Dass Diablo V im Frühjahr 2029 erscheinen soll, war die große Schlagzeile der BlizzCon 2026. Für die eigentliche Richtung des Spiels ist aber eine andere Ankündigung fast wichtiger: Blizzard greift bei mehreren zentralen Systemen bewusst auf Ideen zurück, die stark mit Diablo II verbunden sind, berichtet timestuff.de.
Das betrifft nicht nur Runen. Gegenstände sollen wieder stärker eine eigene Identität haben, Sets kehren zurück, größere Items benötigen mehr Platz im Inventar und selbst Anforderungen an Charakterwerte werden intern erprobt. Gleichzeitig bestätigt Blizzard mit Demon Hunter und Monk zwei bekannte Klassen – und stellt mit dem Plague Knight einen komplett neuen Archetypen vor.
Diablo V sieht damit bislang weniger nach einer einfachen Fortsetzung von Diablo IV aus als nach dem Versuch, alte Diablo-Prinzipien mit einem deutlich veränderten Sanctuary zu verbinden.
Blizzard selbst hat den Release-Zeitraum in der offiziellen Ankündigung zu Diablo V auf Frühjahr 2029 festgelegt. Einen konkreten Veröffentlichungstag gibt es noch nicht.
Was bei Diablo V bereits bestätigt ist
Die Entwicklung befindet sich noch in einer frühen Phase. Deshalb lohnt es sich, zwischen festen Aussagen und Ideen zu unterscheiden, die sich bis 2029 noch verändern können.
| Detail | Aktueller Stand |
|---|---|
| Release | Frühjahr 2029 angekündigt |
| Demon Hunter | als Klasse bestätigt |
| Monk | als Klasse bestätigt |
| Plague Knight | neue Klasse bestätigt |
| Gear Sets | Rückkehr bestätigt |
| Runen und Runenwörter | im Stil von Diablo II angekündigt |
| Größenabhängiges Inventar | Teil der gezeigten Designrichtung |
| Stat-Anforderungen für Items | wird derzeit erprobt |
| Plattformen | noch nicht offiziell genannt |
| Preis und Vorbestellung | noch nicht angekündigt |
Warum ausgerechnet Diablo II wieder als Vorbild dient
Blizzard spricht bei Diablo V ausdrücklich von einer Itemization, die von Diablo II inspiriert ist. Das bedeutet allerdings nicht, dass das alte System eins zu eins zurückkehrt.
Entscheidend ist eher die Philosophie dahinter. Ein Gegenstand soll nicht nur deshalb interessant sein, weil seine Zahl höher ist als die des vorherigen Items. Blizzard möchte Loot entwickeln, der leichter zu erkennen, langfristig erinnerbar und über viele Spielstunden hinweg begehrenswert bleibt.
Die wichtigste Veränderung könnte deshalb nicht darin bestehen, dass Diablo V mehr Loot bietet – sondern darin, dass einzelne Drops wieder mehr Bedeutung bekommen sollen.
Bei Diablo II konnten ungewöhnliche Kombinationen aus Basisgegenstand, Seltenheitsstufe, Runen, Anforderungen und Affixen dafür sorgen, dass selbst ein auf den ersten Blick unspektakulärer Fund plötzlich interessant wurde.
Genau in diese Richtung weisen mehrere der auf der BlizzCon gezeigten Systeme.
Runenwörter sollen wieder stärker an Diablo II erinnern
Besonders deutlich wird die Rückbesinnung bei den Runen. Für Diablo V sind Runen und Runenwörter im Stil von Diablo II vorgesehen. Berichte von der Entwicklerpräsentation zeigen außerdem, dass Blizzard dieses System gemeinsam mit einem umfangreicheren Crafting-Ansatz entwickeln möchte. Eine Zusammenfassung der während des Panels gezeigten Item-Details findet sich unter anderem bei TweakTown.
Das ist ein wichtiger Unterschied zu einem Runensystem, das lediglich einzelne Boni an bestehende Fähigkeiten hängt. Die große Stärke der klassischen Runenwörter lag darin, dass Spieler bestimmte Runen in einer vorgegebenen Reihenfolge in passende Gegenstände einsetzen mussten.
Dadurch entstand ein eigenes Jagdziel:
- den richtigen Basisgegenstand finden,
- die benötigten Runen sammeln,
- die richtige Kombination kennen,
- und daraus schließlich ein bestimmtes Runenwort bauen.
