Wer in der Nacht zum Sonntag, 25. Oktober 2026, mit dem Zug durch Deutschland reist, könnte eine ungewöhnlich lange Pause erleben. Einige Züge bleiben bis zu einer Stunde an einem Bahnhof stehen, obwohl keine technische Störung vorliegt. Das Nachrichtenportal timestuff.de informiert über die Hintergründe und die betroffenen Verbindungen. Besonders in Nordrhein-Westfalen müssen sich Fahrgäste auf geänderte Fahrzeiten einstellen – unter anderem auf der Linie RE4 zwischen Aachen und Dortmund.
Der Grund ist die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit. In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden die Uhren um 3:00 Uhr auf 2:00 Uhr zurückgestellt. Die Stunde zwischen zwei und drei Uhr findet damit zweimal statt. Für den Bahnverkehr bedeutet das eine zusätzliche Stunde, die in den Fahrplänen berücksichtigt werden muss.
Warum Züge bei der Zeitumstellung eine Stunde warten
Während die meisten Menschen von einer längeren Nacht profitieren, stellt die Zeitumstellung Bahnunternehmen vor eine organisatorische Herausforderung. Ein Zug, der um 2:30 Uhr unterwegs ist, befindet sich nach der Rückstellung der Uhren plötzlich wieder in der Stunde zwischen zwei und drei Uhr.
Würde er ohne Anpassung weiterfahren, könnte er seinen Zielbahnhof nach der neuen Uhrzeit deutlich früher erreichen als vorgesehen. Deshalb sehen einige Fahrpläne einen längeren Aufenthalt an einem geeigneten Bahnhof vor.
Was für Reisende wie eine Verspätung aussieht, kann in dieser Nacht also ein vollständig geplanter Zwischenstopp sein.
Die Deutsche Bahn hat dieses Verfahren bereits bei früheren Zeitumstellungen erläutert. Dabei sollen betroffene Züge ihre planmäßigen Ankunftszeiten einhalten, statt nach der Rückstellung der Uhren zu früh am Ziel anzukommen. Die entsprechenden Hintergründe beschreibt die Bahn in ihren offiziellen Informationen zum Bahnbetrieb während der Zeitumstellung.
Allerdings gilt diese Regel nicht für jeden Zug. Manche Verbindungen fahren ohne längeren Aufenthalt weiter, bei anderen werden einzelne Fahrten nur in einer der beiden 2-Uhr-Stunden angeboten.
RE4 und weitere Linien in NRW von Fahrplanänderungen betroffen
In Nordrhein-Westfalen sind die Auswirkungen bereits offiziell angekündigt worden. Nach einer Mitteilung von Zuginfo NRW vom 22. Oktober 2026 gelten in der Nacht zum 25. Oktober auf insgesamt zwölf Regionalbahn-, Regionalexpress- und S-Bahn-Linien veränderte Fahrzeiten.
Betroffen sind folgende Linien:
- RE1 (RRX): Aachen – Köln – Düsseldorf – Duisburg – Essen – Dortmund – Hamm
- RE3: Düsseldorf – Duisburg – Oberhausen – Gelsenkirchen – Dortmund – Hamm
- RE4: Aachen – Mönchengladbach – Düsseldorf – Wuppertal – Hagen – Dortmund
- RE10: Düsseldorf – Krefeld – Geldern – Kleve
- RE70: Bielefeld – Herford – Minden – Hannover – Braunschweig
- RE78: Bielefeld – Herford – Minden – Nienburg
- RB59: Dortmund – Unna – Soest
- RB65: Münster – Greven – Emsdetten – Rheine
- RB67: Bielefeld – Gütersloh – Warendorf – Münster
- RB69: Bielefeld – Hamm – Münster
- RB89: Münster – Hamm – Soest – Lippstadt – Paderborn
- S7: Wuppertal – Remscheid – Solingen
Die entsprechenden Anpassungen betreffen den Zeitraum vom 25. Oktober zwischen 0:00 und 4:00 Uhr. Welche Zugfahrten tatsächlich verändert werden, geht aus den Ersatzfahrplänen hervor, die Zuginfo NRW in der offiziellen Meldung veröffentlicht hat.
„Die Änderungen können Sie dem Fahrplan im Anhang entnehmen.“– Zuginfo NRW, Mitteilung zur Zeitumstellung vom 22. Oktober 2026
Beim RE4 müssen Fahrgäste mit längeren Stopps rechnen
Besonders relevant ist die Umstellung für Reisende auf der Linie RE4. Nach einem Bericht von Radio 90,1 vom 24. Oktober hat der Bahnbetreiber National Express angekündigt, nur eine der beiden 2-Uhr-Stunden zu bedienen. Betroffene Züge sollen an einem geeigneten Bahnhof eine Stunde warten.
Die Linie verbindet Aachen unter anderem über Mönchengladbach, Neuss, Düsseldorf, Wuppertal und Hagen mit Dortmund. Wer in dieser Nacht auf dem RE4 unterwegs ist, sollte deshalb nicht automatisch davon ausgehen, dass ein längerer Aufenthalt auf eine Betriebsstörung zurückzuführen ist.
