bedienelemente am Lenkrad. Das ist ein wichtiger Unterschied zu vielen Elektroautos, die fast alles über große Touchscreens steuern.
Sound ohne Verbrenner: Wie will Ferrari Emotion erzeugen?
Ferrari weiß, dass ein lautloser Elektroantrieb für viele Fans ein Problem ist. Deshalb versucht der Hersteller, den Luce nicht wie ein normales leises E-Auto wirken zu lassen. Reuters berichtet, dass Ferrari natürliche Vibrationen des elektrischen Antriebs verstärken will, um ein emotionaleres Fahrerlebnis zu schaffen. Car and Driver beschreibt ein System, das mechanische Geräusche aus dem hinteren Antriebsbereich aufnimmt und je nach Fahrmodus verarbeitet.
Das ist ein kluger Ansatz, aber auch ein Risiko. Ein künstlich wirkender Sound könnte bei Ferrari-Fans schlecht ankommen. Ein zu leiser Ferrari könnte dagegen zu wenig Drama liefern. Genau zwischen diesen beiden Problemen muss der Luce funktionieren.
Wann kommt der Ferrari Luce in Deutschland in den Verkauf?

Die ersten Auslieferungen sollen laut Reuters im vierten Quartal 2026 beginnen. Car and Driver berichtet, dass der Luce in Europa noch 2026 in den Verkauf gehen soll, während der US-Start erst 2027 folgt. Für Deutschland bedeutet das: Wer zu den ersten Kunden gehören will, muss wahrscheinlich schon früh über Ferrari-Händler und bestehende Kundennetzwerke gehen.
Für normale Interessenten wird der Luce kaum ein frei verfügbares Auto im klassischen Sinn sein. Bei Ferrari entscheiden oft Verfügbarkeit, Konfiguration, Kundenhistorie und Händlerkontakt darüber, wie schnell ein Modell tatsächlich geliefert wird.
Warum der Ferrari Luce umstritten ist
Der Luce trifft Ferrari in seinem empfindlichsten Punkt: Identität. Die Marke lebt von Motoren, Klang, Motorsportgeschichte und Emotion. Ein elektrischer Fünfsitzer mit großem Glasanteil und futuristischem Design ist deshalb nicht automatisch ein Selbstläufer. Reuters weist darauf hin, dass Ferrari den Schritt in eine Zeit macht, in der andere Luxus- und Sportwagenhersteller ihre Elektro-Pläne vorsichtiger behandeln.
Trotzdem ist der Schritt logisch. In China, Europa und bei jüngeren Luxuskunden spielt Elektromobilität eine größere Rolle. Ferrari will offensichtlich nicht warten, bis andere Marken dieses Feld besetzen. Der Luce ist deshalb weniger ein einzelnes Auto als ein Signal: Ferrari will auch im Elektrozeitalter bestimmen, was ein extrem teures Performance-Auto sein kann.
Auch abseits neuer Elektroautos zeigt sich, wie wichtig Akku-Technik im Alltag geworden ist, denn ein Easyjet-Flug musste wegen einer Powerbank umgeleitet werden und erklärt, warum solche Geräte nicht ins Aufgabegepäck gehören.