Wie nah Diablo V am Ende tatsächlich an diesem Prinzip bleibt, ist noch offen. Blizzard hat die Richtung bestätigt, aber noch keine vollständigen Regeln, Rezepte oder konkreten Runenwörter veröffentlicht.
Auch das Inventar wird wieder weniger abstrakt
Eine weitere kleine, aber auffällige Änderung betrifft das Inventar. Größere Gegenstände sollen wieder mehr Felder beanspruchen als kleine.
Ein großes Schwert ist damit nicht einfach dasselbe quadratische Icon wie ein Ring oder ein Helm. Das wirkt zunächst wie Nostalgie, verfolgt aber ebenfalls die Idee, Gegenständen mehr Eigenständigkeit zu geben.
Wer Diablo II gespielt hat, kennt das Problem sofort: Ein Fund konnte großartig sein – und gleichzeitig bedeuteten zwei sperrige Rüstungen, dass der nächste Inventar-Stopp nicht mehr weit entfernt war.
Ob Blizzard damit auch das komplette Inventar-Management von Diablo II zurückbringt, ist nicht bestätigt. Zu sehen ist bislang nur die grundsätzliche Designrichtung.
Gear Sets kehren zurück – aber die entscheidende Frage bleibt offen
Auch ausrüstungsbasierte Sets sollen in Diablo V wieder eine Rolle spielen.
Das allein sagt allerdings noch wenig über ihre tatsächliche Bedeutung aus. Gerade Diablo III zeigte, wie schnell Sets komplette Builds dominieren können, wenn ihre Boni mächtig genug werden.
Für Diablo V wird deshalb entscheidend sein, ob Sets lediglich interessante Wege zu einem funktionierenden Build eröffnen oder ob sie erneut so stark werden, dass alternative Kombinationen kaum konkurrenzfähig sind.
Blizzard hat die Rückkehr bestätigt. Konkrete Set-Boni oder die endgültige Balance wurden dagegen noch nicht vorgestellt.
Stat-Anforderungen sind noch kein fertiges Feature
Ein Detail sollte derzeit besonders vorsichtig behandelt werden. Blizzard experimentiert mit Attribut-Anforderungen für Ausrüstung.
Das erinnert ebenfalls an ältere Action-RPG-Systeme: Ein Gegenstand wäre dann nicht automatisch nutzbar, nur weil der Charakter das entsprechende Level erreicht hat. Zusätzlich könnten bestimmte Werte notwendig sein.
Genau hier ist die Formulierung wichtig. Blizzard hat nicht erklärt, dass Diablo V definitiv mit einem fertigen System dieser Art erscheinen wird. Die Entwickler testen die Idee derzeit.
Zwischen „Blizzard probiert dieses System aus“ und „dieses System erscheint 2029 im fertigen Spiel“ liegen noch mehrere Jahre Entwicklung.
Das gilt generell für viele Details, die auf der BlizzCon gezeigt wurden.
Demon Hunter und Monk sind zurück – der Plague Knight ist neu

Bei den Klassen wird die Verbindung aus Bekanntem und Neuem ebenfalls sichtbar. Drei spielbare Klassen hat Blizzard bislang öffentlich vorgestellt.
Demon Hunter
Der Demon Hunter kehrt mit seinen charakteristischen Armbrüsten zurück. Blizzard beschreibt ihn erneut als schnellen Jäger, der aus der Distanz angreift, sich über das Schlachtfeld bewegt und Gegner gezielt verfolgt.
Monk
Auch der Monk ist wieder dabei. Martial-Arts-Angriffe und heilige Kräfte bilden erneut den Kern der Klassenfantasie.
Plague Knight
Interessanter ist die bisher komplett neue Klasse. Der Plague Knight soll Krankheiten und Pest auf dem Schlachtfeld verbreiten und diese Effekte anschließend selbst zur Verstärkung nutzen.
Blizzard beschreibt ihn damit nicht einfach als einen weiteren schwer gepanzerten Nahkämpfer. Krankheit scheint vielmehr Teil eines eigenen Ressourcen- oder Kampfsystems zu werden.
Weitere Details zum Plague Knight wurden nach der Präsentation unter anderem von Polygon zusammengetragen.
Wichtig: Demon Hunter, Monk und Plague Knight sind die ersten gezeigten Klassen. Blizzard hat damit nicht erklärt, dass Diablo V ausschließlich mit diesen drei Klassen erscheint.
Diablo hat diesmal bereits gewonnen
Die auffälligsten Unterschiede zu Diablo IV beschränken sich nicht auf Loot und Klassen.