Auch andere Regionalverbindungen werden unterschiedlich behandelt. Laut Radio 90,1 fährt der RE19 nur während der ersten 2-Uhr-Stunde nach Sommerzeit. Auf der Linie RB39 wird zwischen Neuss-Holzheim und Grevenbroich wegen Bauarbeiten ein Schienenersatzverkehr angeboten, der in beiden 2-Uhr-Stunden verkehrt.
Entscheidend ist nicht allein die Zuglinie, sondern die konkrete Verbindung und deren Fahrplan für die Nacht vom 24. auf den 25. Oktober.
Warum es um 2:30 Uhr zwei verschiedene Abfahrtszeiten gibt
Die Besonderheit dieser Nacht besteht darin, dass eine Uhrzeit zweimal vorkommt. Wenn ein Fahrplan beispielsweise 2:30 Uhr ausweist, muss eindeutig sein, ob die Abfahrt vor oder nach der Umstellung stattfindet.
Zur Unterscheidung dienen die offiziellen Zeitbezeichnungen:
- 2:30 Uhr MESZ: Die erste 2:30-Uhr-Zeit, noch während der Mitteleuropäischen Sommerzeit.
- 2:30 Uhr MEZ: Die zweite 2:30-Uhr-Zeit, nach der Rückstellung auf die Mitteleuropäische Zeit.
Zwischen diesen beiden Zeitpunkten liegt tatsächlich eine Stunde. Wer versehentlich die zweite Abfahrt erwartet, obwohl der Zug bereits in der ersten 2-Uhr-Stunde gefahren ist, könnte seine Verbindung verpassen.
Dass Verkehrsunternehmen unterschiedlich mit der zusätzlichen Stunde umgehen, zeigt auch Bremen. Die Bremer Straßenbahn AG kündigt an, dass ihre Nachtlinien um 2:30 Uhr sowohl nach Sommerzeit als auch nach Winterzeit am Hauptbahnhof abfahren. Gleichzeitig warnt das Unternehmen in seiner Mitteilung zur Zeitumstellung vor möglichen Fehlern in elektronischen Fahrplanauskünften und auf Anzeigetafeln bis etwa 5:00 Uhr.
Was Bahnreisende vor der Abfahrt prüfen sollten
Wer Samstagabend spät losfährt oder am frühen Sonntagmorgen einen Zug benötigt, sollte seine Verbindung besonders sorgfältig kontrollieren. Das gilt vor allem bei Umstiegen, längeren Nachtfahrten und frühen Ankünften.
Diese vier Punkte sind wichtig:
- Die gesamte Verbindung prüfen: Nicht nur die Abfahrtszeit, sondern auch mögliche Zwischenhalte und die Ankunftszeit beachten.
- Sonderfahrpläne berücksichtigen: Für die betroffenen NRW-Linien stehen spezielle Fahrplaninformationen bei Zuginfo NRW bereit.
- Umstiege kontrollieren: Bei einer längeren Fahrt können sich Anschlüsse anders darstellen als in einer gewöhnlichen Nacht.
- Kurz vor Reisebeginn erneut nachsehen: Die aktuellen Angaben im DB Navigator beziehungsweise auf bahn.de und die Informationen des jeweiligen Betreibers überprüfen.
Besonders bei einer Abfahrt zwischen 2:00 und 3:00 Uhr lohnt es sich, darauf zu achten, welche der beiden Stunden im Fahrplan gemeint ist. Eine einfache Zeitangabe reicht ohne diesen Zusammenhang nicht immer aus.
Wann endet die Sommerzeit 2026 genau?
Die Zeitumstellung erfolgt in Deutschland in der Nacht von Samstag, 24. Oktober, auf Sonntag, 25. Oktober 2026. Um 3:00 Uhr endet die Mitteleuropäische Sommerzeit und die Uhren springen auf 2:00 Uhr Mitteleuropäische Zeit zurück.
Das hat auch das Bundeswirtschaftsministerium am 22. Oktober offiziell bestätigt. Die Winterzeit bleibt anschließend bis zum 28. März 2027 bestehen.
Für die meisten Menschen bedeutet die Umstellung eine zusätzliche Stunde Schlaf. Im Bahnverkehr ist die gewonnene Stunde dagegen Teil einer besonderen Fahrplanplanung.
Für Fahrgäste zählt deshalb vor allem eines: Wer in der Nacht zum 25. Oktober unterwegs ist, sollte nicht allein auf den gewohnten Samstags- oder Sonntagsfahrplan vertrauen. Die veröffentlichten Sonderfahrpläne zeigen, ob eine Verbindung zur ersten oder zweiten 2-Uhr-Stunde fährt und ob unterwegs ein längerer Halt vorgesehen ist.
Zusätzlich zur Zeitumstellung müssen Reisende am 25. Oktober wegen Sturmtief Manja mit Einschränkungen rechnen, insbesondere im Fährverkehr.
