Ein Countdown im Fallout-Look auf der Amazon-Website ließ Fans kurz an einen großen Remaster-Deal glauben, berichtet timestuff.de unter Berufung auf ign.com. Statt eines Game-Announcements gab es jedoch eine weitere Portion Serien-Extras – diesmal als interaktives Erlebnis.
Countdown auf Amazon und die Hoffnung auf den großen Knall

Anfang des Monats tauchte auf der offiziellen Amazon-Website ein Timer auf, gestaltet wie eine Karte im typischen Fallout-Stil. Darauf sind verschiedene „Points of Interest“ verteilt, die zu Behind-the-Scenes-Inhalten zur Serie führen: Set-Details, Einblicke in die Dreharbeiten und kleine Hintergrundgeschichten aus der Welt der Show. So findet sich im Süden der Karte etwa die Außentür von Vault 33 – der Ort, an dem Lucy zum ersten Mal ins Ödland tritt. Im Osten liegt die Caswennan, das Luftschiff und fliegende Festung der Stählernen Bruderschaft.

Für das meiste Aufsehen sorgte allerdings ein gesperrter Punkt im oberen rechten Bereich, neben dem ein Timer auf den 4. Februar verwies. Ein Teil der Community deutete das als direkten Hinweis auf Fallout 3 Remastered oder Fallout: New Vegas Remastered – zwei Projekte, über die seit Langem Gerüchte kursieren. Auch die Präsentation schürte Erwartungen, denn alles wirkte wie die Vorbereitung auf einen echten News-Knall.
Was am 4. Februar wirklich freigeschaltet wurde

Am Ende führte der Countdown weder zu einem Trailer noch zu einer Pressemitteilung über ein neues Spiel. Stattdessen erschien ein weiterer interaktiver Knotenpunkt: „The Penthouse“, das Penthouse ganz oben im Lucky-38-Casino – das Refugium des Antagonisten Mr. House. In der Beschreibung heißt es, dieser Ort sei einst Mr. Houses privates Reich gewesen und habe zugleich Luxus-Suite und Kontrollzentrum vereint, von dem aus er New Vegas im Blick behielt.
Ein Klick führt in eine 3D-Tour durch das Penthouse, bei der sich Innenraum und Set-Details aus nächster Nähe erkunden lassen. Dazu gibt es ein kurzes Video-Interview mit Justin Theroux, der Mr. House spielt, außerdem Fotos vom Strip und sogar eine kleine „Creature Gallery“. Für Lore-Fans ist das ein nettes Extra, wer jedoch auf einen Spiele-Teaser gehofft hatte, dürfte eher ernüchtert gewesen sein. Manche hatten genau dieses Szenario vorhergesagt – maximal ein Hinweis auf die Zukunft der Serie, aber kein Bethesda-Release.
Fallout-Remaster sind nicht weg – sie sind nur still
Nach der Enttäuschung drängt sich die Frage auf: Was ist mit den Remastern, über die alle reden? Nach aktuellem Stand befindet sich das Fallout-3-Remaster, das bereits 2023 in Leaks auftauchte, weiterhin in Arbeit. Erwartet wird ein Ansatz ähnlich dem The Elder Scrolls IV: Oblivion Remastered aus dem vergangenen Jahr – also ein größeres technisches Upgrade, das moderne Standards bei Präsentation und Technik erfüllt.
Parallel hält sich auch Fallout: New Vegas Remastered hartnäckig im Gespräch; auch dieses Projekt gilt weiterhin als „in Vorbereitung“. Konkrete Veröffentlichungstermine für beide Spiele sind allerdings nicht in Sicht, weshalb Fans derzeit vor allem aus Leaks und Interviews kleine Hinweise zusammensetzen müssen. Gerade diese Funkstille macht jeden offiziellen Timer sofort zum Magneten für Erwartungen und Theorien.
Todd Howard über „Shadowdrops“ und die Zukunft von Fallout 5

In einem Interview mit IGN wurde Bethesdas Entwicklungschef Todd Howard gefragt, ob sich der Erfolg eines „Shadowdrops“ – also eines überraschenden Releases ohne lange Vorankündigung – auch für Fallout 3 Remastered wiederholen ließe. Anlass war der Blick auf Oblivion Remastered: Seit dem unerwarteten Release im vergangenen Jahr haben laut den genannten Zahlen über 4 Millionen Menschen gespielt. Howard blieb vage, betonte aber erneut, wie sehr ihn der Überraschungsmoment reizt – wenn Spieler von einem Game erfahren, ohne monatelange Hype-Phase.
Im größeren Kontext steht die Reihe so da: Das letzte große Singleplayer-Fallout war Fallout 4 (2015), das kürzlich eine Anniversary Edition erhalten hat. Danach folgte das stärker auf Multiplayer ausgerichtete Fallout 76 (2018). Die Aufmerksamkeit für die Marke bekam jedoch spürbar Rückenwind, als die Fallout-Serie bei Prime Video стартete und das Franchise wieder breiter ins Gespräch brachte. Gleichzeitig ist klar: Bethesda will irgendwann zu Fallout 5 kommen – allerdings erst nach The Elder Scrolls 6.
Bereits im Juni 2024 machte Todd Howard deutlich, dass er Fallout 5 nicht „übers Knie brechen“ will. Und im Dezember des vergangenen Jahres bestätigte er gegenüber BBC Newsbeat, dass die Ereignisse der TV-Serie als Kanon gelten und in Fallout 5 berücksichtigt werden. Das Spiel soll also in einer Welt stattfinden, in der die Geschichten und Ereignisse der Show bereits passiert sind oder gerade passieren. Während Amazon Fans mit interaktiven Serien-Locations bei Laune hält, scheint Bethesda die wirklich großen Game-News bewusst zurückzuhalten – bis der Moment für einen maximal lauten Aufschlag passt.
Während Amazon die Fans bei Laune hält, steht bei Disney+ das nächste Comeback schon in den Startlöchern, mehr dazu im Text zur Rückkehr der Muppet Show und dem 50-Jahre-Special.