In Diablo V beginnt die Geschichte nach einer Katastrophe, die in früheren Spielen normalerweise verhindert werden sollte. Sanctuary ist gefallen und Diablo hat gewonnen. Blizzard beschreibt dieses Szenario sowohl in seiner BlizzCon-Zusammenfassung als auch im offiziellen Diablo-Rückblick zur Opening Ceremony.
Damit verändert sich auch die Struktur der Welt.
Anstelle einer sicheren Stadt als dauerhaftem Zentrum soll der Spieler eine Karawane von Überlebenden aufbauen, die durch Sanctuary reist. Ihre Mitglieder übernehmen unter anderem Funktionen, die normalerweise Händler oder andere NPCs in festen Städten erfüllen würden.
Gleichzeitig soll die Landschaft stärker prozedural geprägt sein. Gelände, Monster, interessante Orte und Belohnungen können sich verändern, wenn Spieler in ein Gebiet zurückkehren.
Das ist ein deutlich größerer Eingriff als ein neues Endgame-System oder eine zusätzliche Klasse.
Was Diablo V von Diablo IV unterscheiden könnte
Aus den ersten Informationen entsteht langsam ein Muster. Blizzard verändert nicht nur einzelne Funktionen, sondern mehrere Grundannahmen gleichzeitig:
- keine klassische sichere Welt, in der die Apokalypse erst verhindert werden muss,
- eine mobile Karawane statt des gewohnten festen Zuhauses,
- stärker wechselnde Gebiete,
- eine Itemization mit deutlichen Diablo-II-Einflüssen,
- Runenwörter, Gear Sets und umfangreicheres Crafting,
- bekannte Klassen neben völlig neuen Archetypen.
Der Vergleich mit Diablo II sollte deshalb nicht als Versprechen verstanden werden, dass Blizzard ein „Diablo II 2“ entwickelt. Bislang geht es um ausgewählte Designideen.
Der spannendere Punkt ist, dass Blizzard offenbar wieder stärker darüber nachdenkt, warum Spieler einen bestimmten Gegenstand behalten wollen – und nicht nur darüber, wie schnell die nächste höhere Itemstufe fällt.
Bis 2029 kann sich noch viel ändern
Diablo V wurde außergewöhnlich früh angekündigt. Blizzard selbst bezeichnet das Projekt als frühe Entwicklung und will ab 2027 regelmäßig weitere Einblicke veröffentlichen.
Das macht die aktuellen Informationen interessant, aber gleichzeitig vorläufig.
Vor allem bei diesen Punkten fehlen noch verlässliche Angaben:
- vollständige Klassenliste,
- konkretes Skill- und Progressionssystem,
- Endgame-Struktur,
- Details zu Handel und Multiplayer,
- genaue Funktionsweise der Runenwörter,
- konkrete Set-Boni,
- Plattformen,
- Preis, Editionen und Vorbestellung.
Wer derzeit Plattformlisten, Preise oder konkrete Vorbesteller-Boni für Diablo V findet, sollte deshalb genau auf die Quelle schauen. Blizzard hat diese Informationen bislang nicht offiziell veröffentlicht.
Das eigentliche Signal hinter der Ankündigung
Frühjahr 2029 ist noch weit entfernt. Trotzdem lässt sich aus dem ersten Auftritt von Diablo V bereits mehr ableiten als nur ein Release-Fenster.
Blizzard stellt Loot und Charakterentwicklung wieder stärker ins Zentrum und greift dafür ausgerechnet auf einige Mechaniken zurück, mit denen Diablo II bis heute verbunden wird. Gleichzeitig versucht das Studio nicht, die Vergangenheit komplett nachzubauen: Der Plague Knight, die reisende Karawane und ein bereits von Diablo beherrschtes Sanctuary sollen dem fünften Teil eine eigene Identität geben.
Ob diese Mischung funktioniert, wird nicht daran entschieden, wie viele bekannte Systeme zurückkehren. Entscheidend wird sein, ob Diablo V wieder Gegenstände erzeugt, bei denen Spieler schon beim Drop wissen: Den schaue ich mir genauer an.
Mehr konkrete Antworten dürfte es ab 2027 geben. Blizzard hat angekündigt, die Entwicklung dann regelmäßiger öffentlich zu begleiten.
Passend dazu lohnt sich auch ein Blick auf World of Warcraft: Forever, denn Blizzard hat dort ebenfalls mehr angekündigt, als der Name zunächst vermuten lässt.
